Kategorie: Arbeitspsychologie

Arbeitspsychologie

KSV Forum

Wenn psychische Belastung zur Kostenfrage wird

Psychische Belastungen wirken sich nicht nur auf die Gesundheit von Mitarbeitenden aus, sondern auch auf Produktivität und Unternehmenserfolg. Im aktuellen KSV1870 FORUM spricht Regina Nicham, Leiterin Arbeits- und Organisationspsychologie bei IBG, über oft unterschätzte Folgen wie Präsentismus, Konzentrationsverlust, höhere Fehlerquoten und Konflikte im Team.

Ein wesentlicher Hebel ist Prävention – und eine Unternehmenskultur, in der psychische Belastungen offen angesprochen werden können. Denn, so Nicham: „Prävention lässt sich nicht immer unmittelbar beziffern – die Folgekosten von Nichtstun werden dafür oft umso sichtbarer.“

Lesen Sie den gesamten Beitrag „Wenn psychische Belastung zur Kostenfrage wird“ im KSV1870 FORUM 03/2026, Seiten 14–15.

Expertin: Regina Nicham

Autorin: Christina Mothwurf

Zum Beitrag Seite 14,15

Arbeitsfreude kennt kein Alter – gesund und leistungsfähig in jeder Lebensphase

Gemeinsam gesund durch eine Arbeitswelt im Wandel

Die Arbeitswelt verändert sich rasant: Neue Technologien, steigende Anforderungen und kontinuierlicher Wandel prägen unseren beruflichen Alltag. Gleichzeitig arbeiten heute mehrere Generationen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kompetenzen und Bedürfnissen Seite an Seite.

Mit zunehmenden Berufsjahren stellt sich daher die Frage: Wie können Gesundheit, Motivation und Arbeitsfähigkeit langfristig erhalten werden?

Was brauchen Mitarbeiter:innen, um auch in späteren Berufsphasen mit Freude und Gelassenheit am Ball zu bleiben? Und wie gelingt es, die Stärken unterschiedlicher Generationen zu nutzen und wertvolles Erfahrungswissen weiterzugeben?

Bewusstsein schaffen und neue Perspektiven eröffnen

Sensibilisierungsworkshop

Genau hier setzt unser Angebot an. In 1,5 bis 2 Stunden schaffen wir Bewusstsein für das Älterwerden im Arbeitskontext und vermitteln praxisnahe Impulse für eine

  • gesundheitsförderliche Arbeits- und Erholungsgestaltung,
  • generationen-übergreifende Zusammenarbeit und einen
  • gelassenen Umgang mit dem Älterwerden.

Ziele des Workshops

  • Erfahrungen und Kompetenzen älterer Mitarbeiter:innen wertschätzen und nutzen
  • Generationenübergreifende Zusammenarbeit fördern
  • Gesundheit und Arbeitsfähigkeit stärken
  • Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit langfristig sichern

Mehrwert für Mitarbeiter und Unternehmen

Nutzen für ihr Unternehmen

  • Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis zwischen den Generationen stärken
  • Arbeitsfähigkeit und Motivation über unterschiedliche Berufsphasen hinweg fördern
  • Wertvolles Erfahrungswissen im Unternehmen erhalten und weitergeben
  • Einen Beitrag zu langfristiger Mitarbeiter:innenbindung und nachhaltiger Arbeitsfähigkeit leisten

Flexibel, praxisnah und auf Ihr Unternehmen abgestimmt

Dieser Workshop richtet sich an Mitarbeiter:innen und Führungskräfte und kann online oder in Präsenz durchgeführt werden. Gerne erstellen wir für Sie ein unverbindliches und individuelles Angebot. Kontaktieren Sie dazu bitte unser Kundenservice unter kundenservice@ibg.at oder telefonisch unter 01/524 37 51-19.

Gesund und mit Freude in jeder Lebensphase arbeiten

Wir freuen uns, wenn wir Sie und Ihre Mitarbeiter:innen dabei begleiten dürfen, in jeder Lebensphase gesund und mit Freude zu arbeiten.

Erste Hilfe für die Seele

Ein Kollege bricht am Arbeitsplatz zusammen. Ein schwerer Unfall passiert auf dem Weg ins Büro. Oder eine Nachricht verändert von einem Moment auf den anderen alles. Psychische Ausnahmesituationen kommen meist ohne Vorwarnung. Umso wichtiger ist es, in den ersten Minuten und Stunden richtig zu reagieren. Während die Grundlagen der körperlichen Ersten Hilfe vielen Menschen vertraut sind, herrscht bei psychischen Krisen oft Unsicherheit: Was soll ich sagen? Was kann ich tun? Kann ich durch eine falsche Reaktion die Situation sogar verschlimmern?

Psychologische Erste Hilfe bedeutet nicht, Therapeut sein zu müssen.

Es geht zunächst darum, Sicherheit zu vermitteln, Orientierung zu geben und einen Menschen in einer akuten Belastungssituation nicht allein zu lassen. Darüber spricht Barbara Amon-Zsaitsits, zertifizierte Notfallpsychologin und Gesundheits-, Arbeits- und Organisationspsychologin bei IBG, im Podcast „Erste Hilfe für die Seele“ von DIE MACHER.

Wenn der Körper auf Alarm schaltet

In einer außergewöhnlichen Belastungssituation reagiert unser Organismus innerhalb kürzester Zeit. Das Gehirn schaltet auf Alarm, Stresshormone werden ausgeschüttet und der Körper bereitet sich darauf vor, mit der Bedrohung umzugehen. Typische Reaktionen werden häufig mit Fight, Flight oder Freeze beschrieben: kämpfen, flüchten oder erstarren. Betroffene können deshalb sehr unterschiedlich reagieren. Manche werden hektisch und aktiv, andere ziehen sich zurück oder wirken wie eingefroren. Auch Konzentrationsprobleme, Erinnerungslücken oder Schwierigkeiten, klare Entscheidungen zu treffen, können auftreten.

Wichtig ist: Solche Reaktionen sind in einer außergewöhnlichen Situation zunächst normale Reaktionen des menschlichen Organismus.

Psychologische Erste Hilfe: Look, Listen, Link

Eine hilfreiche Gedächtnisstütze für den Ernstfall sind die „3 Ls“: Look, Listen, Link.

  • Look – hinschauen: Was ist passiert? Ist die Situation sicher? Wer braucht unmittelbar Unterstützung? Zunächst geht es darum, sich einen Überblick zu verschaffen und weitere Gefahren möglichst auszuschließen.
  • Listen – zuhören: Betroffenen Aufmerksamkeit schenken, ruhig bleiben und zuhören. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell Lösungen zu präsentieren oder das Erlebte zu bewerten. Oft ist es bereits eine wichtige Unterstützung, präsent zu sein und dem Gegenüber das Gefühl zu vermitteln: Du bist jetzt nicht allein.
  • Link – verbinden: Welche weitere Unterstützung wird benötigt? Das kann eine vertraute Person sein, aber auch professionelle medizinische, psychologische oder psychosoziale Hilfe. Psychologische Erste Hilfe bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu kennen und bei Bedarf weitere Unterstützung zu organisieren.

Was Führungskräfte und KollegInnen tun können

Gerade im Arbeitsumfeld können Führungskräfte und KollegInnen nach belastenden Ereignissen eine wichtige Rolle spielen. Sie müssen dabei keine psychologische Behandlung übernehmen. Gefragt sind vielmehr Ruhe, Klarheit und menschliche Präsenz. Hilfreich ist es, für Sicherheit und Orientierung zu sorgen, verständlich zu kommunizieren und konkrete nächste Schritte anzubieten. Gleichzeitig sollte niemand dazu gedrängt werden, unmittelbar und ausführlich über das Erlebte zu sprechen.

Auch die Helfenden selbst dürfen dabei nicht vergessen werden. Wer andere Menschen in einer Krise unterstützt oder selbst Zeuge eines belastenden Ereignisses wird, kann ebenfalls stark gefordert sein. Selbstfürsorge und professionelle Unterstützung sind deshalb kein Nebenthema, sondern Teil eines verantwortungsvollen Umgangs mit Krisensituationen.

SOS für die Seele

Als einfache Formel für den Ernstfall lässt sich SOS merken:

  • Sicherheit schaffen.
  • Orientierung geben.
  • Stabilisierung ermöglichen.

Psychologische Erste Hilfe muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, wahrzunehmen, was ein Mensch in diesem Moment braucht, Ruhe zu vermitteln und Unterstützung verfügbar zu machen. Die wichtigste Botschaft: Niemand muss Therapeut sein, um einem Menschen in einer akuten Krise beizustehen. Manchmal beginnt wirksame Hilfe mit etwas sehr Einfachem – da sein und da bleiben.

Mehr zum Thema erzählt Barbara Amon-Zsaitsits im Podcast „Erste Hilfe für die Seele“ von DIE MACHER.

Die Macher: Erste Hilfe für die Seele

Die zertifizierte Notfallpsychologin Barbara Amon-Zsaitsits von IBG ist zu Gast im Podcast von DIE MACHER. Sie ist außerdem Gesundheits-, Arbeits- und Organisationspsychologin. Im Gespräch geht es um die Frage: Wie können wir helfen, wenn die Seele akut in Not gerät? Barbara Amon-Zsaitsits erklärt, was bei einem psychischen Notfall in Körper und Gehirn passiert. Auch Reaktionen wie Fight, Flight oder Freeze werden thematisiert. Sie sind in Ausnahmesituationen zunächst ganz normal.

Doch wie können Führungskräfte, Kollegen und Ersthelfer konkret unterstützen? Eine einfache Orientierung bieten die „3 Ls“ der psychologischen Ersten Hilfe: Look, Listen, Link. Das bedeutet: hinschauen, zuhören und Betroffene mit der passenden Unterstützung verbinden.

Im Podcast geht es auch um verbreitete Mythen rund um Notfallpsychologie und suizidale Gedanken. Eine weitere praktische Hilfe ist die SOS-Formel: Sicherheit, Orientierung, Stabilisierung. Sie zeigt, worauf es in einer akuten Krisensituation ankommt.Die zentrale Botschaft: Man muss kein Therapeut sein, um in einer Krise zu helfen. Oft beginnt Unterstützung ganz einfach. Ruhig bleiben, Orientierung geben und für den betroffenen Menschen da sein.

Expertin: Barbara Amon-Zsaitsits

Zum Beitrag

Für mehr Entspannung im Alltag

Unser Leben ist vom ständigen Wechsel aus Anspannung und Entspannung (z.B. Wachzustand–Schlaf) geprägt. Heutzutage werden viele Leiden durch erhöhten Stress verursacht, weshalb es wichtig ist, sich durch (aktive) Entspannung vor Überlastung zu schützen. Bereits kleine Dinge können im Alltag große Wirkung erzielen.

Wo gibt es bei Ihnen die Möglichkeit mehr Entspannung in den Alltag zu bringen?

  • Kurzpausen:

Kurze Pausen entzerren den Alltag und reduzieren die Arbeitsintensität.
Nutzen Sie 2-5 minütige Pausen, um einmal durchzuatmen oder sich zu strecken.

  • Innehalten:

Nutzen Sie „stille Momente“ (z.B. beim Warten auf die U-Bahn), um in sich hineinzuspüren: Was könnten Sie sich jetzt Gutes tun? Welches Bedürfnis haben Sie gerade?
Wie geht es Ihrem Körper? Gibt es einen Bereich, den Sie besonders gut wahrnehmen?

  • Me-Time:

Nehmen Sie sich auch einmal Zeit für sich. Vereinbaren Sie einen Termin mit sich selbst und tragen Sie ihn in den Kalender ein. Überfragt, was Sie da tun sollen? Vielleicht hilft es, wenn Sie daran denken, was Ihnen „früher“ Spaß gemacht hat.

  • Handyfrei/Offline:

Versuchen Sie bewusst auch immer wieder eine Handy- / Tablet- / Laptop-freie Zeit einzubauen (z.B. 10min, 1 Stunde).

  • Schlafhygiene:

Lassen Sie das Schlafen nicht zu kurz kommen und vermeiden Sie dabei störende Einflüsse wie Handy und Fernseher.

  • Wellness@Home:

Greifen Sie auf körperliche Entspannungsmöglichkeiten zuhause zurück, z.B. warmes Bad, Beauty-Anwendungen oder Akkupressurmatten.

  • Aktive Entspannungsübungen:

Probieren Sie auch einmal eine Entspannungsübung aus, z.B. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Fantasiereisen. Anleitungen lassen sich leicht als Online-Video finden.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen entspannten Tag!

 

Schalten Sie einfach mal ab!

Immer mehr Menschen gelingt es nicht mehr nach der Arbeit so richtig  abzuschalten und den Feierabend zu genießen.

Ein Grund dafür ist die durch moderne Medien und neue Technik (Umgang mit der ständigen Erreichbarkeit) immer häufiger verschwimmende Grenze zwischen Arbeit und Freizeit sowie eine negative Auswirkung auf die Erholungsfähigkeit. Wie kann es gelingen, bewusster zwischen Arbeit und Freizeit zu trennen und „besser“ abzuschalten:

  • Etablieren Sie ein Abschaltritual. Nutzen Sie die letzten fünf Minuten des Arbeitstages, um sich auf die Erfolge des Tages zu fokussieren oder verwenden Sie den Heimweg für Ihre Lieblingsmusik.
  • Kleine Alltagsrituale helfen, die Arbeit innerlich abzuhaken und einen Übergang zur Freizeit zu markieren, z.B. Tisch aufräumen, Auto bewusst absperren, Arbeitstasche abstellen, … und dabei denken „Das war‘s für heute.“
  • Unerledigte Aufgaben erschweren oft das Abschalten und Loslassen: Schreiben Sie alles Unerledigte oder Gedanken auf – damit ist der Kopf freier und entlasteter.
  • Achtsamkeit üben: sich hinsetzen und zur Ruhe kommen, den Atemrhythmus und den Puls beobachten
  • Digital Detox: Wenn möglich, schalten Sie das Diensthandy außerhalb der Arbeitszeit aus bzw. stellen Sie zumindest die Benachrichtigungsfunktion beim Eingang neuer E-Mails ab.
  • Gestalten Sie Ihre Freizeit bewusst und vereinbaren Sie auch Termine mit sich selbstJ
  • Körperliches Training und Verbesserung der eigenen Fitness kann ebenso helfen.

 

Stressfreie Rückkehr in den Arbeitsalltag

Hunderte Emails, die darauf warten bearbeitet zu werden, ein Anruf nach dem anderen und stapelweise Unterlagen, die sich während des Urlaubs auf deinem Schreibtisch angehäuft haben. Kein Stress bei der Rückkehr aus dem Urlaub!?

Aber wie?

  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Ankommen anstatt sich gleich in Arbeit zu stürzen, kommen Sie z.B. schon am Samstag zurück, damit der erste Tag nach der Rückkehr nicht gleichzeitig der erste Arbeitstag ist.
  • Vielleicht gibt es die Möglichkeit des Homeoffice, die Sie am ersten Tag nutzen können. So könnten Sie sich entspannt durch die vielen Emails lesen und sich einen Überblick verschaffen.
  • Hilfreich kann auch sein, sich eine Prioritäten-Liste zu setzen.
  • Kommunizieren Sie eine spätere Rückkehr, v.a. an jene Kund:innen und Kolleg:innen, mit denen Sie nicht unmittelbar zusammenarbeiten.
  • Planen Sie wichtige Termine ab Ende der ersten oder ab der zweiten Arbeitswoche So bewahren Sie sich die neu gewonnene Energie!
  • Es kann auch hilfreich sein, die Gewohnheiten aus dem Urlaubsalltag in den Arbeitsalltag zu integrieren, z.B. Mittagessen beim Griechen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine entspannte Rückkehr!

Lärm und Leistung

Lärm zählt zu den zentralen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, insbesondere in Großraumbüros. Störende Geräusche beeinträchtigen die Konzentration, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.

Dadurch steigt die mentale Belastung, die Fehleranfälligkeit und die Erschöpfung. Langfristig erhöht sich auch das Stressrisiko. Dabei ist nicht nur die Lautstärke entscheidend, sondern auch, wie vorhersehbar und kontrollierbar Geräusche wahrgenommen werden.

Gemeinsam mit der Technischen Universität Wien setzte IBG deshalb einen Schwerpunkt zum Thema Lärm am Arbeitsplatz. Im Rahmen eines Aktionstags informierten Expert:innen aus den Bereichen Arbeitsmedizin, Ergonomie und Arbeitspsychologie über die Auswirkungen von Lärm am Arbeitsplatz und wirksame Maßnahmen – von der Raumakustik über organisatorische Lösungen bis hin zu einer achtsamen Kommunikationskultur und individuellen Strategien wie Fokuszeiten oder Mikropausen.

Lärmprävention ist ein wichtiger Faktor für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und erfolgreiche Zusammenarbeit. Sie erfordert mehr als nur technische Maßnahmen: Es braucht auch Bewusstsein, klare Leitlinien für die Zusammenarbeit und Raum für konzentriertes Arbeiten. IBG unterstützt Unternehmen mit maßgeschneiderten Angeboten dabei, nachhaltige Lösungen für mehr Konzentration, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag zu entwickeln und zu etablieren.

(c)https:pexels, karola-g

Gönn deinem Gehirn eine Pause – warum Nichtstun produktiver macht, als wir denken

Die Mittagspause wird ausgelassen, das nächste Meeting wartet bereits. Am Abend wird noch schnell durch Social Media gescrollt, statt wirklich abzuschalten. Pausen gelten in unserer Leistungsgesellschaft oft als Luxus oder sogar als Zeichen von Schwäche. Dabei zeigt die Wissenschaft längst: Unser Gehirn braucht regelmäßige Erholungsphasen, um leistungsfähig, kreativ und gesund zu bleiben.

Viele Menschen glauben, möglichst lange und ohne Unterbrechung arbeiten zu müssen, um produktiv zu sein. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall. Unser Gehirn arbeitet nicht unbegrenzt auf Hochtouren. Spätestens nach etwa 90 Minuten intensiver Konzentration sinken Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit deutlich. Wer dann bewusst eine Pause einlegt, kann anschließend fokussierter, kreativer und effizienter weiterarbeiten.

Warum Pausen für unser Gehirn unverzichtbar sind

Während wir eine Pause machen, passiert im Gehirn weit mehr, als wir vermuten. Es verarbeitet Informationen, verknüpft Wissen und entwickelt neue Lösungsansätze. Besonders das sogenannte Default Mode Network wird aktiv – ein Netzwerk im Gehirn, das bei Ruhephasen wichtige Prozesse wie Kreativität, Selbstreflexion und Problemlösung unterstützt.

Nicht ohne Grund kommen die besten Ideen oft beim Spazierengehen, Duschen oder einfach beim Nichtstun.

Warum fällt uns Pausenmachen so schwer?

Obwohl wir wissen, dass Pausen wichtig sind, überspringen viele sie regelmäßig. Dahinter stecken häufig innere Antreiber wie:

  • „Ich muss produktiv sein.“
  • „Ich darf keine Zeit verschwenden.“
  • „Erst wenn alles erledigt ist, darf ich mich ausruhen.“

Diese Denkmuster führen oft in einen sogenannten Burnout-Loop: Erschöpfung wird ignoriert, Pausen werden ausgelassen und die Leistungsfähigkeit sinkt kontinuierlich.

Dem gegenüber steht der Fitness-Loop: Wer Belastung und Erholung bewusst abwechselt, bleibt langfristig leistungsfähig, gesund und motiviert.

Erholung beginnt im Kleinen

Nicht jede Pause muss lang sein. Bereits kurze Unterbrechungen helfen dem Gehirn, sich zu regenerieren.

Besonders wirksam sind:

  • Mikropausen von wenigen Minuten zwischen konzentrierten Arbeitsphasen
  • Kurzpausen, in denen man aufsteht, sich bewegt oder frische Luft schnappt
  • eine bewusst genutzte Mittagspause ohne Bildschirm
  • regelmäßige Erholungszeiten nach der Arbeit sowie Urlaub, um vollständig abzuschalten

Auch der niederländische Lifestyle-Trend Niksen – die Kunst des bewussten Nichtstuns – zeigt, dass Erholung nicht immer aktiv gestaltet werden muss. Einfach einmal nichts tun, ohne schlechtes Gewissen, kann erstaunlich wirkungsvoll sein.

Pausenkultur ist auch Führungskultur

Nicht nur Einzelpersonen profitieren von regelmäßigen Erholungspausen. Auch Unternehmen können viel dazu beitragen, dass Pausen selbstverständlich werden.

Führungskräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wer selbst Pausen vorlebt, Erholungszeiten respektiert und Mitarbeitende dazu ermutigt, diese auch tatsächlich zu nutzen, schafft die Grundlage für eine gesunde Unternehmenskultur. Denn langfristige Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch ständige Verfügbarkeit, sondern durch das richtige Zusammenspiel von Belastung und Erholung.

Jetzt reinhören

In dieser Podcast-Folge spricht Karin Brandstetter, Arbeitspsychologin bei IBG in Wien, über die Wissenschaft hinter der Pause und erklärt, warum Erholung kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für nachhaltige Leistungsfähigkeit und mentale Gesundheit ist.

In dieser Episode erfahren Sie unter anderem:

  • warum unser Gehirn nach spätestens 90 Minuten eine Pause braucht,
  • was hinter Burnout-Loop und Fitness-Loop steckt,
  • wie das Default Mode Network Kreativität und Problemlösung unterstützt,
  • welche inneren Antreiber uns vom Pausenmachen abhalten,
  • wie Mikropausen, Mittagspause und Urlaub optimal gestaltet werden können,
  • und wie Unternehmen eine gesunde Pausenkultur fördern.

Eine Episode für alle, die wissen, dass Pausen wichtig sind – sie aber im Alltag trotzdem viel zu oft ausfallen lassen. Denn manchmal ist Nichtstun genau das Produktivste, was wir tun können.

Die Macher: Gönn deinem Hirn eine Pause

Gönn deinem Gehirn eine Pause. Pausen sind kein Luxus, sondern essenziell für Konzentration, Kreativität und mentale Gesundheit. In dieser Folge erklärt Arbeitspsychologin Karin Brandstetter (IBG), warum unser Gehirn spätestens nach 90 Minuten Erholung braucht, wie das sogenannte Default Mode Network kreative Lösungen fördert und weshalb bewusstes Nichtstun – etwa beim Trend Niksen – so wertvoll ist. Außerdem geht es um den Burnout-Loop, hilfreiche Pausenstrategien und darum, wie Unternehmen eine gesunde Pausenkultur fördern können.

Expertin: Karin Brandstetter

Redaktion: Melanie Kashofer

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Psychosoziale Kompetenz als Schlüssel für gesunde Organisationen – Universitätslehrgang 2026/27 in Wien

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel – und mit ihr die Anforderungen an Führungskräfte. Themen wie mentale Gesundheit, hybride Arbeitsmodelle, Generationenvielfalt und „New Work“ prägen den Alltag in Organisationen stärker denn je. Genau hier setzt der Universitätslehrgang „Psychosoziale Kompetenz in Organisationen“ an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien an.

Von September 2026 bis Mai 2027 bietet dieser berufsbegleitende Lehrgang eine fundierte und praxisnahe Weiterbildung für alle, die Führung neu denken und aktiv gestalten möchten.

Warum psychosoziale Kompetenz heute unverzichtbar ist

Führung bedeutet längst mehr als Zielvorgaben und Leistungskennzahlen. Eine gesunde Führungs- und Unternehmenskultur braucht:

  • Wertschätzung und Sinn in ihrer Arbeit
  • Unterstützung bei psychischen Belastungen
  • Flexibilität und Verständnis für individuelle Lebensrealitäten

Organisationen stehen gleichzeitig vor der Herausforderung, gesetzliche Anforderungen – etwa im Bereich Arbeitnehmerschutz – zu erfüllen und ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Ein besonderes Highlight für alle, die sich im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement engagieren: Im November wird IBG Expertin Maga. Regina Nicham, Leitung Arbeits- und Organisationspsychologie im Rahmen des Lehrgangs das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung leiten.

Der Lehrgang greift genau diese Schnittstelle auf: Er verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Werkzeugen für den Führungsalltag.


Inhalte, die relevant sind

Der Lehrgang ist in drei Module aufgebaut und deckt zentrale Themen moderner Führung ab:

  1. Gesundheit am Arbeitsplatz, Kommunikation & Generationenmanagement

Hier geht es um:

  • Psychische Belastungen und deren Auswirkungen
  • Kommunikation in schwierigen Zeiten
  • Betriebliche Gesundheitsförderung und die Praxis der Mitarbeiter:innenbefragung
  • den Wertewandel zwischen den Generationen in der Arbeitswelt

Gerade das Zusammenspiel von Babyboomern, Millennials und Gen Z stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen – und Chancen.

  1. Psychosoziale Dynamik am Arbeitsplatz: Suchtprävention und Teamentwicklung

Dieses Modul beleuchtet:

  • Suchtprävention am Arbeitsplatz

Gruppendynamiken und Teamprozesse – vom Ich zum WirFührungskräfte lernen, Teams nicht nur zu managen, sondern nachhaltig zu entwickeln.

  1. Resilienz, Führung und Leistungsfähigkeit: Gesundheit und Effizienz in der modernen Arbeitswelt

Im Fokus stehen:

  • langfristige Leistungsfähigkeit und Resilienz
  • arbeitsrechtliche Aspekte bei psychischen Erkrankungen
  • Digitalisierung und Führung
  • Coaching- und Gesprächstechniken

Gerade die Kombination aus psychologischer Kompetenz und rechtlichem Wissen macht dieses Modul besonders praxisrelevant.

Für wen ist der Lehrgang gedacht?

Der Universitätslehrgang richtet sich an:

  • Führungskräfte und angehende Leader
  • HR-Verantwortliche
  • Mitarbeitende mit Entwicklungsambitionen
  • Personen, die sich auf die Anforderungen der „New Work Generation“ vorbereiten wollen

Kurz gesagt: Für alle, die Führung menschlicher, wirksamer und zukunftsfähiger gestalten möchten.

Lernen im praxisnahen Format

  • Dauer: 2 Semester
  • Umfang: 160 Unterrichtseinheiten
  • Format: Präsenzveranstaltungen (Freitag & Samstag) in Wien
  • Abschluss: Zertifikat mit bis zu 8 ECTS

Besonders attraktiv: Die Möglichkeit, einzelne Module zu belegen oder den gesamten Lehrgang mit Projektarbeit abzuschließen.

Mehr als nur Weiterbildung. Was diesen Lehrgang besonders macht, ist die Kombination aus:

  • wissenschaftlicher Fundierung
  • hochkarätigen Vortragenden aus Psychologie, Recht und Praxis
  • unmittelbarer Anwendbarkeit im Berufsalltag

Teilnehmende entwickeln nicht nur Fachwissen, sondern auch ein neues Verständnis von Führung – eines, das Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Fazit: Investition in die Zukunft der Arbeit

Die Anforderungen an Führung werden weiter steigen – insbesondere im psychosozialen Bereich. Wer hier kompetent agiert, stärkt nicht nur das eigene Team, sondern auch sich selbst und damit die gesamte Organisation.

Der Universitätslehrgang „Psychosoziale Kompetenz in Organisationen“ bietet dafür eine fundierte, praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung.

Oder anders gesagt: Gute Führung beginnt mit dem Verständnis für Menschen.

 

 

human works 1-2026

Jetzt erschienen: Die neue Ausgabe der Human Works

In der aktuellen Ausgabe widmen wir uns zentralen Themen moderner Arbeitswelten: von Psychologischer Erster Hilfe über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis hin zu Gesundheitszirkeln als wirksame Methode zur Stärkung der Gesundheit im Unternehmen. Wir beleuchten Enzymexpositionen in der Waschmittelproduktion und zeigen, wie arbeitsmedizinische Prävention wirksam umgesetzt wird.

Zudem verdeutlichen gemeinsame Projekte mit der BOKU University und der TU Wien, wie wissenschaftliche Kooperationen praxisnahe Prävention stärken – von betrieblichem Mobilitätsmanagement bis zur Lärmprävention aus arbeitspsychologischer Sicht. Ergänzt wird diese Ausgabe durch Beiträge zu UV-Schutz und sicherem Arbeiten.

Best Practice Beispiele aus Österreich diesmal:
BOKU University und TU Wien

Erfahren Sie in dieser Ausgabe wieder hilfreiche Tipps zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Ihrem Unternehmen!

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