Kategorie: Arbeitsmedizin

Arbeitsmedizin

Gönn deinem Gehirn eine Pause – warum Nichtstun produktiver macht, als wir denken

Die Mittagspause wird ausgelassen, das nächste Meeting wartet bereits. Am Abend wird noch schnell durch Social Media gescrollt, statt wirklich abzuschalten. Pausen gelten in unserer Leistungsgesellschaft oft als Luxus oder sogar als Zeichen von Schwäche. Dabei zeigt die Wissenschaft längst: Unser Gehirn braucht regelmäßige Erholungsphasen, um leistungsfähig, kreativ und gesund zu bleiben.

Viele Menschen glauben, möglichst lange und ohne Unterbrechung arbeiten zu müssen, um produktiv zu sein. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall. Unser Gehirn arbeitet nicht unbegrenzt auf Hochtouren. Spätestens nach etwa 90 Minuten intensiver Konzentration sinken Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit deutlich. Wer dann bewusst eine Pause einlegt, kann anschließend fokussierter, kreativer und effizienter weiterarbeiten.

Warum Pausen für unser Gehirn unverzichtbar sind

Während wir eine Pause machen, passiert im Gehirn weit mehr, als wir vermuten. Es verarbeitet Informationen, verknüpft Wissen und entwickelt neue Lösungsansätze. Besonders das sogenannte Default Mode Network wird aktiv – ein Netzwerk im Gehirn, das bei Ruhephasen wichtige Prozesse wie Kreativität, Selbstreflexion und Problemlösung unterstützt.

Nicht ohne Grund kommen die besten Ideen oft beim Spazierengehen, Duschen oder einfach beim Nichtstun.

Warum fällt uns Pausenmachen so schwer?

Obwohl wir wissen, dass Pausen wichtig sind, überspringen viele sie regelmäßig. Dahinter stecken häufig innere Antreiber wie:

  • „Ich muss produktiv sein.“
  • „Ich darf keine Zeit verschwenden.“
  • „Erst wenn alles erledigt ist, darf ich mich ausruhen.“

Diese Denkmuster führen oft in einen sogenannten Burnout-Loop: Erschöpfung wird ignoriert, Pausen werden ausgelassen und die Leistungsfähigkeit sinkt kontinuierlich.

Dem gegenüber steht der Fitness-Loop: Wer Belastung und Erholung bewusst abwechselt, bleibt langfristig leistungsfähig, gesund und motiviert.

Erholung beginnt im Kleinen

Nicht jede Pause muss lang sein. Bereits kurze Unterbrechungen helfen dem Gehirn, sich zu regenerieren.

Besonders wirksam sind:

  • Mikropausen von wenigen Minuten zwischen konzentrierten Arbeitsphasen
  • Kurzpausen, in denen man aufsteht, sich bewegt oder frische Luft schnappt
  • eine bewusst genutzte Mittagspause ohne Bildschirm
  • regelmäßige Erholungszeiten nach der Arbeit sowie Urlaub, um vollständig abzuschalten

Auch der niederländische Lifestyle-Trend Niksen – die Kunst des bewussten Nichtstuns – zeigt, dass Erholung nicht immer aktiv gestaltet werden muss. Einfach einmal nichts tun, ohne schlechtes Gewissen, kann erstaunlich wirkungsvoll sein.

Pausenkultur ist auch Führungskultur

Nicht nur Einzelpersonen profitieren von regelmäßigen Erholungspausen. Auch Unternehmen können viel dazu beitragen, dass Pausen selbstverständlich werden.

Führungskräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wer selbst Pausen vorlebt, Erholungszeiten respektiert und Mitarbeitende dazu ermutigt, diese auch tatsächlich zu nutzen, schafft die Grundlage für eine gesunde Unternehmenskultur. Denn langfristige Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch ständige Verfügbarkeit, sondern durch das richtige Zusammenspiel von Belastung und Erholung.

Jetzt reinhören

In dieser Podcast-Folge spricht Karin Brandstetter, Arbeitspsychologin bei IBG in Wien, über die Wissenschaft hinter der Pause und erklärt, warum Erholung kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für nachhaltige Leistungsfähigkeit und mentale Gesundheit ist.

In dieser Episode erfahren Sie unter anderem:

  • warum unser Gehirn nach spätestens 90 Minuten eine Pause braucht,
  • was hinter Burnout-Loop und Fitness-Loop steckt,
  • wie das Default Mode Network Kreativität und Problemlösung unterstützt,
  • welche inneren Antreiber uns vom Pausenmachen abhalten,
  • wie Mikropausen, Mittagspause und Urlaub optimal gestaltet werden können,
  • und wie Unternehmen eine gesunde Pausenkultur fördern.

Eine Episode für alle, die wissen, dass Pausen wichtig sind – sie aber im Alltag trotzdem viel zu oft ausfallen lassen. Denn manchmal ist Nichtstun genau das Produktivste, was wir tun können.

human works 1-2026

Jetzt erschienen: Die neue Ausgabe der Human Works

In der aktuellen Ausgabe widmen wir uns zentralen Themen moderner Arbeitswelten: von Psychologischer Erster Hilfe über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis hin zu Gesundheitszirkeln als wirksame Methode zur Stärkung der Gesundheit im Unternehmen. Wir beleuchten Enzymexpositionen in der Waschmittelproduktion und zeigen, wie arbeitsmedizinische Prävention wirksam umgesetzt wird.

Zudem verdeutlichen gemeinsame Projekte mit der BOKU University und der TU Wien, wie wissenschaftliche Kooperationen praxisnahe Prävention stärken – von betrieblichem Mobilitätsmanagement bis zur Lärmprävention aus arbeitspsychologischer Sicht. Ergänzt wird diese Ausgabe durch Beiträge zu UV-Schutz und sicherem Arbeiten.

Best Practice Beispiele aus Österreich diesmal:
BOKU University und TU Wien

Erfahren Sie in dieser Ausgabe wieder hilfreiche Tipps zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Ihrem Unternehmen!

Jetzt kostenlos lesen

 

DerStandard

32 Grad im Büro: So gelingt der Arbeitstag trotz Hitze. So bleibt man auch bei sommerlichen Temperaturen im Büro leistungsfähig. In dem Beitrag von Natasche Ickert im derSTANDARD gibt Gerhard Klicka, Arbeitspsychologe und Geschäftsführer des Innovativen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (IBG), praktische Tipps für heiße Arbeitstage. Dazu zählen ausreichend trinken, leichte Kleidung und Mahlzeiten, konzentrierte Tätigkeiten in die kühleren Vormittagsstunden legen sowie regelmäßige Pausen und gezielte Abkühlung. Klicka betont außerdem, Warnsignale wie Schwindel oder starke Erschöpfung ernst zu nehmen und auf ausreichende Erholung in der Nacht zu achten.

Experte: Gerhard Klicka

Autorin: Natascha Ickert

Sommerhitze im Büro: Was kann ich selbst tun?

Die Sommerhitze kann nicht nur Leistungsfähigkeit und Motivation bei der Arbeit senken, sondern sich auch langfristig negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Von der Hitze betroffen können vor allem Büros mit großen oder schlecht isolierten Fenstern sein sowie jene, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Außerdem ist Hitze vor allem dort spürbar, wo viele Geräte stehen oder viele Menschen auf engem Raum zusammenarbeiten.

Dennoch können Sie selbst einiges tun, um auch an heißen Sommertagen leistungsfähig und gesund zu bleiben:

  • Bekleidung anpassen: leicht, bequem, luft- und feuchtigkeitsdurchlässig.
  • Schalten Sie nicht benötigte Geräte im Büro ab, einschließlich Beleuchtung.
  • Sonnenschutz verwenden: Abgedunkelt bleibt das Büro eine Weile angenehm kühl.
  • Ernährung anpassen: leichte Kost statt deftiger Speisen, welche den Kreislauf belasten. Bevorzugen Sie, leicht verdauliche und kühlende Speisen wie Wassermelone, Joghurt, Tomaten, Gurken, Zitrusfrüchte, Ananas, Kiwi, Mango, Spinat.
  • Körpersignale beachten: nicht jeder verträgt Hitze gleich gut!
  • Körperpartien kühlen: benetzen Sie Ihre Handgelenke, Schläfen und Nacken mit kaltem Wasser.
  • Mehr trinken: der Körper verliert durchs Schwitzen viel Flüssigkeit. Trinken Sie bei hohen Temperaturen mindestens drei Liter am Tag! Am besten sind ungezuckerte, lauwarme Getränke.
  • Venenpumpe aktivieren: Sie beugt schweren, müden und geschwollenen Beinen vor. Noch im Bett Radfahren in der Luft, im Büro Bewegungsübungen, wie Fußkreisen, Zehenspitzenstand, Fersenstand alternierend, im Sitzen Beine immer wieder hochlagern.

Achten Sie auf sich, es geht um Ihre Gesundheit!

Entspannung der Augen: Heute schon geblinzelt?

Haben Sie schon einmal gezählt wie oft Sie blinzeln? 10-22 Lidschläge pro Minute sollten es schon sein. Durch regelmäßiges Blinzeln wird Ihre Hornhaut mit Flüssigkeit benetzt, befeuchtet und von feinen Partikeln gereinigt. So werden trockene bzw. entzündete Augen vermieden.

Wenn wir lange und konzentriert schauen, vergessen wir oft auf den Lidschlag. Bei Bildschirmarbeit blinzeln wir nur mehr 8 Mal pro Minute, beim Lesen kommen wir durchschnittlich auf 10 Mal pro Minute.

Regelmäßiges Blinzeln ist daher eine ideale Übung für zwischendurch, die Ihren Augen gut tut:

  • Schließen Sie immer wieder kurz und locker die Augen – so wie ein Schmetterling seine Flügel
  • Blinzeln unterbricht das Starren und befeuchtet und reinigt die Augen

topnews.at

topnews.at berichtete anlässlich des österreichweiten Hitzeaktionstags am 9. Juni 2026 über die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitswelt. Im Mittelpunkt standen die gesundheitlichen Belastungen durch steigende Temperaturen sowie die wachsende Bedeutung wirksamer Hitzeschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz. Als Partnerin des Hitzeaktionstags wurde die IBG als kompetente Unterstützerin von Unternehmen hervorgehoben. Mit ihrer Expertise in der betrieblichen Gesundheitsförderung begleitet sie Betriebe bei der Entwicklung und Umsetzung präventiver Maßnahmen, um die Gesundheit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten auch unter zunehmender Hitzebelastung zu erhalten.

Zum Beitrag

Hitzeaktionstag 2026: Warum Hitzeschutz am Arbeitsplatz jetzt wichtiger denn je ist

Am 9. Juni 2026 findet österreichweit der zweite Hitzeaktionstag statt. Unter dem Motto „Coole Lösungen am Arbeitsplatz“ rückt der Aktionstag die gesundheitlichen Auswirkungen zunehmender Hitze auf Arbeitnehmer:innen in den Mittelpunkt. Auch IBG ist als Partnerin des Hitzeaktionstags mit dabei und unterstützt Unternehmen dabei, wirksame Maßnahmen zum Hitzeschutz im Arbeitsalltag umzusetzen.

Hitze zählt mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Österreich. Besonders an Arbeitsplätzen im Freien, in Produktionshallen, Büros ohne ausreichende Kühlung oder im mobilen Außendienst steigen die Belastungen für Beschäftigte deutlich an. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kreislaufbeschwerden oder verminderte Leistungsfähigkeit sind dabei nur einige der möglichen Folgen.

Der österreichische Hitzeaktionstag möchte Bewusstsein schaffen, vernetzen und konkrete Lösungen sichtbar machen. Ziel ist es, Unternehmen, Organisationen und Institutionen dabei zu unterstützen, Hitzeschutz nachhaltig in ihre Arbeitswelt zu integrieren.

Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz

Gerade im betrieblichen Kontext gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Denn steigende Temperaturen wirken sich nicht nur auf das Wohlbefinden, sondern auch auf Sicherheit, Produktivität und langfristige Gesundheit aus. Der Nationale Hitzeschutzplan Österreich sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen hierfür wichtige Grundlagen.

Unternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, individuelle und praktikable Maßnahmen zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem:

  • Anpassung von Arbeitszeiten und Pausenregelungen
  • Sensibilisierung von Führungskräften und Teams
  • ausreichende Trinkmöglichkeiten und Kühlzonen
  • Evaluierung hitzebedingter Gesundheitsrisiken
  • Information und Prävention für besonders gefährdete Beschäftigte

IBG unterstützt Unternehmen beim Hitzeschutz

Als erfahrene Partnerin im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements begleitet IBG Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung wirksamer Hitzeschutzmaßnahmen.

Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Lösungen während Hitzewellen, sondern um nachhaltige Strategien für gesunde Arbeitsbedingungen im Zuge des Klimawandels.

Der Hitzeaktionstag zeigt deutlich: Hitzeschutz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil moderner Unternehmensverantwortung.

Gemeinsam für „coole Lösungen“

Der österreichweite Hitzeaktionstag 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums und setzt auf Vernetzung und gemeinsames Handeln. Zahlreiche Organisationen, Unternehmen und Institutionen engagieren sich bereits aktiv für mehr Hitzeschutz in Österreich.

Auch IBG setzt ein klares Zeichen für gesunde und sichere Arbeitsbedingungen bei steigenden Temperaturen.

Mehr Informationen zum Hitzeaktionstag 2026 sowie alle Partner:innen finden Sie unter:
Hitzeaktionstag Österreich

Arbeitsmedizin (Lenzing)

Werden Sie Arbeitsmediziner:in (m/w/d) in Lenzing!


Einsatzort

Lenzing, IBG Ambulanz

Beginn
ab sofort

Vertrag
Anstellung, Teilzeit: 24-32h/Woche

Es erwartet Sie ein Einstiegsgehalt von mindestens EUR 112.500 (Vollzeit brutto p.a).
Die tatsächliche Bezahlung Bezahlung ist von der jeweiligen Qualifikation bzw. Berufserfahrung abhängig.

Nähere Details und Informationen zu unseren Benefits finden Sie hier.

Tätigkeitsfeld

  • Betreuung der Lenzing AG bzw. Unternehmen im Zentralraum OÖ
  • Erfüllung der arbeitsmedizinischen Anforderungen des ASchGs und der zugehörigen Verordnungen
  • Allgemeinmedizinische Konsultationen
  • Eignungs- und Kontrolluntersuchungen
  • Erste Hilfe bei Notfällen

Wir bieten Ihnen

  • Großzügige Fortbildungsmöglichkeiten (in der Arbeitszeit inkl. Fortbildungsbudget)
  • Ausgezeichnetes Betriebsklima in einem kollegialen Team
  • 6. Urlaubswoche nach drei Dienstjahren bzw. ab Vollendung des 43. Lebensjahres
  • Ambulanzräumlichkeiten mit Unterstützung durch diplomiertes Fachpersonal
  • Umfangreiche Wissensdatenbank und Dokumentenpool
  • Flexible Zeiteinteilung nach eigenen Wünschen ohne Nacht- und Wochenenddienste


Ihr Anforderungsprofil

  • Abgeschlossene medizinische Ausbildung
  • Diplom für Arbeitsmedizin oder Bereitschaft zur Absolvierung der arbeitsmedizinischen Ausbildung:
    o  Sie können die 12-wöchige Ausbildung berufsbegleitend nachholen
    o  IBG übernimmt Ihre Kurskosten.
  • Bereitschaft zur Fortbildung in notfallmedizinischen Maßnahmen
  • Gute EDV Anwenderkenntnisse
  • Soziale Kompetenz und Freude an der Arbeit im Team

Über uns
Derzeit sind über 80 Ärztinnen und Ärzte im Dienste von IBG an fünf Standorten
für mehr als 315 Betriebe in Österreich tätig.


Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit Lebenslauf
an Frau Mandy Sandhu, personal@ibg.at


Vor den Vorhang: Dr. Gertraud Hedenetz – Arbeitsmedizin mit Weitblick

Ein breites medizinisches Spektrum, internationale Vernetzung und ein klarer Blick für die Zukunft der Arbeitswelt: Im Interview gibt Gertraud Hedenetz, Leiterin des IBG UniCredit Health Centers, spannende Einblicke in ihren beruflichen Werdegang, aktuelle Herausforderungen und die Rolle der Arbeitsmedizin im Wandel.

Was hat dich ursprünglich zur Arbeitsmedizin geführt?

Dr. Gertraud Hedenetz:
Eigentlich war es mehr Zufall als ein klarer Plan. Während meines Turnus haben Kolleginnen begeistert von der arbeitsmedizinischen Ausbildung erzählt, die sie parallel absolviert haben. Das hat mich neugierig gemacht. Damals war die berufliche Situation für junge Ärzt:innen noch deutlich unsicherer als heute – man hat versucht, sich möglichst viele Optionen offenzuhalten.

Die Arbeitsmedizin klang spannend: keine Nacht- oder Wochenenddienste, flexible Arbeitsmodelle und vor allem eine gute Vereinbarkeit mit Familie. Also habe ich die Ausbildung begonnen – während meiner Karenzzeiten, was finanziell durchaus herausfordernd war. Aber es hat sich gelohnt: Ich konnte direkt nach dem Turnus in diesem Bereich starten und war Teil eines großartigen Teams, mit dem wir unter anderem den Magistrat Wien betreut haben.

Du hast von Anfang an ein sehr breites Tätigkeitsfeld gehabt – ist das heute noch so?

Absolut! Gerade in der Arbeitsmedizin ist die Vielfalt enorm. Beim Magistrat Wien hatten wir mit ganz unterschiedlichen Berufsgruppen zu tun – von der Verwaltung über Kindergärtner:innen bis hin zur Müllabfuhr oder Feuerwehr. Das war unglaublich spannend, weil man mit verschiedensten Arbeitsbedingungen, Risiken und Anforderungen konfrontiert ist.

Parallel war ich auch als Schulärztin tätig – eine perfekte Ergänzung. Diese Kombination aus Arbeit mit Kindern und Erwachsenen hat meinen Blick auf Medizin insgesamt sehr erweitert.

Welche Themen stehen aktuell im UniCredit Health Center im Fokus?

Da wir es überwiegend mit einem Bürobetrieb zu tun haben, sind ergonomische Themen zentral: viel Sitzen, Bildschirmarbeit, Bewegungsmangel. Gleichzeitig spielt auch die psychische Belastung eine große Rolle – etwa durch Zeitdruck oder wirtschaftliche Unsicherheiten.

Wir setzen aber bewusst breiter an: Ernährung im Büro, Herz-Kreislauf-Gesundheit, Infektionsschutz (nicht zuletzt seit der Pandemie) oder auch Sinnesorgane wie Hören und Sehen. Besonders spannend sind unsere Gesundheitsaktionstage, bei denen Mitarbeitende Dinge selbst ausprobieren können – etwa mit Simulationsbrillen oder Balance-Tests. So wird Gesundheit greifbar.

Ein wichtiges Thema ist auch die Wiedereingliederung nach Krankenständen. Wie gehst du damit um?

Das ist ein sehr zentraler Bereich. Nach längeren Krankenständen – etwa durch schwere Erkrankungen oder Unfälle – geht es darum, den Wiedereinstieg individuell zu gestalten. Ich habe dazu auch einen Master in Arbeitsfähigkeit und Wiedereingliederungsmanagement gemacht.

Wichtig ist die enge Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter:in, Führungskraft und Arbeitsmedizin. Gemeinsam überlegen wir: Wie viele Stunden sind sinnvoll? Welche Tätigkeiten sind möglich? Braucht es Anpassungen am Arbeitsplatz?

Wenn das gut umgesetzt wird, ist es eine klassische Win-win-Situation: Mitarbeitende finden schrittweise zurück in den Alltag, gewinnen Struktur und Selbstwirksamkeit zurück – und Unternehmen profitieren von einer früheren Rückkehr wertvoller Arbeitskraft.

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?

Einen ganz typischen Tag gibt es eigentlich nicht. Natürlich gibt es geplante Termine – Untersuchungen, Beratungen, Impfprogramme. Aber oft kommt spontan etwas dazu: akute Beschwerden, Notfälle oder organisatorische Fragen.

Wir bieten ein breites Spektrum an: von Impfungen über Hörtests bis hin zu ergonomischen Beratungen oder Unterstützung bei Wiedereingliederung. Genau diese Mischung macht den Reiz aus.

Du bist auch international aktiv – unter anderem bei der UIMC. Was bringt dir dieser Austausch?

Die internationale Zusammenarbeit ist unglaublich bereichernd. Die Union Internationale des Médecins du Chemin de Fer (UIMC) vernetzt Arbeitsmediziner:innen aus dem Transportwesen weltweit.

Ich bin über meine Tätigkeit und meine Masterarbeit – in der ich Wien und London verglichen habe – dazu gekommen. Außerdem hatte ich bereits während des Studiums je ein Jahr in Frankreich und Spanien studiert und in Yale Praktika gemacht, was sprachlich nun ein großer Vorteil ist, auch was die Kommunikation mit den vielen internationalen MA unserer Kunden angeht! Der fachliche Austausch zeigt, wie unterschiedlich Systeme funktionieren, aber auch, wie ähnlich viele Herausforderungen sind.

Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, voneinander zu lernen und die eigenen Standards einzuordnen. Und es ist schön zu sehen, dass wir in Österreich auf einem sehr hohen Niveau arbeiten.

Blick in die Zukunft: Welche Entwicklungen werden die Arbeitsmedizin prägen?

Ein großes Thema ist der Fachkräftemangel – es gibt nach wie vor zu wenige Arbeitsmediziner:innen. Deshalb wird die Rolle der arbeitsmedizinischen Fachassistenz weiter an Bedeutung gewinnen.

Auch der Klimawandel wird Auswirkungen haben, etwa durch neue Infektionskrankheiten. Dazu kommt das Thema altersgerechtes Arbeiten – gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung.

Und natürlich die Digitalisierung: Telemedizin, KI-gestützte Analysen und neue Formen der Beratung werden unseren Arbeitsalltag verändern.

Und was wünschst du dir für die IBG?

Ich wünsche mir, dass die IBG weiterhin so innovativ und engagiert bleibt, neue Themen früh aufgreift und den interdisziplinären Austausch fördert. Gerade in einer sich wandelnden Arbeitswelt ist das wichtiger denn je.

Vielen Dank für das inspirierende Gespräch und die spannenden Einblicke in eine Arbeitsmedizin, die Menschen und Arbeitswelten nachhaltig verbindet.

Workshop und BIA-Messung: Mehr Wohlbefinden im Arbeitsalltag

Die Anforderungen an Mitarbeiter:innen in der modernen Arbeitswelt steigen kontinuierlich. Komplexe Arbeitsprozesse, hohe Informationsdichte und überwiegend sitzende Tätigkeiten prägen den Alltag vieler Beschäftigter. Gleichzeitig nehmen Bewegungsmangel, mentale Belastung und Erschöpfung spürbar zu.

Als Beratungsunternehmen unterstützen wir Sie dabei, die Gesundheitskompetenz Ihrer Mitarbeiter:innen gezielt zu stärken und nachhaltige Maßnahmen für mehr Energie, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden im Arbeitsalltag zu etablieren .

Unser Angebot


Workshop inklusive BIA-Messungen

Im Rahmen eines interaktiven Workshops vermitteln wir praxisorientierte Ansätze, wie Mitarbeiter:innen ihre Energie, Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit durch gezielte Impulse aus Bewegung und Ernährung nachhaltig verbessern können. Der Fokus liegt auf alltagstauglichen Strategien, die sich ohne zusätzlichen Zeitaufwand in bestehende Routinen integrieren lassen und bereits mit kleinen Anpassungen eine spürbare Wirkung erzielen.

Zur individuellen Vertiefung der Inhalte bieten wir ergänzend Bioelektrische Impedanzanalyse-Messungen (BIA) an. Diese liefern differenzierte Einblicke in die Körperzusammensetzung, einschließlich Muskelmasse, Körperfett und Zellgesundheit und unterstützen die nachhaltige Umsetzung der Workshop-Inhalte auf persönlicher Ebene.

Rahmenbedingungen
Workshop: 60 Minuten
BIA-Messung: ca. 10–15 Minuten pro Person (Einzelmessung im Anschluss an den Workshop)

Ziele des Workshops

  • Ganzheitliches Verständnis von Gesundheit fördern
  • Auswirkungen moderner Arbeits- und Lebensbedingungen reflektieren
  • Zusammenhang zwischen Bewegung, Ernährung und Energiehaushalt vermitteln
  • Konkrete, alltagstaugliche Maßnahmen zur Stärkung persönlicher Ressourcen aufzeigen
  • Sensibilisierung für kleine, wirksame Verhaltensänderungen
  • Individuelle Gesundheitsgewohnheiten analysieren und Entwicklungspotenziale identifizieren

    Inhalte

  • Gesundheit als multidimensionales System (WHO-Ansatz)
  • Herausforderungen der modernen Arbeitswelt: Bewegungsmangel, Reizüberflutung, sitzende Tätigkeiten
  • Bewegung im Alltag: Empfehlungen, Intensitäten und gesundheitliche Effekte
  • Praktische Mikrostrategien: Aktivierungsimpulse, Pausenmodelle und Routinen
  • Grundlagen ausgewogener Ernährung: Makro- und Mikronährstoffe
  • Tellerprinzip, Umgang mit Zucker und Lebensmittelqualität
  • Ableitung individueller Maßnahmen und Reflexion bestehender Gewohnheiten

Nutzen Sie die Möglichkeit, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter:innen gezielt zu stärken.

Gerne erstellen wir für Sie ein unverbindliches und auf Ihr Unternehmen abgestimmtes Angebot.
Kontaktieren Sie dazu bitte unser Kundenservice unter kundenservice@ibg.at oder telefonisch unter 01/524 37 51-14.

Bewegungspausen

Um frische Energie tanken zu können und konzentrierter zu werden ist die Pausengestaltung essenziell. Wer bei der Arbeit alle 1-2 Stunden ca. 5-minütige Pausen einlegt, ist am Ende des Tages nicht nur fitter, sondern erbringt auch bessere Leistungen.

Um nicht nur Energie auftanken zu können, sondern auch Körper und Geist etwas Gutes zu tun und für Ausgleich zu sorgen, eignen sich hervorragend bewegte Pausen. Viele verbringen nicht nur ihren Arbeitstag sitzend im Büro, sondern auch ihre Pausen. Wir möchten Ihnen Alternativen aufzeigen, wie Sie mehr Schwung in Ihre Pausen bringen können:

  • Kolleg:innen öfter persönlich besuchen, statt anzurufen oder E-Mail zu schreiben
  • Telefonate im Gehen führen oder auch „bewegte“ Meetings
  • Stehen Sie zwischendurch kurz auf z.B., um ein Glas Wasser zu holen
  • Häufig benötigte Ordner weiter oben ins Regal stellen à Möglichkeit sich zwischendurch zu strecken
  • Nehmen Sie hin und wieder die Treppe statt dem Aufzug bzw. der Rolltreppe (bei der U-Bahn)
  • Mobilitätsübungen wie z.B. Schulterkreisen (vorwärts und rückwärts, jeweils 10–15 Sekunden) oder Nacken dehnen (Kopf langsam zur Seite neigen, Dehnung 15 Sekunden halten – links & rechts)
  • Aktive Stehpausen wie z.B. Kniebeugen am Schreibtisch (10–15-mal), Wadenheben im Stehen (auf Zehenspitzen wippen) oder auch Hampelmann bzw. Gehen am Stand
  • Nehmen Sie sich kurz Zeit für ein paar Schritte an der frischen Luft und/oder nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang (ca. 10 Minuten)
  • Tief durchatmen: 3–5 bewusste, tiefe Atemzüge zur Entspannung (z.B. 6 Sek. einatmen, 3 Sek. Atem anhalten und 6 Sek. ausatmen)

Ein kleiner Spaziergang oder Treppensteigen haben zusätzliche Nebenwirkungen – wie das Verbrauchen von Kalorien, Stressprävention oder verbesserte Konzentration.

Viel Spaß beim Ausprobieren Ihrer neuen vielleicht aktiveren Pausengestaltung!

Foto (c) Jan van der Wolf, pexels.com

Besser schlafen, besser arbeiten.

Schlaf ist die Grundlage für unsere körperliche Stabilität und psychische Leistungsfähigkeit. Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend, im Idealfall bis zu acht Stunden pro Tag.

Doch immer mehr Menschen klagen über Schlafstörungen und so ist nicht für alle Schlafen mit angenehmen Gefühlen verbunden. Tatsächlich gehören Schlafstörungen – neben Kopfschmerzen – zu den am weitest verbreiteten psychosomatischen Beschwerden.

Aktuelle europäische Daten zeigen, dass sie enorme volkswirtschaftliche Kosten verursachen. Denn nach 48 Stunden ohne Schlaf leidet die Konzentrationsfähigkeit so sehr, dass selbst alltägliche Dinge nur mit Schwierigkeiten erledigt werden können.
Wie erholt wir uns am nächsten Tag fühlen, hängt nicht nur von der Schlafdauer, sondern auch von der Schlafqualität ab.

Aber was macht eigentlich einen guten Schlaf aus?
Was kann ich selbst zu einem guten Schlaf beitragen?
Was sind mögliche Ursachen für Schlafprobleme?

Als Beratungsunternehmen möchten wir Sie dabei unterstützen, das Thema „Gesunder Schlaf“ gezielt in ihre betriebliche Gesundheitsstrategie zu integrieren.
Denn Schlaf ist ein zentraler, oft unterschätzter Faktor für Leistungsfähigkeit, mentale Gesundheit und langfristige Mitarbeiter:innenzufriedenheit 
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Unser Angebot

  • Fachvorträge und Workshops
  • Individuelle Analysen und praxisnahe Trainingsprogramme
  • Führungskräfte-Sensibilisierung
  • Q&A Sessions
  • Handouts, Factsheets und Tipps
  • Langfristige Präventionskonzepte

Vorteile und Nutzen für Ihr Unternehmen

  • Höhere Produktivität und Konzentration
  • Prävention senkt langfristig Fehlzeiten und bringt direkte wirtschaftliche Vorteile
  • Mehr Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Besseres Stressmanagement und Resilienz
  • Motivationssteigerung und stärkere Bindung ans Unternehmen

Investitionen in gesunden Schlaf zahlen sich doppelt aus – für die Mitarbeitenden (Gesundheit, Lebensqualität) und für das Unternehmen (Leistung, Kosten, Kultur).

Gerne erstellen wir für Sie ein unverbindliches und individuelles Angebot (je nach Stundenkontingent kann auch die arbeitspsychologische Einsatzzeit herangezogen werden). Kontaktieren Sie dazu bitte unser Kundenservice unter kundenservice@ibg.at oder telefonisch unter 01/524 37 51-14.
Bild: Prostock-studio