Laut der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) gab es 2024 knapp 92.000 Arbeitsunfälle erwerbstätiger Personen, 103 davon waren tödlich. Glücklicherweise sinken die Zahlen in den letzten Jahren immer weiter – 1980 waren es mit knapp 190.000 Arbeitsunfällen noch mehr als doppelt so viele Verletzte. Dennoch: jeder Unfall ist einer zu viel: eine eingehende Analyse der Ursachen zahlt sich aus.
Wenn die Unfallmeldung die einzige Analyse bleibt
Sofern eine Unfallmeldung ausgefüllt werden muss, ist dies leider oft die einzige »Analyse« des Unfalls. Unfälle ohne gesetzliche Meldepflicht fallen zumeist unter den Tisch bzw. verschwinden im Trubel des Alltags unter der Werkbank oder dem Schreibtisch.
Noch weniger Aufmerksamkeit bekommen in vielen Unternehmen Ereignisse, die beinahe zu einem Unfall geführt haben – obwohl hier eigentlich eine Meldepflicht der Mitarbeitenden an die Verantwortlichen besteht.
Fehlerkultur etablieren
»FEHLER« können auch zum »HELFER« werden (bitte einfach die Buchstaben dazu umdrehen). Ein genauer Blick auf Arbeitsunfälle und unsichere Handlungen lohnt sich, denn so können nicht nur die Unfallzahlen und das damit verbundene menschliche Leid reduziert werden, sondern nachhaltig Prozesse verbessert, potenzielle »Stolperfallen « verhindert und Investitionen optimiert werden.
Gelebte Praxis
Ist die Schnittverletzung tatsächlich passiert, weil der Mitarbeitende einfach Pech gehabt hat oder vermeintlich ungeschickt ist? »Da muss er halt besser aufpassen« sind oft häufig beliebte Lösungsstrategien, aber wenig zielführend. Eine detaillierte Betrachtung rechnet sich:
- Arbeitsmittel
Wurde das falsche Werkzeug verwendet? Und wenn ja, warum? War das Richtige nicht verfügbar oder ist es für die betroffene Person nicht passend, haben sich eventuell »Workarounds« eingeschlichen? Was sind die Hintergründe dafür? Gibt es bessere (sicherere!) Alternativen?
- Ursachen
Was war an diesem Tag anders als sonst? Gab es Zeitdruck?
- Verhalten
Wie war die Handhabung, wurde eventuell zum Körper geschnitten oder war die Klinge zu weit ausgefahren oder vielleicht nicht fixiert?
- Schutzkleidung
Ist eventuell eine Persönliche Schutzausrüstung notwendig bzw. wurde diese (falls vorgeschrieben) überhaupt getragen? Welche Hintergründe könnte das haben – falsche Größe, unbequem, ungeeignet, fehlende Verfügbarkeit (Lieferkette?!), Unwissenheit,…?
- Vorgaben
Sind dem Betroffenen die internen Vorgaben für diesen Arbeitsschritt bekannt? Sind sie in der richtigen Sprache verfügbar? Mit wenigen konkreten und vertiefenden Fragestellungen und gemeinsamen Betrachtungsweisen können hier oft technische, aber auch organisatorische Mängel systematisch erfasst und strategische Gegenmaßnahmen entwickelt werden.
Voraussetzung für sicheres Arbeiten ist eine breite Beteiligung und der ernsthafte Wille, den fortlaufenden Verbesserungsprozess für sichere und gesunde Arbeitsplätze aktiv zu gestalten sowie die Vorbeugemaßnahmen zur Verhütung ähnlicher Ereignisse voranzutreiben.
Foto: Franz26 ai generated; pixabay











begeistert und lauschen gespannt den Tönen, dann wieder wollen wir uns konzentrieren und der Vogel vor unserem Fenster raubt uns den letzten Nerv. Die Schwelle bzw. die individuellen Grenzen zwischen störendem Lärm und genussvoll erlebter oder gewünschter Geräuschkulisse werden immer vorhanden sein und damit wird eine zufriedenstellende Lösung zur Lärmreduktion bzw. -optimierung sehr komplex und oftmals nur mit einer vielschichtigen Lösungsstrategie und umfassender Einbeziehung der Beteiligten zu erreichen sein.
und ab 85dB verpflichtend verwendet werden, dies ist beim Arbeiten mit Maschinen sehr oft der Fall. Prinzipiell ist ein kollektiver Lärmschutz, also das Reduzieren von Lärm bzw. das Einhausen der Lärmquelle, dem individuellen Lärmschutz (Gehörschutz)aber vorzuziehen. Wie bereits oben erwähnt, sind speziell in Großraumbüros, neben der Bereitstellung von Rückzugsbereichen und Besprechungsräumen, schalldämmende Maßnahmen und begleitende Verhaltensregeln wichtig. Zusätzlich sind den Mitarbeiter:innen in Lärmbereichen unter bestimmten Voraussetzungen auch regelmäßige Untersuchungen der Hörfähigkeit anzubieten.