Kategorie: Ergonomie und Bewegung

Ergonomie und Bewegung

hr.web

Wo sind die Grenzen von Homeoffice?

IBG Experte Matthias Welkens, Leitung Arbeitssicherheit und Ergonomie bei IBG im Gespräch in der Experten-Runde von hr.web . Es geht inhaltlich darum, ob die Verbindung von Home Office und betrieblicher Gesundheit irgendwo seine Grenzen hat. CR Eva Selan (hr.web) fragt: Wo sind konkret Abstriche zu machen oder ist doch mehr Home Office immer besser? Lesen Sie die unterschiedlichen Standpunkte hier nach.

Autorin: Eva Selan
Experte: Matthias Welkens

Zum Beitrag

 

Aktivierungsübung: Über-Kreuz

Ausreichend Schlaf, abwechslungsreiche Ernährung, Bewegung und frische Luft sind die ideale Voraussetzung für eine gute Konzentrationsfähigkeit.

An besonders stressigen und anstrengenden Tagen reicht das aber oft nicht aus. Abhilfe können Aktivierungsübungen schaffen wie zum Beispiel »Über-Kreuz-Übungen«. Dabei wird das Zusammenspiel von linker und rechter Gehirnhälfte gefördert, weshalb sie auch Brain-Gym bzw. Gehirngymnastik genannt werden. Sie erhöhen Aufnahmefähigkeit und Leistungsvermögen.

Nachfolgend finden Sie vier Übungen, die unabhängig voneinander im Sitzen gemacht werden können:

  • Reiben Sie mit der linken Hand Ihr rechtes Ohr, gleichzeitig reiben Sie mit der rechten Hand Ihr linkes Ohr (auch nacheinander möglich)
  • Folgen Sie mit Ihren Augen einer liegenden Acht ∞
  • Wer doch lieber kurz aufstehen möchte, kann mehrmals abwechselnd mit dem rechten bzw. linken Ellenbogen das gegenüberliegende Knie antippen.
  • Eine andere Übung wäre der Schuhplattler. Berühren Sie hinter Ihrem Rücken den rechten Fuß mit Ihrer linken Hand, dann den linken Fuß mit Ihrer rechten Hand. Wiederholen Sie diese Übung einige Male.

Das kleine Bewegungs-ABC

Wir sind bewegte Wesen und dem müssen wir Rechnung tragen. Es geht nicht um die Absolvierung eines Marathons, sondern um die tägliche und gesundheitsfördernde Bewegung, die unseren Stütz- und Bewegungsapparat bewegt, dehnt und kräftigt und uns darüber hinaus auch Freude bereitet:

  • Alltagsbewegung
    Jede Bewegung und jeder Haltungswechsel ist wichtig.
  • Atmung
    Atemnot ist meist Zeichen einer zu hohen Belastung – ein „Plaudertempo“ ist wichtig.
  • Aufwärmen und Abwärmen
    sind fixe Bestandteile einer gesunden Bewegung.
  • Keine Schmerzen
    Bewegung soll als gesundheitsförderndes Element empfunden werden und keine Schmerzen verursachen
  • Körpergewicht
    Bewegung ist beinahe mit jedem Gewicht möglich. Aber Achtung bei der Intensität.
  • Motivation
    durch z.B. Aufzeichnungen, Training zu zweit, Spaßfaktor, passende Anforderung . . .
  • Müdigkeit
    soll keine Ausrede für eine Bewegungseinheit sein, eventuell ist es sinnvoll die Intensität oder die Komplexität zu reduzieren.
  • Muskelkater
    ist kein Zeichen für ein besonders wirksames Training.
  • Ruhetag
    Legen Sie nach jedem Trainingstag einen Ruhetag.
  • Schonung
    heißt gezielte Bewegung zur Unterstützung und Aufbau des Stütz- und Bewegungsapparates und NICHT „keine Bewegung“.
  • Schlechtes Wetter
    soll keine Ausrede, sondern nur die Suche nach einer Alternative sein.
  • Wer rastet, der rostet!

meiheimat.at

Lärm

Am 28.4.2021 begehen wir wieder den »Internationalen Tag gegen Lärm«. Diesen Anlass nimmt IBG Experte und Leiter des Bereichs Arbeitssicherheit und Ergonomie Matthias Welkens als Gelegenheit, das Thema Lärm aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Dabei sind nicht nur medizinische und persönliche Aspekte relevant, sondern auch die Vorgaben des Arbeitnehmer*innenschutzes.

Experte: Matthias Welkens

Zum Beitrag

weiters erschien dieser Beitrag in:

top-news.at

brandaktuell.at

 

Leise, bitte!

  • Am 28. April 2021 findet der internationale Tag gegen Lärm statt.
  • Für eine konzentrierte Tätigkeit wünschen wir uns Ruhe und eine leise Umgebung.
  • Aber weder in Großraumbüros noch im Homeoffice ist dies immer möglich.

Wien, 26.4.2021. Oft helfen interne Vereinbarungen und Regelungen.  Ausreichend Räumlichkeiten für den Rückzug bei lauteren Tätigkeiten wären zwar von Vorteil, sind aber nicht immer vorhanden. Denn auch das zeitweilige Zurückziehen in einen – noch so kleinen – Ruheraum bringt großen Nutzen für eine bessere Konzentration und reibungsfreie Zusammenarbeit. Im Homeoffice ist dies mit all seinen Vorteilen aber deutlich komplexer und aufwendiger – denn hier sind nicht nur die unternehmerischen Aspekte sondern auch die familiären Bedürfnisse zu berücksichtigen. Eine gute Mischung aus Feingefühl, Organisationstalent und Durchhaltevermögen ist für eine umsichtige und erfolgreiche Lösungsstrategie sicherlich eine wertvolle Hilfe.

Zwischen Lärm und genussvoll erlebter Geräuschkulisse

Jeder Mensch empfindet die Schwelle zum Lärm anders. Zudem kommt, dass wir in verschiedenen Situationen unterschiedlich für Lärm oder Stille empfänglich sind. In einer Disco sucht man bewusst die laute Musik zum Abschalten und „Entspannen“. In einer Kirche zum Beispiel suchen Menschen einen Ort der Stille, können aber ebenso von einem akustisch raumfüllenden Konzert hingerissen sein.

Nicht immer sind wir von Vogelgezwitscher begeistert.

Manchmal sind wir von Vogelgezwitscher begeistert und lauschen gespannt den Tönen, dann wieder wollen wir uns konzentrieren und der Vogel vor unserem Fenster raubt uns den letzten Nerv.

Die Schwelle bzw. die individuellen Grenzen zwischen störendem Lärm und genussvoll erlebter oder gewünschter Geräuschkulisse werden immer vorhanden sein und damit wird eine zufriedenstellende Lösung zur Lärmreduktion bzw. -optimierung sehr komplex und oftmals nur mit einer vielschichtigen Lösungsstrategie und umfassender Einbeziehung der Beteiligten zu erreichen sein.

So muss das Thema Lärm aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Nicht nur medizinische und persönliche Aspekte sind relevant, sondern auch die Vorgaben des Arbeitnehmer*innenschutzes.

Geschädigtes Hörvermögen vermindert die Lebensqualität

Wenn man den Lärm auf eine körperliche und psychische Belastung reduziert, so können sowohl langanhaltender Lärm ab einem Dauerschallpegel von 80dB als auch ein kurzer Impulslärm ab 120dB zu Schädigungen im Ohr führen – und diese sind irreversibel, denn die Lärmschwingungen werden im Innenohr von feinen Haaren aufgenommen und weitergeleitet. Ist die Schwingung bzw. der Lärm zu groß, so bricht das Härchen ab und regeneriert sich auch nicht mehr. Es bleibt ein dauerhafter Schaden, der das Hörvermögen, speziell in vielfältigen Lärmsituationen wie bei Gesprächen in Gruppen in lauter Umgebung, negativ beeinflusst und die Lebensqualität vermindert.

Kollektiver Lärmschutz versus individuellem Gehörschutz

Speziell am Arbeitsplatz muss ab 80 bB ein Gehörschutz angeboten werden und ab 85 dB verpflichtend verwendet werden, dies ist beim Arbeiten mit Maschinen sehr oft der Fall.

Ab 85dB muss ein Gehörschutz verwendet werden.

Prinzipiell ist ein kollektiver Lärmschutz, also das Reduzieren von Lärm bzw. das Einhausen der Lärmquelle, dem individuellen Lärmschutz (Gehörschutz) aber vorzuziehen. Wie bereits oben erwähnt, sind speziell in Großraumbüros neben der Bereitstellung von Rückzugsbereichen und Besprechungsräumen schalldämmende Maßnahmen und begleitende Verhaltensregeln wichtig. Zusätzlich sind den Mitarbeiter*innen in Lärmbereichen unter bestimmten Voraussetzungen auch regelmäßige Untersuchungen der Hörfähigkeit anzubieten.

Beim erholsamen Schlaf ist erweisen, dass ein permanenter Geräuschpegel die Erholung deutlich reduziert und den Stresslevel kontinuierlich steigert. Das nachhaltige “körperliche und geistige Abschalten ist ohne akustisches Abschalten” kaum möglich. Ruhe ist hier ein unerlässlicher Baustein für unsere Gesundheit und eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit.

Dezibel-Tabelle:

Die Lautstärke Einheit wird in Dezibel (dB) gemessen. Der menschliche Hörbereich reicht von absoluter Stille 0 dB, über leises Flüstern 30 dB, bis hin zum ohrenbetäubenden Lärm eines Düsentriebwerkes 140 dB. Zwei gleichgroße Schalquellen erhöhen den Schallpegelzuwachs um 3 dB, das bedeutet, dass zum Beispiel zwei Bohrhämmer mit je 83 dB gemeinsam 86 dB (verpflichtendes Tragen eines Gehörschutzes!) ergeben. Daher macht es auch einen enormen Unterschied, ob ein Geschirrspüler mit 40 oder 43 dB angeschafft wird.

10dB: Blätterrauschen
30 dB: ruhige Bibliothek
50 dB: Unterhaltung, normale Zimmerlautstärke

 

 

 

 

 

 

 

75 dB: Fahrradglocke, Großraumbüro
80 dB: Rasenmäher, Zug
100 dB: Disco, Kreissäge
140dB: Düsenflugzeug

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IBG GmbH, gegründet 1995, ist mit über 165 MitarbeiterInnen, davon 70  ArbeitsmedizinerInnen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

Autor: Matthias Welkens, Ergotherapeut und Leiter des IBG-Bereiches Arbeitssicherheit und Ergonomie, beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Facetten des Arbeitnehmerschutzes und der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung.

Ansprechpartnerin: Renate Ruhaltinger-Mader
M +43 (676) 38 49 022, Email presse@ibg.at I office@fabelhaft.biz

Leise, bitte!

Für eine konzentrierte Tätigkeit wünschen wir uns Ruhe und eine leise Umgebung.  Aber weder in Großraumbüros noch im Homeoffice ist dies immer möglich.

Oft helfen interne Vereinbarungen und Regelungen.  Ausreichend Räumlichkeiten für den Rückzug bei lauteren Tätigkeiten wären zwar von Vorteil, sind aber nicht immer vorhanden. Denn auch das zeitweilige Zurückziehen in einen – noch so kleinen – Ruheraum bringt großen Nutzen für eine bessere Konzentration und reibungsfreie Zusammenarbeit.
Im Homeoffice ist dies mit all seinen Vorteilen aber deutlich komplexer und aufwendiger – denn hier sind nicht nur die unternehmerischen Aspekte sondern auch die familiären Bedürfnisse zu berücksichtigen. Eine gute Mischung aus Feingefühl, Organisationstalent und Durchhaltevermögen ist für eine umsichtige und erfolgreiche Lösungsstrategie sicherlich eine wertvolle Hilfe.

Zwischen Lärm und genussvoll erlebter Geräuschkulisse

Jeder Mensch empfindet die Schwelle zum Lärm anders. Zudem kommt, dass wir in verschiedenen Situationen unterschiedlich für Lärm oder Stille empfänglich sind. In einer Disco sucht man bewusst die laute Musik zum Abschalten und „Entspannen“. In einer Kirche zum Beispiel suchen Menschen einen Ort der Stille, können aber ebenso von einem akustisch raumfüllenden Konzert hingerissen sein.

Manchmal sind wir von Vogelgezwitscher begeistert und lauschen gespannt den Tönen, dann wieder wollen wir uns konzentrieren und der Vogel vor unserem Fenster raubt uns den letzten Nerv. Die Schwelle bzw. die individuellen Grenzen zwischen störendem Lärm und genussvoll erlebter oder gewünschter Geräuschkulisse werden immer vorhanden sein und damit wird eine zufriedenstellende Lösung zur Lärmreduktion bzw. -optimierung sehr komplex und oftmals nur mit einer vielschichtigen Lösungsstrategie und umfassender Einbeziehung der Beteiligten zu erreichen sein.

So muss das Thema Lärm aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Nicht nur medizinische und persönliche Aspekte sind relevant, sondern auch die Vorgaben des Arbeitnehmer*innenschutzes.

Geschädigtes Hörvermögen vermindert die Lebensqualität

Wenn man den Lärm auf eine körperliche und psychische Belastung reduziert, so können sowohl langanhaltender Lärm ab einem Dauerschallpegel von 80dB als auch ein kurzer Impulslärm ab 120dB zu Schädigungen im Ohr führen – und diese sind irreversibel, denn die Lärmschwingungen werden im Innenohr von feinen Haaren aufgenommen und weitergeleitet. Ist die Schwingung bzw.  der Lärm zu groß, so bricht das Härchen ab und regeneriert sich auch nicht mehr. Es bleibt ein dauerhafter Schaden, der das Hörvermögen, speziell in vielfältigen Lärmsituationen wie bei Gesprächen in Gruppen in lauter Umgebung, negativ beeinflusst und die Lebensqualität vermindert.

Kollektiver Lärmschutz versus individuellem Gehörschutz

Speziell am Arbeitsplatz muss ab 80bB ein Gehörschutz angeboten werden und ab 85dB verpflichtend verwendet werden, dies ist beim Arbeiten mit Maschinen sehr oft der Fall.  Prinzipiell ist ein kollektiver Lärmschutz, also das Reduzieren von Lärm bzw. das Einhausen der Lärmquelle, dem individuellen Lärmschutz (Gehörschutz)aber vorzuziehen. Wie bereits oben erwähnt, sind speziell in Großraumbüros, neben der Bereitstellung von Rückzugsbereichen und Besprechungsräumen, schalldämmende Maßnahmen und begleitende Verhaltensregeln wichtig. Zusätzlich sind den Mitarbeiter*innen in Lärmbereichen unter bestimmten Voraussetzungen auch regelmäßige Untersuchungen der Hörfähigkeit anzubieten.

Beim erholsamen Schlaf ist erweisen, dass ein permanenter Geräuschpegel die Erholung deutlich reduziert und den Stresslevel kontinuierlich steigert. Das nachhaltige “körperliche und geistige Abschalten ist ohne akustisches Abschalten” kaum möglich. Ruhe ist hier ein unerlässlicher Baustein für unsere Gesundheit und eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit.

Dezibel-Tabelle:

Die Lautstärke Einheit wird in Dezibel (dB) gemessen. Der menschliche Hörbereich reicht von absoluter Stille 0dB, über leises Flüstern 30dB, bis hin zum ohrenbetäubenden Lärm eines Düsentriebwerkes 140dB. Zwei gleichgroße Schallquellen erhöhen den Schallpegelzuwachs um 3db, das bedeutet, dass zum Beispiel zwei Bohrhämmer mit je 83dB gemeinsam 86dB (verpflichtendes Tragen eines Gehörschutzes!) ergeben. Daher macht es auch einen enormen Unterschied, ob ein Geschirrspüler mit 40 oder 43dB angeschafft wird.

 

10dB: Blätterrauschen
30dB: ruhige Bibliothek
50dB: Unterhaltung, normale Zimmerlautstärke
75dB: Fahrradglocke, Großraumbüro
80dB: Rasenmäher, Gewitter, Zug
100dB: Disco, Kreissäge
140dB: Düsenflugzeug
tipps für ein ergonomisches Homeoffice

OÖNachrichten

Zehn Tipps für ein ergonomisches Homeoffice

Bewegungsmangel, suboptimale ergonomische Arbeitsplätze – mit einfachen Maßnahmen kann man leicht Besserung erzielen. Ergotherapeut und Leiter des IBG-Bereichs Arbeitssicherheit und Ergonomie, Matthias Welkens, gibt  in den OÖ Nachrichten Tipps, wie man aus einem statischen Arbeitsplatz einen dynamischen machen kann.

Experte: Matthias Welkens

Zum Beitrag

meiheimat.at

Ergonomie: Gesund im Homeoffice

Zuhause ist alles anders. Weniger automatische Bewegung, oft nur suboptimale ergonomische Ausrüstung in den eigenen vier Wänden, ständige Ablenkung und Unterbrechung u.v.m. IBG Experte und Ergotherapeut Matthias Welkens gibt Tipps, wie man diesen neuen Herausforderungen mit kleinen Maßnahmen, die leicht in den Arbeitsalltag integrierbar sind, entgegenwirken kann.

Experte: Matthias Welkens

weiters erschien dieser Beitrag in:

top-news.at

brandaktuell.at

presseforum.at

meinbezirk.at

 

Ergonomie: Gesund im Homeoffice

  • Viele Mitarbeiter*innen arbeiten nun schon seit Monaten im Homeoffice.
  • Damit einhergehend bedeutet das für viele Menschen Bewegungsmangel, der zunehmend zur Belastung werden kann.
  • Mit einfachen Maßnahmen kann man leicht Besserung erzielen.

Wien, 30.3.2021.  Zuhause ist alles anders. Weniger automatische Bewegung über den Tag verteilt, weil der Weg zur Küche nicht mehr so weit ist, der Drucker nun auf dem Schreibtisch steht, keine Kolleg*innen da sind, die zum Kaffee oder zum Aufstehen »einladen«. Hinzu kommt die oft suboptimale ergonomische Ausrüstung in den eigenen vier Wänden. Von einem perfekt eingerichteten Arbeitszimmer bis hin zum improvisierten Arbeitsplatz am Küchentisch, vielleicht auch noch geteilt mit dem Partner oder den Kindern. Ablenkungen, selbst auferlegter Druck des ständig Erreichbar seins und des Leistung bringens können zusätzliche Probleme bereiten. Doch einigen dieser neuen Herausforderungen können wir mit kleinen Maßnahmen, die leicht in den Arbeitsalltag integrierbar sind, entgegenwirken.


Wie Sie aus dem statischen Arbeitsplatz einen dynamischen machen

  • Sitzposition wechseln:
    immer die nächste Sitzhaltung ist die Beste
  • Beim Telefonieren aufstehen
  • Tätigkeits- und Positionswechsel sowie Bewegung(sübungen) sind wie Sonnenstrahlen – diese müssen regelmäßig Kleben Sie sich einen gelben Punkt an den Bildschirmrand, um an die positiven Sonnenstrahlen erinnert zu werden
  • Die Bewegungsmuster aus der Arbeit auch im Homeoffice einbauen
  • Längere Wege in die Küche/Drucker/ WC: machen Sie z.B. eine extra Runde um den Küchentisch
  • Gönnen Sie sich trotz allem eine Kaffeepause, vielleicht hilft dabei ein virtueller Kollege, der einen zum Kaffee abholt
  • Simulieren Sie den Weg in die Arbeit und nach Hause, z.B. durch einen Nachmittagsspaziergang in der Natur oder einer Runde um den Häuserblock

So beugen Sie etwaigen Fehlbelastungen des Bewegungsapparats vor

Die ergonomischen Grundregeln mit der 90°-Referenzhaltung gelten im Homeoffice genauso wie im Büro.

Ergonomische Beratung per Video-Call

Aufgrund von prolongierten Homeoffice Lösungen sind in der momentanen Situation Begehungen nach ASchG nur bedingt möglich, daher greifen immer mehr Unternehmen zu Online-Angeboten, die ihre Mitarbeiter*innen bei der richtigen Gestaltung ihres Arbeitsplatzes unterstützen. Eine Möglichkeit ist die ergonomische Online-Beratung. Im Rahmen von Video-Calls werden mit Ergonom*innen online Gestaltungsmöglichkeiten auf Basis der bestehenden- Gegebenheiten, Tipps für mögliche Hilfsmittel sowie individuelle Ausgleichsübungen je nach Beschwerden besprochen. So gelingt gesundes Arbeiten auch zuhause.

 

Autor: Matthias Welkens, Ergotherapeut und Leiter des IBG-Bereiches Arbeitssicherheit und Ergonomie, beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Facetten des Arbeitnehmerschutzes und der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung.

IBG GmbH, gegründet 1995, ist mit über 165 MitarbeiterInnen, davon 70  ArbeitsmedizinerInnen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

Ansprechpartnerin: Renate Ruhaltinger-Mader
M +43 (676) 38 49 022, Email presse@ibg.at I office@fabelhaft.biz

 

 

 

 

Rückenpflege ist wie Zahnpflege: einfach, regelmäßig und effektiv

Wir sind bewegte Wesen. Trotzdem fällt es im Arbeitsalltag vielen Menschen schwer, sich regelmäßig zu bewegen. Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir unbewegt. Wir sitzen oder stehen. Umso wichtiger ist es, in den zumeist statischen Alltag Bewegung zu bringen. Aber auch wenn wir einen sehr »bewegten« bzw. körperlich anstrengenden Arbeitsalltag haben, heißt das noch lange nicht, dass wir unserem Körper etwas Gutes tun. Oftmals schleichen sich in der Routine Fehl-, Zwangs- oder Schonhaltungen ein und erschweren uns das Leben. Ein dynamischer Ausgleich wird immer wichtiger. Der »Tag der Rückengesundheit« am 15.März, wäre ein guter Anstoß, mit Bewegung unter Anleitung zu beginnen. IBG-Partner Fitness goes Office lädt Sie am 15.3.2021 in der Zeit von 12:30 bis 12:45 zu einem Live Online Training ein. 15 Minuten für Ihre Rückengesundheit täglich können viel bewegen.

Trainieren Sie mit! Am 15.3. von 12:30 bis 12:45 live auf YouTube.
  • Rückenpflege ist wie Zahnpflege – einfach, regelmäßig und effektiv
  • Die Grundfunktionen unserer Wirbelsäule sind Stabilisierung, Beweglichkeit und Unterstützung. Daraus resultieren auch die Anforderungen an uns, unserer Wirbelsäule etwas Gutes zu tun und der statischen Arbeit bzw. Zwangshaltungen entgegenzuwirken: Dehnen, Bewegen, Kräftigen
  • 3×5=15: mit dieser einfachen Formel lässt sich unsere Wirbelsäule optimal unterstützen. 3 mal am Tag 5 Minuten Rückenübungen sind 15 Minuten für Ihre Rückengesundheit
  • Inputs für langes Sitzen: Sitzhaltung ändern, im Stehen telefonieren, bewusst lange Sitzphasen durch Bewegung unterbrechen
  • Haltung am Arbeitsplatz: rückengerechtes Heben und Tragen; Verwendung von Hilfsmitteln

Mehr dazu: Unsere Wirbelsäule – eine wichtige Stütze

Anwendungsmöglichkeiten von Exoskeletten in der Industrie

In jüngster Zeit sind zahlreiche Typen von Exoskeletten für den industriellen Einsatz auf den Markt gekommen und dieser Trend hält an. Wo können heute Exoskelette in Industrie und Gewebe eingesetzt werden, welche Vorteile bieten sie und auf welche möglichen Nachteile ist zu achten?

Exoskelette (exo = außen) sind am Körper getragene Assistenzsysteme, die die Belastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beim Bewegen von Lasten reduzieren und helfen, ungünstige Körperhaltungen zu vermeiden.

Dr. Manfred Lindorfer 

»Exoskelette in der Arbeitswelt sollen den Kraftaufwand reduzieren, körperliche Überforderung verhindern, Leistung verbessern und die Unfallgefahr senken.«

Diese Stützsysteme werden in der medizinischen Rehabilitation und im militärischen Bereich seit Längerem eingesetzt. Mittlerweile sind auch verschiedene Exoskelette für den industriellen Bereich auf dem Markt, wobei die Grenzen der Einsatzbereiche verschwimmen. Die Systeme lassen sich nach Wirkmechanismus, unterstützter Körperregion, Einsatzzweck und anderen Kriterien unterscheiden.

Aktive und passive Exoskelette

Aktive Exoskelette verfügen über sensorgesteuerte, aktive elektrische oder pneumatische Antriebe, die eine mechanische Unterstützung für bestimmte Körperregionen liefern. Da diese eine Energieversorgung benötigen, sind aktive Exoskelette wesentlich teurer und schwerer als die kleineren passiven Typen. Bei passiven Exoskeletten erfolgt die Entlastung bestimmter Körperregionen rein mechanisch, indem die auftretenden Kräfte durch Federsysteme auf andere Körperregionen umgeleitet werden. Passive Exoskelette benötigen keine Energieversorgung und sind daher leichter und billiger.

Anwendungsbereiche von Exoskeletten in Gewerbe und Industrie

Während es beim Einsatz von Exoskeletten im Sport und beim Militär darum geht, eine Leistungssteigerung zu erzielen, sollen im Arbeitsumfeld primär mechanische Auswirkungen körperlicher Tätigkeiten auf den Organismus reduziert und damit Tätigkeiten erleichtert werden. Einer der Haupteinsatzbereiche von Exoskeletten ist das Heben und Tragen schwerer Lasten, bei denen die entsprechenden Modelle den Rücken um bis zu 50 Prozent entlasten können. Ebenfalls entlastend wirken Exoskelette bei Arbeiten in Zwangshaltungen wie kniender Position oder Über-Kopf-Tätigkeit. Ein weiteres Anwendungsgebiet besteht bei Tätigkeiten mit statischer Haltungsarbeit wie beispielsweise in vorgebeugter Körperhaltung an einem Fließband oder bei medizinischen Eingriffen im Operationssaal.

©Bioservo-Ironhand Verstärkung der Greifkraft durch die Bioservo-Ironhand.

Grundsätzlich sind im Arbeitnehmerschutz die technischen Maßnahmen immer den personenbezogenen Lösungen vorzuziehen (TOP-Prinzip). Bei der Verwendung von Exoskeletten handelt es sich um personenbezogene Maßnahmen, die nur dort eingesetzt werden sollen, wo keine anderen technischen oder organisatorischen Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Primäre Einsatzbereiche von Exoskeletten sind daher nichtstationäre Arbeitsplätze (z. B. Zustelldienst, Rettungsdienst, u. a.) oder Bereiche, in denen keine anderen technischen Hilfsmittel (wie zum Beispiel Scherenhubtische, Gabelstapler, Vakuumheber) zur Verfügung stehen.

Unterstützung beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM)

Exoskelette werden in der medizinischen Rehabilitation bereits seit vielen Jahren erfolgreich verwendet. Auch das BEM ist ein möglicher Einsatzbereich von Exoskeletten, wenn in Abstimmung mit Arbeitsmedizinerinnen und -medizinern bzw. Therapeutinnen und Therapeuten Einsatzmöglichkeiten im Betrieb festgelegt werden. Beispielsweise können Personen nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Operation durch ein rückenschonendes Exoskelett unterstützt und früher wieder in den Arbeitsprozess integriert werden.

Wirkungsweise passiver und aktiver Systeme

Passive Federsysteme entlasten die Rückenmuskulatur, indem sie die Körperenergie auf die Oberschenkel umleiten. Hierzu wird ein Teil des wirkenden Lastgewichts auf ein Brust-Pad übertragen und über eine Federung mit Gasdruckdämpfern auf die Oberschenkel umgeleitet. Zugleich unterstützt die Rückstellkraft der Dämpfungsfeder auch das Aufrichten des Oberkörpers. Der Federmechanismus lässt sich jederzeit deaktivieren, sodass normale Körperhaltungen wie Gehen, Radfahren oder Staplerfahren möglich sind, ohne dass das Exoskelett abgelegt werden muss. Verschiedenartige Exoskelette können mit ihrer mechanischen Funktion sowohl Gliedmaßen wie auch Rumpf stabilisieren, entlasten, ruhigstellen, korrigieren, immobilisieren, oder sogar ausgefallene Körperfunktionen ersetzen. Aktive Systeme verfügen üblicherweise über Elektromotoren, die bestimmte Bewegungen unterstützen. Wie beschrieben, sind diese mit Akkus ausgestattet und haben daher ein höheres Eigengewicht.

Typische Einsatzmöglichkeiten von Exoskeletten in Industrie und Gewerbe

Rückenunterstützende Exoskelette
  • Materialentnahmen aus Maschinen
  • Warenentnahme aus Regalen
  • Verpackung und Versand
  • Rettungs- und Paket-Zustelldienst
Exoskelette mit Armunterstützung
  • Arbeiten an der Zimmerdecke
  • Mechanikerarbeiten an der Unterseite von Autos
  • Über-Kopf-Montagearbeiten
Exoskelette mit Beinunterstützung
  • Montagearbeitsplätze
  • Arbeiten in einem Kleinteilemagazin
  • MotorradmechanikerInnen

Beispiele für Exoskelette

In letzter Zeit sind zahlreiche Typen für den industriellen Einsatz auf den Markt gekommen, und dieser Trend hält an. Die verwendeten Abbildungen in diesem Artikel zeigen beispielhaft verschiedene Typen und Einsatzmöglichkeiten, sind als Anregung zu sehen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

@noomee, ExoZeroG. Sitzen wo immer man möchte, mit dem Chairless Chair.

Nachteile von Exoskeletten

Das An- und Ablegen von Exoskeletten ist meist umständlich. Speziell in Kombination mit Schutzkleidung kann es lange dauern. Dieser zeitliche Aufwand kann die Nutzerakzeptanz massiv einschränken. Manchmal werden die körperliche Einengung durch die Zuggurte sowie Druck und Reibung vor allem im Bereich der Körperkontaktstellen an Schultern, Brust und Oberschenkeln als unangenehm empfunden. Außerdem schränken ausladende Holme, Riemen etc. beim Ein-und Aussteigen in einen Gabelstapler oder an engen Stellen ein.

Zu beachten ist auch die Verschmutzung, welche unter Umständen zur Funktionseinschränkung des Exoskeletts führen kann.

©SuitX Das SuitX wird über der normalen Arbeitskleidung getragen.

Das im Arbeitsmedizinischen Zentrum Chemiepark Linz verwendete Exoskelett (Suitx) ließ sich in dieser Hinsicht vom Düngerstaub durch Abblasen mit Druckluft gut reinigen. Schwieriger wird die Angelegenheit aber bei extremen Arbeitsbedingungen wie bei Sprühnebel, Zement oder aggressiven Substanzen.

Letztendlich ist der finanzielle Aufwand für die Anschaffung von Exoskeletten erheblich. Passive Exoskelette liegen im Bereich von etwa 3.000 bis 8.000 Euro, aktive Exoskelette oft noch erheblich darüber.

Mögliche Schädigungen und Langzeitfolgen

Mögliche Gesundheitsgefahren, die durch den Einsatz von Exoskeletten entstehen, sind schwer zu beurteilen, da es zu diesen Fragen noch keine Langzeituntersuchungen gibt. So könnte zum Beispiel das Tragen eines Exoskeletts über einen längeren Zeitraum zu Muskelabbau in den entlasteten Körperregionen führen. Andererseits könnten stark druckbelastete Regionen infolge schlechterer Durchblutung einen Schaden erleiden. Infolge der Lastumverteilung auf andere Muskelgruppen wären muskuläre Dysbalancen möglich. Psychische Aspekte wurden bisher nicht erforscht.

Sicherheitstechnische Aspekte

Wie bereits erwähnt, gelten Exoskelette als persönliche Unterstützung und sollten aufgrund des TOP-Prinzips nur dort eingesetzt werden, wo keine technische oder organisatorische Lösung möglich oder sinnvoll ist (Gabelhubwagen, Scherenhubtische, Vakuumheber …)

©eksoBionics Fast müheloses Handling eines schweren Bohrhammers mit dem ExoZeroG.

Gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz müssen bei der Verwendung von Exoskeletten eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt sowie wichtige Schutzmaßnahmen definiert und umgesetzt werden. Nachstehend einige Beispiele für Gefahren, die sicherheitstechnisch evaluiert werden müssen:

  • mögliche Fehlfunktionen von aktiven Exoskeletten mit pneumatischen oder elektrischen Antrieben, die zu Verletzungen führen könnten
  • Fehlfunktionen infolge Fehlbedienung
  • Sturz- und Stolperunfälle (z. B. beim Flüchten)
  • Hängenbleiben mit Schlaufen, Drähten und Bändern
  • rasches Ablegen des Exoskeletts im Gefahrenfall
  • Verletzungsgefahr durch Fehlbedienung

Zusammenfassung

Exoskelette sind am Körper getragene Stützstrukturen, die die Belastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beim Bewegen von Lasten reduzieren und helfen, ungünstige Körperhaltungen zu vermeiden. Der Artikel gibt eine Übersicht über die für den beruflichen Einsatz angebotenen Systeme von Exoskeletten für verschiedene Körperbereiche.

Nähere Informationen über einzelne Produkte erhalten Sie über die Seite Exoskeleton-Report.

Gastbeitrag von Dr. Manfred Lindorfer  erschienen im Magazin Sichere Arbeit, Ausgabe 1/2021. Der Autor ist Arzt für Arbeitsmedizin und Leiter des IBG Arbeitsmedizinisches Zentrum Chemiepark Linz

Zum Beitrag