Kategorie: Allgemein

Dr. Gerhard Klicka

report+

Besser durch die Krise.

Autorin: Angela Heissenberger

Experte: Gerhard Klicka

IBG Geschäftsführer und Arbeitspsychologe Gerhard Klicka kommt im Magazin report+ zum Thema » Betriebliche Gesundheitsförderung in herausfordernden Zeiten« zu Wort. Er spricht über die wesentlichen Elemente der Arbeitszufriedenheit ebenso wie über soziale Isolation bzw. ständige Erreichbarkeit und deren Auswirkung.

Zum Beitraghttps://www.report.at/plus/18771-gestaerkt-aus-der-krise

Erlesenes von Rudolf Karazman

IBG Gründer Rudolf Karazman veröffentlicht ein Buch über seinen Heimatort Nikitsch/ Filež, einem kleinen Ort im  mittleren Burgenland. Es ist dies ein liebevoll geschriebenes Buch, mit viel Humor und Geschichtsbewusstsein, das sowohl seine Familie,  als auch die Volksgruppe der Burgenlandkroaten, ihre Eigenarten und ihre Entwicklung beleuchtet. Dem Buch liegen zwei CDs mit kroatischen Hochzeits- und Begräbnisliedern bei, die gemeinsam mit dem Komponisten und Musiker Peter Vieweger  neu arrangiert und instrumentiert wurden. Rock, Pop und Soul, mit den besten Sänger*innen aus den kroatischen Sprachinseln Europas.

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Leise, bitte!

Für eine konzentrierte Tätigkeit wünschen wir uns Ruhe und eine leise Umgebung.  Aber weder in Großraumbüros noch im Homeoffice ist dies immer möglich.

Oft helfen interne Vereinbarungen und Regelungen.  Ausreichend Räumlichkeiten für den Rückzug bei lauteren Tätigkeiten wären zwar von Vorteil, sind aber nicht immer vorhanden. Denn auch das zeitweilige Zurückziehen in einen – noch so kleinen – Ruheraum bringt großen Nutzen für eine bessere Konzentration und reibungsfreie Zusammenarbeit.
Im Homeoffice ist dies mit all seinen Vorteilen aber deutlich komplexer und aufwendiger – denn hier sind nicht nur die unternehmerischen Aspekte sondern auch die familiären Bedürfnisse zu berücksichtigen. Eine gute Mischung aus Feingefühl, Organisationstalent und Durchhaltevermögen ist für eine umsichtige und erfolgreiche Lösungsstrategie sicherlich eine wertvolle Hilfe.

Zwischen Lärm und genussvoll erlebter Geräuschkulisse

Jeder Mensch empfindet die Schwelle zum Lärm anders. Zudem kommt, dass wir in verschiedenen Situationen unterschiedlich für Lärm oder Stille empfänglich sind. In einer Disco sucht man bewusst die laute Musik zum Abschalten und „Entspannen“. In einer Kirche zum Beispiel suchen Menschen einen Ort der Stille, können aber ebenso von einem akustisch raumfüllenden Konzert hingerissen sein.

Manchmal sind wir von Vogelgezwitscher begeistert und lauschen gespannt den Tönen, dann wieder wollen wir uns konzentrieren und der Vogel vor unserem Fenster raubt uns den letzten Nerv. Die Schwelle bzw. die individuellen Grenzen zwischen störendem Lärm und genussvoll erlebter oder gewünschter Geräuschkulisse werden immer vorhanden sein und damit wird eine zufriedenstellende Lösung zur Lärmreduktion bzw. -optimierung sehr komplex und oftmals nur mit einer vielschichtigen Lösungsstrategie und umfassender Einbeziehung der Beteiligten zu erreichen sein.

So muss das Thema Lärm aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Nicht nur medizinische und persönliche Aspekte sind relevant, sondern auch die Vorgaben des Arbeitnehmer*innenschutzes.

Geschädigtes Hörvermögen vermindert die Lebensqualität

Wenn man den Lärm auf eine körperliche und psychische Belastung reduziert, so können sowohl langanhaltender Lärm ab einem Dauerschallpegel von 80dB als auch ein kurzer Impulslärm ab 120dB zu Schädigungen im Ohr führen – und diese sind irreversibel, denn die Lärmschwingungen werden im Innenohr von feinen Haaren aufgenommen und weitergeleitet. Ist die Schwingung bzw.  der Lärm zu groß, so bricht das Härchen ab und regeneriert sich auch nicht mehr. Es bleibt ein dauerhafter Schaden, der das Hörvermögen, speziell in vielfältigen Lärmsituationen wie bei Gesprächen in Gruppen in lauter Umgebung, negativ beeinflusst und die Lebensqualität vermindert.

Kollektiver Lärmschutz versus individuellem Gehörschutz

Speziell am Arbeitsplatz muss ab 80bB ein Gehörschutz angeboten werden und ab 85dB verpflichtend verwendet werden, dies ist beim Arbeiten mit Maschinen sehr oft der Fall.  Prinzipiell ist ein kollektiver Lärmschutz, also das Reduzieren von Lärm bzw. das Einhausen der Lärmquelle, dem individuellen Lärmschutz (Gehörschutz)aber vorzuziehen. Wie bereits oben erwähnt, sind speziell in Großraumbüros, neben der Bereitstellung von Rückzugsbereichen und Besprechungsräumen, schalldämmende Maßnahmen und begleitende Verhaltensregeln wichtig. Zusätzlich sind den Mitarbeiter*innen in Lärmbereichen unter bestimmten Voraussetzungen auch regelmäßige Untersuchungen der Hörfähigkeit anzubieten.

Beim erholsamen Schlaf ist erweisen, dass ein permanenter Geräuschpegel die Erholung deutlich reduziert und den Stresslevel kontinuierlich steigert. Das nachhaltige “körperliche und geistige Abschalten ist ohne akustisches Abschalten” kaum möglich. Ruhe ist hier ein unerlässlicher Baustein für unsere Gesundheit und eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit.

Dezibel-Tabelle:

Die Lautstärke Einheit wird in Dezibel (dB) gemessen. Der menschliche Hörbereich reicht von absoluter Stille 0dB, über leises Flüstern 30dB, bis hin zum ohrenbetäubenden Lärm eines Düsentriebwerkes 140dB. Zwei gleichgroße Schallquellen erhöhen den Schallpegelzuwachs um 3db, das bedeutet, dass zum Beispiel zwei Bohrhämmer mit je 83dB gemeinsam 86dB (verpflichtendes Tragen eines Gehörschutzes!) ergeben. Daher macht es auch einen enormen Unterschied, ob ein Geschirrspüler mit 40 oder 43dB angeschafft wird.

 

10dB: Blätterrauschen
30dB: ruhige Bibliothek
50dB: Unterhaltung, normale Zimmerlautstärke
75dB: Fahrradglocke, Großraumbüro
80dB: Rasenmäher, Gewitter, Zug
100dB: Disco, Kreissäge
140dB: Düsenflugzeug

meiheimat.at

Ergonomie: Gesund im Homeoffice

Experte: Matthias Welkens

Zuhause ist alles anders. Weniger automatische Bewegung, oft nur suboptimale ergonomische Ausrüstung in den eigenen vier Wänden, ständige Ablenkung und Unterbrechung u.v.m. IBG Experte und Ergotherapeut Matthias Welkens gibt Tipps, wie man diesen neuen Herausforderungen mit kleinen Maßnahmen, die leicht in den Arbeitsalltag integrierbar sind, entgegenwirken kann.

weiters erschien dieser Beitrag in:

top-news.at

brandaktuell.at

presseforum.at

meinbezirk.at

 

Gedanken zur gesunden Ernährung

„Es ist sehr ungesund für die Leute, wenn sie panisch alles tun, um gesund zu sein. Da kommt die Figur der Verdoppelung ins Spiel. Man muss versuchen, nicht auf panische, sondern auf gesunde Weise gesund zu sein. Das bedeutet, anzuerkennen, dass es durchaus gesund sein kann, sich ab und zu etwas Ungesundes zu gönnen.
Umgekehrt entstehen durch panisches Gesund sein wollen neue Krankheiten – wie zum Beispiel die Orthorexie, eine Mangelerscheinung, die daher rührt, dass Leute sich ausschließlich gesund ernähren
.“

Zitat des österr. Philosophen Robert Pfaller

Es gibt fast keine absoluten Ernährungswahrheiten, sondern letztlich nur persönliche Entscheidungen. Einiges hat sich schon für viele Menschen lange bewährt, anderes findet man für sich ganz persönlich heraus. Nicht jeder verträgt hochwertiges Vollkorn, es bekommt aber auch nicht jeder eine „Weizenwampe“ vom hellen Weizenmehl.

Etwas mehr Regelmäßigkeit, Entschleunigung und Rituale in seine Essgewohnheiten zu bringen, ist aber auch aufgrund des Geselligkeitsfaktors sicher für die meisten von uns von Vorteil. In Abwandlung des altbekannten Sprichworts „Man ist, was man isst“ spricht der Wiener Psychiater Michael Musalek davon, dass  „Man ist, wie man isst“.

Es geht also nicht nur darum was und wie viel man zu sich nimmt, sondern auch darum, wie man das tut. Er denkt dabei an Essstörungen (Anorexie, Bulimie…) und auch an das Essen als gesellschaftliches bzw. kulturelles Ereignis.

Das gemeinsame Genießen darf daher für ein „gesundes“ Leben auch nicht zu kurz kommen und das auch dann, wenn man dabei etwas als ungesund deklariertes tut bzw. isst. „Die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus)  – das gilt auch hier.

Dabei ist es nicht egal, was und wie viel man quasi routinemäßig zu sich nimmt. Schwierig ist zu entscheiden, welche Informationen zu Inhalt, Herkunft und gesundheitlichen Auswirkungen man glauben soll und welche Nahrungsmittel man in sein eigenes alltägliches Leben (und das seiner Familie/seiner Kinder) einbauen soll. Nur dem neuesten Ernährungstrend zu folgen, ist aufgrund der kurzen Taktfrequenz dieser neuesten Erkenntnisse mühsam und letztlich frustrierend. Was heute richtig war, kann morgen falsch sein.

Woran kann man sich also orientieren?

Es lohnt sich auf alle Fälle, seine (Ernährungs)-Gewohnheiten gelegentlich kritisch zu hinterfragen. Sich dabei auf sein „Bauchgefühl“ zu verlassen, ist bestimmt eine gute Richtung. Bei speziellen Fragen können Sie sich natürlich auch  gerne jederzeit in der Ambulanz melden.

 

Gesund im Homeoffice

Soziale Isolation, Kurzarbeit, Abstandsregeln und die eigenen vier Wände als Dauerbüro: in Hochbelastungszeiten ist betriebliche Gesundheitsförderung nicht nur wichtig, sondern notwendig. So gelingt es Unternehmen, Mitarbeiter langfristig zu motivieren und zu stärken.

Dieser Beitrag ist in der Ausgabe 01/21 des Magazins Forum.KSV erschienen. Autorin: Christina Mothwurf

Gerade in Krisenzeiten muss man doch eigentlich froh sein, einen Job zu haben, oder? Stimmt. Aber trotz rasant steigender Arbeitslosenzahlen ist menschliches Kapital keine gesicherte Konstante. Unternehmen tun gut daran, gerade jetzt dafür zu sorgen, dass sich ihre Mitarbeiter wirklich wohlfühlen in ihrer Haut. Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung helfen nicht nur, das physische und psychische Gleichgewicht zu erhalten, sondern sorgen zudem dafür, dass auch nach der Krise motivierte Teams zum Erfolg beitragen.

Aber funktioniert betriebliche Gesundheitsförderung in Zeiten von Homeoffice überhaupt? Ja, das geht. Und es gibt auch jetzt zahlreiche Maßnahmen, von denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig gesehen gleichermaßen profitieren.

Oberstes Gebot: Transparenz.

Wer macht eigentlich gerade was? Und welche Regelungen gelten fürs Homeoffice? Je deutlicher kommuniziert wird, wie die Aufgaben geregelt sind, desto besser arbeiten Mitarbeiter – ganz egal, ob alleine oder in Teams. Soll heißen: Gerade in Krisenzeiten muss über Arbeitsabläufe deutlich mehr kommuniziert werden – und zwar über vielfältige Kanäle, damit auch alle erreicht werden. „Je transparenter man als Unternehmen kommuniziert, desto besser“, so Ina Lukl   von IBG, Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Ina Lukl ist IBG-Leiterin des Bereichs Betriebliche Gesundheitsförderung und Generationenbalance, Arbeitspsychologin, Lebens- und Sozialberaterin, Coach, Trainerin

Ein Zuviel an „Darüber- Reden“ gibt es dabei derzeit nicht, ganz im Gegenteil: Im Homeoffice braucht es da und dort sogar mehr Meetings – und nicht weniger. So kann ein kurzes digitales Treffen am Morgen nicht nur dabei helfen, den  Tag  gemeinsam  zu  strukturieren. „Das hat auch eine soziale Komponente“, so Lukl.

“Wenn ich jetzt Mitarbeiter alleine oder uninformiert lasse, werde ich mitunter Schwierigkeiten haben, sie zu halten.”

Schließlich entfällt durch die Arbeit in den eigenen vier Wänden der gemeinsame Kaffee im Büro. Trotz der allseits bekannten „Zoom-Fatigue“ gilt: Gut geplante Videokonferenzen sind wichtig, um die Teams zusammenzuhalten.

Gut durch den (Heim-)Arbeitstag.

Selbstorganisation und Struktur sind Bereiche, die besonders viel Unterstützung brauchen. Wie gestalte ich meinen Tag so, dass Arbeit und Freizeit (halbwegs) gut getrennt werden können? Wo richte ich mir meinen Arbeitsplatz ein, und welche Möglichkeiten stehen überhaupt zur Verfügung? Um diese Fragen zu beantworten, hat sich das IBG selbst einiges überlegt: „Wir evaluieren mit unseren Mitarbeitern auf Wunsch ihren Homeoffice-Arbeitsplatz und schauen gemeinsam, was man verbessern kann – von der Sitzposition bis zur Beleuchtung“, so Lukl. Und wo es früher einen Gesundheitstag gegeben hat, sorgen derzeit monatliche Vortragsreihen inklusive interaktiver Fragerunde für ein gesundes Miteinander. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmen können helfen, die Fitness im Homeoffice zu fördern: von Yoga und Rückengymnastik als Stream oder Download über Ernährungstipps bis hin zu Entspannungsvideos.

Aber was, wenn man gar nicht die Möglichkeit hat, via Heimarbeit zum Unternehmenserfolg beizutragen? Viele Mitarbeiter sind derzeit sehr isoliert und sitzen zu Hause – da kann schon schnell das Gefühl auftauchen, nicht mehr gebraucht zu werden. Auch hier gilt: Welche Möglichkeiten habe ich als Unternehmer, diese Mitarbeiter wieder zu integrieren? Unterstützung bieten etwa externe Hotlines, die psychologische Beratung anbieten und in Krisensituationen entlasten können. Unternehmen sind gefordert, entsprechend zu informieren und zu motivieren.

Schließlich ist es keine Schande, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr weiterweiß. Apropos Wissen: „Wenn ich jetzt Mitarbeiter alleine oder uninformiert lasse, werde ich mitunter Schwierigkeiten haben, sie zu halten“, so Lukl. Betriebliche Gesundheitsförderung ist also gerade jetzt eine Investition, die sich doppelt auszahlt: für Mitarbeiter und Unternehmen.

HOMEOFFICE LEICHT GEMACHT: Mitarbeitermotivation – step by step

  • Klarheit schaffen:
    Wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Arbeit & Leistung im Homeoffice schaffen die nötige Transparenz:
  • Virtuelles Führen will gelernt sein:
    Arbeitspakete und Zielvorgaben müssen so formuliert werden, dass alle im Team wissen, was er oder sie zu tun hat.
  • Digital und emotional first!
    Mitarbeiter klar informieren, wie mit digitalen Tools kommuniziert wird – auf technischer und emotionaler Ebene.
  • Struktur ist alles:
    Stehen Sie Ihren Mitarbeitern in Sachen Selbstorganisation, Tages und Aufgabenstruktur im Homeoffice aktiv zur Seite.
  • Sharing is caring:
    Motivieren Sie die Mitarbeiter, sich im Fall der Überforderung frühzeitig zu  melden und sich gegenseitig im Team zu unterstützen.
  • Für Unternehmen: JETZT FÖRDERGELDER SICHERN
    Betriebliche Gesundheitsförderung hat viele Vorteile – und weil nachhaltige Konzepte nicht nur gut für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft sind, werden Projekte zur betrieblichen Gesundheitsförderung auch subventioniert. Zum Beispiel von der Österreichischen Gesundheitskasse – alle Informationen zu den Fördermöglichkeiten. Darüber informieren auf die Gesundheitsexperten von Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Zeitumstellung: Ständige Winterzeit ist für den Menschen am schonendsten

Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit steht kurz bevor. Am Sonntag (28. März 2021) endet die Winterzeit: In der Nacht wird die Uhr um eine Stunde – von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr – vorgestellt. Dabei sollte die Umstellung der Uhren doch abgeschafft werden – das das hatte die EU-Kommission schon 2019 beschlossen. Geplant war eine Abschaffung der Zeitumstellung für Ende 2021. Bisher ist das Thema noch nicht weiter vorangeschritten – vermutlich auch, weil die EU gerade durch die Corona-Pandemie größere Entscheidungen zu treffen hat.

IBG Arbeitsmediziner Dr. Helmut Stadlbauer spricht sich aus medizinischen Gründen entschieden für eine Beendigung der Zeitumstellung aus. Dabei befürwortet er die Beibehaltung der Winterzeit. 

  • Viele Menschen erleben die Sommerzeit als eine Verbesserung der Lebensqualität

  • Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential – immer mehr Aktivitäten werden in immer mehr Wachzeit gepackt => Schlafmangel

  • IBG-Arbeitsmediziner plädieren für Winterzeit als Normalzeit mit einer Flexibilisierung der Arbeitsbeginnzeiten nach individuellen Veranlagungen

Sozialer Jetlag

Helmut Stadlbauer | ORF EcoDr. Helmut Stadlbauer, Bereichsleiter Arbeitsmedizin von Österreichs größtem privaten betrieblichen Gesundheitsberater IBG, ist Experte für gesundheitsoptimierte Arbeitszeitgestaltung: »Die innere Uhr wird vom Tageslicht vor- und zurückgestellt. Sie arbeitet selbstständig und tickt bei einer Zeitumstellung zunächst unverändert weiter.« Schlaf- und Wachrhythmus passen nicht zu den Tages- und Nachtzeiten ( Sozialer Jetlag). Die innere Uhr bleibt die maßgebliche Instanz. Sozialer Jetlag belastet die Gesundheit und führt zu weniger Leistungsfähigkeit.

Kehrseiten der Medaille

Viele Menschen empfinden die Sommerzeit als eine Verbesserung ihrer Lebensqualität – vor allem ihrer Freizeitqualität. Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential: Gerade späte Chronotypen schlafen durch die Sommerzeit noch weniger. Dabei nimmt die Schlafdauer während der letzten hundert Jahre ohnehin ab. Immer mehr Aktivität wird in immer mehr Wachzeit gepackt: Die Zeit für Arbeit, Kinder, Freunde, Freizeit wird meist von der Ruhezeit abgezweigt. Job und Lebensstil haben direkten Einfluss auf die Schlafqualität – und damit die Gesundheit.

Freizeit erhält erhöhtes Augenmerk

Gesundheitlich problematisch ist dabei die weitverbreitete Einstellung, in der die Qualität der Arbeitszeit hinter der Qualität der Freizeit gereiht wird. Die Konsequenzen sind für den arbeitenden Menschen langfristig negativ. Eine permanente Sommerzeit hat im Winter negative Auswirkungen. Das Aufstehen und Arbeiten bei Finsternis hemmt Wohlbefinden und Produktivität. Schulkinder kämpfen am stärksten mit den Auswirkungen der längeren Dunkelheit am Vormittag.

Arbeiten gegen die innere Uhr

Generell beginnen aus medizinischer Sicht mitteleuropäische Arbeitszeiten zu früh. Dies gilt auch für die Schulzeiten. Es entspricht dem chronobiologische Normaltyp, von 24 bis 8 Uhr zu schlafen, wenn er könnte. Dieser Rhythmus ist aus gesundheitlichen Gründen anzustreben. Der frühere Start in den Tag bedeutet Arbeiten gegen die innere Uhr. Also sind Arbeitsbeginnzeiten vor 9 oder 10 Uhr völlig unphysiologisch für den Großteil der Bevölkerung, die Frühtypen ausgenommen. Von den Spättypen ist dabei noch nicht die Rede.

Winterzeit ist Normalzeit

Die Sommerzeit verschärft diese Problematik. Die innere Uhr richtet sich in erster Linie nach der Sonne, und nicht nach der gesellschaftlich festgelegten Uhrzeit. Daher plädiert der IBG-Arbeitsmediziner Dr. Stadlbauer für eine dauernde Normalzeit („Winterzeit“): Die von der Regierung geplante  Sommerzeit ist eine „falsche Normalzeit“ mit geringem Erholungspotential.“

 

Bewegung bringt das Hirn auf Touren

Der ganzheitliche Ansatz des Gedächtnistrainings beinhaltet neben der kognitiven und der seelischen auch die körperliche Aktivierung. Bewegung im Gedächtnistraining erfüllt hierbei mehrere wichtige Funktionen.

Zum einen stellt Bewegung einen Ausgleich zur kognitiven Ebene dar, ist sozusagen eine Entspannungspause für das Gehirn, zum anderen verbessert körperliches Training die Durchblutung und den Stoffwechsel im Gehirn und wirkt sich somit positiv auf die eigene Leistungsfähigkeit und das körperliche Wohlbefinden aus.

Bereits 20 Minuten Spazierengehen haben einen sichtbar positiven Effekt auf die Gehirnleistung (siehe Bild). Besonders deutlich beeinflussen lassen sich die sogenannten „exekutiven Funktionen“ wie das Setzen von Zielen, das Planungsvermögen, das Arbeitsgedächtnis oder die Konzentrationsfähigkeit.

Dies lässt sich bereits im Kindesalter feststellen: so haben Studien gezeigt, dass Kinder, die sich am meisten bewegten, tendenziell bessere Schulnoten hatten. Eine Bewegungsübung unmittelbar vor einer Klassenarbeit oder den Hausaufgaben kann demnach zu besseren Ergebnissen verhelfen.

Ein Spaziergang oder eine Sporteinheit kommt also nicht „nur“ dem Aussehen und der körperlichen Leistungsfähigkeit zu Gute, sondern ist auch ein echter Boost für die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns!

 

So wird die Pandemie nicht zur seelischen Belastung.

IBG Arbeitspsychologin Regina Nicham gibt Tipps, wie die Seele in Zeiten von Corona nicht allzusehr belastet wird.

Das Coronavirus ist noch immer ein ständiger Begleiter. Wichtig ist, mit dieser Situation, die nun schon seit einem Jahr anhält, umgehen zu lernen. Oft braucht es eine psychische Stütze, um der herausfordernden Situation aktiv zu begegnen. Regina Nicham ist Leiterin des Bereichs Arbeitspsychologie beim Unternehmen IBG, das sich der Gesundheitsvorsorge verschrieben hat. Sie hat Tipps parat, wie man die Krise besser bewältigt werden kann.

Selbstfürsorge

Gerade in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, fremdbestimmt zu sein und an der eigenen Situation nichts ändern zu können, sollte Selbstfürsorge an oberster Stelle stehen. Stellen Sie sich bewusst die Frage: Was tut mir gut? Was mache ich gerne? Widmen Sie sich bewusst Ihren persönlichen Kraftquellen und füllen Sie diese von Zeit zu Zeit auch wieder auf.

Fokus auf Positives

Eine Situation hat meistens positive und negative Aspekte. Schaffen wir es also, in scheinbar ausweglosen Situationen positive Anteile zu finden, können wir uns Handlungsspielraum zurückerobern. Auch wenn sich die Situation selbst dadurch nicht verändert, unsere Einstellung und unser Handeln sind abhängig davon, worauf wir uns konzentrieren. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten, die Ressourcen, die »Ist-Seite«, wird uns der Umgang leichter fallen.

Akzeptanz und Gelassenheit

Zu lernen unsichere und unwägbare Situationen im Leben zu akzeptieren und anzunehmen, hilft uns besser damit umzugehen, anstatt unsere wertvolle Energie in Verdrängen oder Widerstand zu investieren. Dabei geht es nicht darum, dass man die aktuelle Situation und die dadurch ausgelösten Gefühle toll finden muss. Es geht vielmehr darum der Tatsache und den Gefühlen bedingt Raum zu geben, weil der Kampf gegen sie diese nur stärker machen würde. Denn was nützt einem der Kampf gegen eine Sache, der dieser Kampf egal ist? Versuchen Sie unangenehme Gefühle zu registrieren, zu benennen, aber nicht darauf zu reagieren und sie wieder ziehen zu lassen. Und wenn ich es nicht ändern kann, vielleicht kann ich es für mich nutzbar machen? Was hat sich durch die Situation für mich verbessert, hilfreiche Erfahrungen, Möglichkeiten – Zeit nehmen, überlegen und einfach einmal aufschreiben.

Sich abgrenzen

Gerade im Homeoffice ist es umso wichtiger, sich mit den Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen zu beschäftigen und diese klar zu setzen. Sei es organisatorisch, indem konkrete Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeiten mit Vorgesetzten und Kollegen getroffen werden oder auch räumlich, indem man sich einen klar abgegrenzten Bereich mit allem Notwendigen für die Arbeit einrichtet. Der Arbeitsplatz sollte darüber hinaus so gestaltet werden, dass er die eigene Produktivität möglichst fördert – denn je wohler wir uns in unserer Umgebung fühlen, umso motivierter sind wir auch.

Pausen und Erholung

Auch wenn die aktuelle Zeit von ungewöhnlichen Herausforderungen geprägt ist, achten Sie darauf, dass Sie sich regelmäßig kurze Pausen und Auszeiten nehmen, um zwischendurch für ein wenig Entspannung zu sorgen. Frischluft schnappen, sich bewegen, bewusste Atemübungen, Abwechslung sowie ausreichend trinken helfen, um gut über den Tag konzentriert bleiben zu können. Nicht vergessen, Bewegung und körperlicher Ausgleich steigern das Wohlbefinden und unterstützen beim Stressabbau.

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Rückenpflege ist wie Zahnpflege: einfach, regelmäßig und effektiv

Wir sind bewegte Wesen. Trotzdem fällt es im Arbeitsalltag vielen Menschen schwer, sich regelmäßig zu bewegen. Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir unbewegt. Wir sitzen oder stehen. Umso wichtiger ist es, in den zumeist statischen Alltag Bewegung zu bringen. Aber auch wenn wir einen sehr »bewegten« bzw. körperlich anstrengenden Arbeitsalltag haben, heißt das noch lange nicht, dass wir unserem Körper etwas Gutes tun. Oftmals schleichen sich in der Routine Fehl-, Zwangs- oder Schonhaltungen ein und erschweren uns das Leben. Ein dynamischer Ausgleich wird immer wichtiger. Der »Tag der Rückengesundheit« am 15.März, wäre ein guter Anstoß, mit Bewegung unter Anleitung zu beginnen. IBG-Partner Fitness goes Office lädt Sie am 15.3.2021 in der Zeit von 12:30 bis 12:45 zu einem Live Online Training ein. 15 Minuten für Ihre Rückengesundheit täglich können viel bewegen.

Trainieren Sie mit! Am 15.3. von 12:30 bis 12:45 live auf YouTube.
  • Rückenpflege ist wie Zahnpflege – einfach, regelmäßig und effektiv
  • Die Grundfunktionen unserer Wirbelsäule sind Stabilisierung, Beweglichkeit und Unterstützung. Daraus resultieren auch die Anforderungen an uns, unserer Wirbelsäule etwas Gutes zu tun und der statischen Arbeit bzw. Zwangshaltungen entgegenzuwirken: Dehnen, Bewegen, Kräftigen
  • 3×5=15: mit dieser einfachen Formel lässt sich unsere Wirbelsäule optimal unterstützen. 3 mal am Tag 5 Minuten Rückenübungen sind 15 Minuten für Ihre Rückengesundheit
  • Inputs für langes Sitzen: Sitzhaltung ändern, im Stehen telefonieren, bewusst lange Sitzphasen durch Bewegung unterbrechen
  • Haltung am Arbeitsplatz: rückengerechtes Heben und Tragen; Verwendung von Hilfsmitteln

Mehr dazu: Unsere Wirbelsäule – eine wichtige Stütze