Autor: Renate Ruhaltinger-Mader

IBG steht für Qualität

Größtmögliche Gesundheit, Sicherheit und Qualität am Arbeitsplatz ist uns nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für unsere eigenen Mitarbeiter:innen wichtig.
Mittlerweile ist IBG mit seinem Integrierten Managementsystem ISO 9001 (Qualität) und ISO 45001 (Sicherheit und Gesundheit) seit über 10 Jahren zertifiziert.

Vom 3.-5.Oktober 2022 fand das jährliche Audit durch den TÜV Austria statt – das Audit war nach zwei Überwachungsaudit in den letzten beiden Jahren heuer wieder eine Rezertifizierungsaudit und wurde diesmal an unseren Standorten Linz, Lenzing, der OeNB, im UniCredit-Health Center und in der Zentrale durchgeführt. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass wir als Unternehmen durch die Audits bzw. unser Integriertes Managementsystem sehr viel gelernt und verbessert haben, Aufgaben strukturierter noch angehen und von den von uns selber auferlegten Systematiken profitieren.

Im Sinne unseres kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sind uns die Hinweise durch den Auditor immer sehr wichtig, die Sicht von außen ermöglicht uns auch regelmäßig wieder über unsere Kern-, Führungs- und Hilfsprozesse nachzudenken, zu hinterfragen und bei Bedarf zu optimieren.

Natürlich ist es für IBG auch sehr erfreulich und motivierend, wenn uns im Rahmen des Audits bescheinigt wird, dass unsere Mitarbeiter:innen professionell, praxisbezogen und fokussiert ihre Arbeit beim Kunden und im Office verrichten und Arbeitnehmer:innenschutz und Gesundheit nicht nur als Dienstleistungen sehen sondern intern gelebt werden und einen hohen Stellenwert haben.

Körpervielfalt statt Stigma Übergewicht

Während der Pandemie ist die Inzidenz von psychischen Erkrankungen und Übergewicht deutlich angestiegen. Menschen mit Übergewicht und Adipositas werden oft stigmatisiert und automatisch als ungesund, träge, unsportlich und willensschwach betrachtet. Studien zeigen, dass Gewichtsdiskriminierung das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Betroffenen beeinträchtigt, zu weiteren Gewichtszunahmen führt und Essstörungen fördert.

Vorurteile gegenüber übergewichtigen Menschen sind nicht nur respektlos, sondern auch in Bezug auf die Gesundheit oftmals falsch: eine Person mit Mehrgewicht, die aber gerne Sport betreibt, kann gesünder sein, als eine schlanke, aber unsportliche Person, die vielleicht auch noch Kettenraucher:in ist.

Unsere Diätkultur mit ihrem Fokus auf Gewichtsreduktion statt auf Wohlbefinden sowie die Tendenz „Schlank sein“ als eine Tugend darzustellen, hilft nicht mit, aus dem Kreislauf Gewichtsreduktion und Gewichtszunahme herauszukommen. Modezeitschriften, Sportwerbung und gefakte Fotos im Internet bieten eine Fülle an Möglichkeiten, unsere Körper zu vergleichen und Unzufriedenheit hervorzurufen-dies endet oft in einem Diät-Teufelskreislauf:

 

Übergewicht ist kein Verhalten

Das Aussehen sagt nichts über das Verhalten oder den Gesundheitszustand eines Menschen aus. Das allgemeine Vorurteil, Übergewicht sei ausschließlich bedingt durch zu viel und ungesundes Essen, zu wenig Bewegung und mangelnde Disziplin, ist in unserer Gesellschaft fest verankert.

Tatsächlich ist das Körpergewicht jedoch von vielen Faktoren abhängig, die wir nicht alle beeinflussen können:

  • das Mikrobiom im Darm
  • Krankheiten
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Stress
  • Hormonelle Einflüsse (z. Bsp. Klimakterium)
  • Genetische Veranlagung
  • Ernährung
  • Bewegung

Health At Every Size©-Gesundheit unabhängig vom Gewicht

Auch in der Medizin und Ernährungsberatung ist die Behandlung oft sehr auf Body-Mass-Index (BMI) und Gewichtsreduktion fokussiert, viele Beschwerden werden mit dem Mehrgewicht in Zusammenhang gebracht. Es gibt allerdings auch andere, „gewichtsneutrale“ Zugänge, die den Menschen als Ganzes wahrnehmen und mehrdimensionale Ansätze berücksichtigen. IBG unterstützt Sie, sich im Dschungel der Angebote zurecht zu finden, einen vernünftigen Überblick zu bewahren und sinnvolles Wissen zu erlangen.

  • Ernährungs-Check
  • Umfeldanalyse
  • Kochkurse
  • Speiseplanoptimierung
  • Gesunde (Mittags-)Pause
  • Genusstraining
  • Stress-Food

Health At Every Size© als ganzheitlicher Ansatz hilft mit, soziale Gerechtigkeit zu fördern, eine integrative und respektvolle Gemeinschaft zu schaffen und Menschen jeder Größe dabei zu unterstützen, mitfühlende Wege zu finden, sich um sich selbst zu kümmern.

In diesem Therapieansatz werden Stresssituationen genauer beleuchtet, unverarbeitete Traumata hinterfragt oder auch Alltagsfaktoren wie Schlafentzug miteinbezogen –eine Veränderung kann bereits die Lebensqualität und Gesundheit verbessern und damit auch die Grundlage für eine nachhaltige Änderung des Ernährungsverhaltens schaffen.

Es wird nicht jedem Menschen möglich sein, ein Normgewicht zu erreichen, aber es ist für jeden Menschen möglich, seine Gesundheit zu verbessern!

Intuitives Essen

„Intuitiv Essen“ ist ein verhaltensbasierter Ansatz als Teil von Health At Every Size©, der anstatt auf kalorien- und nährstoffoptimierter Essenspläne den Fokus auf die innere Wahrnehmung lenkt:

  • Hunger- und Sättigungsgefühl zu spüren und zu akzeptieren
  • Dem Körper vertrauen, der uns sagt, worauf er Lust hat und wann es genug ist
  • So zu essen, dass es dem Körper gut tut und dass man sich wohl fühlt

Altbekannte Diätregeln wie Listen und Verbote von gesundem und ungesundem Essen, einseitige Diäten ohne Kohlenhydrate mit unweigerlichen „Schlemmertagen“ als Folge finden sich nicht in diesem Ansatz. Die uneingeschränkte Erlaubnis, alles essen zu dürfen führt erfahrungsgemäß nicht dazu, dass man nur mehr ungesund isst. Intuitiv Essen bedeutet auch, die eigenen Emotionen und Bedürfnisse wahrzunehmen und Strategien für die Selbstfürsorge zu entwickeln!

Freude an der Bewegung

Bewegung soll Freude machen, sich gut anfühlen und nicht primär betrieben werden, um abzunehmen. Das ist nicht von heute auf morgen möglich, aber die Konzentration auf die eigene Wahrnehmung macht den Unterschied, zum Beispiel: „Wie fühle ich mich nach einem sitzenden Arbeitstag? Wie fühle ich mich während eines Spaziergangs in der frischen Luft nach oder vor der Arbeit und wie fühle ich mich danach?“ Jeder Schritt zählt, auch wenn es nur fünf Minuten sind. Solche achtsame Bewegung baut körperlichen und geistigen Stress ab und dient der Vitalisierung und nicht der Auszehrung. Wenn es beim Sport darum geht, sich gut zu fühlen, und nicht darum, Kalorien zu verbrennen oder sich gar für Essen zu bestrafen, wird Sport nachhaltig Spaß machen und einen Platz im Leben finden.

Achtsamkeit für uns und unsere Mitmenschen

  • Vermeiden von Gesprächen, bei denen sich alles nur um Diäten und Abnehmen dreht
  • Gut gemeinte Ratschläge zur Essenswahl unterlassen
  • Keine Kommentare oder Witze über das Aussehen – direkt oder über andere
  • Kein Posten von Vorher/Nachher-Fotos im Zuge einer Gewichtsreduktion
  • Keine Verherrlichung, wenn jemand abgenommen hat-der Grund könnte auch Stress, eine Erkrankung oder Essstörung sein
  • Keine Kosenamen bezogen auf das Aussehen, z. Bsp. „mein Dickerchen“
  • Vor allem keine abwertenden Bemerkungen über den eigenen Körper – besonders vor Kindern!

Bodyrespekt und Körpervielfalt

Bei Bodyrespekt und Körpervielfalt geht es um mehr als das Gewicht oder die Körperform, nämlich darum, die Unterschiede in Größe, Alter, Rasse, ethischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Behinderung, sexueller Orientierung, Religion und anderer menschlicher Attribute wertzuschätzen.

Bodyrespekt steht für die Inklusion der Vielfalt von Körperformen und -größen in Bezug auf das Gewicht und ein Ablehnen der Idealisierung oder Pathologisierung bestimmter Körperformen. Akzeptanz für die von der Natur vorgegebene Diversität unserer Körper schafft Respekt und lässt uns die eigene Schönheit und die unserer Mitmenschen wahrnehmen.

So wie eine Person mit einer Schuhgröße von 40 nicht erwarten würde, sich in eine Schuhgröße 36 quetschen zu können, ist es ebenso sinnlos, einem vom Zeitgeist als Idealbild in Körpergröße und Statur zu entsprechen.

Respekt für die Schönheit des eigenen Körper gibt uns Selbstwertgefühl und macht uns glücklich!

Das Körpergewicht ist kein Indikator für Gesundheit, aber ein Verhalten, dass die Gesundheit fördert sehr wohl. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen und nur mäßiger Alkoholkonsum wirken sich positiv auf unsere Gesundheit und unser Lebensgefühl aus– unabhängig von unserer Körpervielfalt.

Alle Körper in ihrer Vielfalt sind schön und verdienen Wertschätzung!

 

 

 

Seelische Gesundheit

Psychische Gesundheit

Sei es der berühmte „apple a day“ oder eine kalte Dusche am Morgen – um unser körperliches Immunsystem zu schützen und zu stärken, sind wir bereit, vieles in Kauf zu nehmen. Dabei sind Körper und Geist eng miteinander verbunden: geben wir auf das Eine nicht acht, wirkt sich das auf das Andere aus.

Vor allem in Krisenzeiten ist eine starke Psyche gefragt. Ständige Herausforderungen und Veränderungen können uns in Dauerstress versetzen und sich durch verhältnismäßig starke emotionale Reaktionen bemerkbar machen. Es kommt also zur Ausschüttung von Stresshormonen, die, wenn sie nicht abgebaut werden, sowohl eine Belastung für unsere mentale, aber auch für unsere körperliche Gesundheit darstellen und unser Immunsystem schwächen können.

Was kann man für eine starke Psyche tun und was sollte man beachten?

  • Stress erkennen: Zunächst ist es wichtig seine eigenen Stresssignale zu (er-)kennen, um darauf reagieren zu können. Sei es auf mentaler (z.B. Gedankenkreisen, Grübeln), auf emotionaler (z.B. Gereiztheit, Unruhe, Lustlosigkeit), auf körperlicher (z.B. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen) oder auf der Verhaltensebene (z.B. Rückzug, ungesünderer Lebensstil, aggressives Verhalten, Schnelligkeit).
  • Fokus auf Positives: Es geht darum, die Aufmerksamkeit auch auf das Gute, mögliche Chancen einer Situation zu lenken, dabei aktiv das Steuer selbst in die Hand zu nehmen und seine Selbstwirksamkeit zu nutzen. Eine realistische optimistische Lebenseinstellung kann das Immunsystem stärken und so gesundheitsfördernd wirken.
  • Auszeiten und Entspannung: Achten Sie auf regelmäßige (kurze) Pausen untertags, verbinden Sie diese im Optimalfall mit verschiedenen Entspannungsübungen (z.B.: Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Meditation, etc.) und füllen Sie Ihre Kraftquellen immer wieder auf.
  • Soziale Eingebundenheit: Je besser wir sozial eingebunden sind umso weniger häufig erkranken wir und umso schneller werden wir wieder gesund. Nehmen Sie sich deshalb regelmäßig Zeit für sozialen Austausch und teilen Sie sich anderen mit.
  • Ausreichend Schlaf: Der Schlaf ist einer der wichtigsten Erholungsphasen für unseren Körper. Versuchen Sie deshalb bewusst auf eine feste Schlafroutine zu achten, vor dem Schlafengehen auf alles zu verzichten, was den Schlaf hemmt und eine Abendroutine mit ausschließlich entspannenden Aktivitäten zu leben. Tipp: Lassen Sie vor dem Einschlafen noch einmal den Tag mit seinen schönen Momenten Revue passieren.

Schöne Beine

Die Venen sind für den Rücktransport des Blutes aus der „Peripherie“ zum Herzen verantwortlich. Dabei funktionieren die Venenklappen wie „Schleusentore“.  Schließen sie nicht mehr richtig, so sackt das venöse Blut nach unten zurück. Schwere Beine, Krampfadern und Besenreiser können die Folge sein. Hier ein paar Tipps und Übungen zur Vorbeugung:

  • Viel Bewegung: Gehen, Laufen, Schwimmen, Rad fahren, Nordic Walking, alltägliche Bewegung
  • Sitzmöbel: Vermeiden Sie Oberschenkeldruck von unten (Höheneinstellung, eventuell Fußstütze).
  • Kalt duschen: Morgens, die Fußinnenseite aufwärts (bis zum Knie, besser bis zur Leiste), dann die Außenseite.
  • Ernährung: Übergewicht loswerden, Darmträgheit beheben, vitamin- und mineralstoffreich, gesättigte Fettsäuren vermeiden.
  • Kleidung: Vermeiden Sie einschnürende Kleidung, Bauchatmung u. Blutrückfluss aus Beinen soll möglich sein.
  • Venenpumpe: Setzen Sie sich aufrecht auf den Sessel, die Fußsohlen stehen flach am Boden – wechseln Sie nun mehrmals Zehenspitzen- und Fersenstand ab.
  • Zehenspitzenstand: Atmen Sie ruhig durch die Nase ein, während Sie die Arme nach oben strecken und sich auf die Zehenspitzen stellen. Atmen Sie langsam aus, wenn Sie die Arme wieder senken und sich auf den ganzen Fuß stellen.
  • Fußkreisen: Sitzen Sie gerade und stützen Sie sich neben oder hinter dem Gesäß an der Stuhlkante ab. Heben Sie ein Bein gestreckt an. Kreisen Sie den Fuß in möglichst großen Kreisen zehnmal nach rechts und links.

 

Großartige Leute

Dr. Gertraud Alexandra Hedenetz, MSc, Arbeitsmedizinerin bei IBG. Dynamisch und engagiert leitet sie das UniCreditHealthCenter. Mit ihrem Team betreut sie rund 5.300 Mitarbeitende der UniCredit am Standort Wien und österreichweit. Das vielseitige Angebot reicht von der arbeitsmedizinischen Ambulanz und – Sprechstunde über Impfaktionen und Impfberatung, arbeitsmedizinischen Untersuchungen, Evaluierung der Arbeitsplätze und Wiedereingliederung nach Wiedereingliederung nach Krankenstand bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen sowie vielseitigen Angeboten der beruflichen Gesundheitsförderung mit wechselnden medizinischen Schwerpunkten, Aktionen und Infobeiträgen.

 

Zum Niederknien

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des Menschen und aufgrund seiner vielseitigen Nutzung und Beanspruchung sowie seiner komplexen Struktur mit Bändern, Sehnen und Knorpelplatten auch sehr anfällig für Beschwerden und Verletzungen. Wesentlich für ein gesundes Knie sind eine kräftige (Oberschenkel-)Muskulatur und eine gute Koordination zur Sturz und Fallprophylaxe.

Einfach zum Ausprobieren – Tipps und Tricks:

  • Aktives Stehen: hüftbreiter Stand – Sprunggelenk, Knie und Hüfte stehen übereinander – die Knie sind leicht gebeugt.
  • Achten Sie bei allen Übungen, beim Laufen, Gehen, Radfahren und Stehen darauf, dass sich die Beine/Gelenke in einer Achse bewegen. Eine einfache Übung dazu ist eine „Test-Kniebeuge“: aktiver Stand, die großen Zehen zeigen gerade nach vorne, das Becken wird abgesenkt – die Knie sollen sich in einer senkrechten Ebene nach unten bewegen und nicht seitlich ausweichen. Zur Unterstützung und zum bewussten Üben kann auch ein Ball zwischen den Knien eingeklemmt werden.
  • Niederknien: vermeiden Sie einen spitzen Winkel im Knie, die maximale Beugung unter Belastung sollte 90° sein.
  • Kniefreundliche Sportarten mit einer Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur: Kraul-/Rückenschwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Langlaufen im Winter, Wassergymnastik, Kräftigung mit dem Theraband
  • Sturz- und Fallprophylaxe: Einbeinstand, auch mit geschlossenen Augen oder auf einem weichen Untergrund

 

IBG Arbeitsmedizin

IBG-Gastkommentar in der Tageszeitung »DerStandard«

Wir brauchen mehr Personal in der Arbeitsmedizin

Die Novelle zum ArbeitnehmerInnenschutzgesetz soll dem Mangel an Arbeitsmedizinern entgegenwirken. Die Änderungen sind aber nicht mehr als ein erster Schritt. Um den Personalmangel im Bereich der Arbeitsmedizin zu entschärfen, sind weitere Maßnahmen nötig.

Unsere Branche der Gesundheitsdienstleister verfügt über zu wenig Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner (Amed). Das hat spürbare Konsequenzen: Immer mehr österreichischen Unternehmen ist es unmöglich, die arbeitsmedizinische Betreuung in den Betrieben zu gewährleisten.

Nach jüngsten Berechnungen der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention (AAMP) ist für 2028 ein personeller Fehlbestand von rund 880 Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmedizinern zu erwarten – bei einem Gesamtbedarf von 1500 Personen. Dies bedeutet, dass uns bei unveränderter Entwicklung in sechs Jahren 60 Prozent des arbeitsmedizinischen Personals fehlen werden.

Neues Berufsbild

Über viele Legislaturperioden blieben unsere Warnungen ungehört. Jetzt hat der Gesetzgeber ein wichtiges Zeichen gesetzt. Am 1. Juli 2022 ist eine umfassende Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) rückwirkend in Kraft getreten.

Kernpunkt der Gesetzesvorlage ist die Einführung des „arbeitsmedizinischen Fachdienstes“ (AFa). Der neue Berufsstand soll die Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner in ihrer täglichen Beratungs-, Betreuungs- und Präventionsarbeit entlasten. Die Überlegung dabei: Der akademisierten Ausbildung der Amed mit sechs Jahren Studium, drei bis sechs Jahren Fachausbildung und einem mehrmonatigen Speziallehrgang wird ein ebenfalls hochqualifizierter, aber mit kürzerer Ausbildungszeit versehener Assistenzberuf zur Seite gestellt. Damit soll der berufliche Zugang in die Branche des Arbeitnehmerschutzes und des betrieblichen Gesundheitsmanagements attraktiver werden.

Die Novelle fordert für den arbeitsmedizinischen Fachdienst unter anderem eine abgeschlossene Ausbildung an einer anerkannten Akademie für Arbeitsmedizin und eine zumindest zweijährige Berufserfahrung in bestimmten Gesundheitsberufen. Besonders angesprochen werden Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflege.

Es werden aber auch Mitarbeiterinnen der verschiedensten medizinisch-technischen Dienste gesucht – vom medizinisch-technischer Laboratoriumsdienst über den ernährungsmedizinischen Beratungsdienst bis hin zum orthoptischen Dienst (siehe § 82 c (2) ASchG). Im Gesetzestext werden die Kompetenzen des Fachdienstes eingängig bestimmt: Die Erstbegehung in Arbeitsstätten bleibt immer den Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmedizinern vorbehalten. Mitglieder des Fachdienstes sind berechtigt, weitere regelmäßige Begehungen von Kleinbetrieben (bis 50 Arbeitnehmer) durchzuführen, sofern in der Arbeitsstätte nur Büroarbeitsplätze oder Arbeitsplätze mit vergleichbar geringer Gefahrenlage eingerichtet sind. Dabei dürfen die Präventionsstunden bis zu 30 Prozent der arbeitsmedizinischen Präventionszeit pro Jahr angerechnet werden.

Ungelöste Probleme

Die Gesetzesnovelle verspricht für den Arbeitnehmerschutz und die betriebliche Gesundheitsprävention in Österreich eine Verbesserung der Mangelsituation – aber sie wird das Problem nicht lösen können. Daher empfehlen wir dringend, Ärztinnen und Ärzten, die in einer arbeitsmedizinischen Fachausbildung stehen, bereits im Rahmen des arbeitsmedizinischen Fachdienstes arbeiten zu lassen.

Aktuell dürfen die Ärztinnen und Ärzte während der neunmonatigen Fachausbildung in keiner Form eingesetzt werden. Ich bin überzeugt, dass dies zu einer deutlich höheren Verweilrate in der Fachrichtung der Arbeitsmedizin führen wird. Bislang bleiben lediglich 51 Prozent der Absolventen der arbeitsmedizinischen Akademien mit ius practicandi nachhaltig in der Fachrichtung aktiv. Diese Quote gilt es, dringend zu steigern.

Zum Beitrag

 

Zeit, Sanduhr

Leben ist Zeit, Zeit ist leben

Im Durchschnitt haben wir 39 Millionen Lebensminuten zur Verfügung. Jede davon ist einmalig, jede davon unwiederbringlich und jede davon bietet uns die Chance mit Leben, Freude und Sinn erfüllt zu werden.

Wir alle kennen das: Schon wieder 30 Minuten auf Facebook verbracht, viel zu lange auf ein Mail gewartet, ewig im Stau gestanden. Wir verbringen unsere Zeit mit den unterschiedlichsten Dingen. Manche sind unerwünscht, andere können wunderschön sein. Das Treffen mit Freunden kann ebenso erholsam und unterhaltsam sein, wie ein gutes Buch oder ein Film. Doch selten durchleben wir diese Momente bewusst. Sobald wir wissen, womit und wofür wir unsere Zeit verbringen, ist es uns besser möglich, die Grenze zugunsten der schönen Augenblicke zu verschieben und bewusster zu genießen. Dazu ein paar Ideen:

  • Schreiben Sie einen Tag lang auf, was Sie mit Ihrer Zeit anstellen und schenken
    Sie sich dadurch einen neuen Blick auf die Möglichkeiten, die sich bieten.
  • Je älter wir werden, desto schneller scheint die Zeit zu verrinnen: Wir sind es gewohnt in Routinen zu leben und haben z.T. verlernt wie Kinder uns an Neuem zu erfreuen: Ein offener Zugang für Veränderung und das Durchbrechen von eingerosteten Alltagsabläufen könnte Abhilfe schaffen.
  • Probieren Sie Augenblicke bewusster wahrzunehmen: Vertiefen Sie sich in ein Buch; beobachten Sie Leute, wenn Sie warten, trainieren Sie ihr Gedächtnis mit Denkaufgaben – das bildet neue Synapsen im Gehirn.
  • Wir tendieren dazu gewonnene Zeit sofort wieder zu verplanen.
    Das verursacht Stress und nimmt die Zeit für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse.

Foto von Jordan Benton: www.pexels.com

Zeit ist kostbar: Es ist oft nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel, die wir nicht nutzen!

In der Atmung liegt die Kraft

Beim tiefen Durchatmen dehnt sich Ihr Zwerchfell durch die Bewegung von Brustkorb und Bauch. Ihr Zwerchfellnerv – der Vagusnerv wird aktiviert.

Der Vagusnerv ist Ihr Selbstheilungsnerv

  • Als Teil des Parasympathikus ist der Vagusnerv ein wichtiger Bereich des vegetativen Nervensystems. Er sorgt dafür, dass sich das Gleichgewicht zwischen Anspannung (Sympathikus) und Entspannung (Parasympathikus) immer wieder aufs Neue einpendelt.

Durch Ihre tiefe Atmung und Aktivierung Ihres Vagusnervs entsteht im Körper ein harmonischer Ausgleich – Ihr Herzschlag und Ihre Atemfrequenz stellen sich auf Entspannung und Ruhe ein, die Ausschüttung der Stresshormone wird gedrosselt, Ihr Körper erholt sich.

Nehmen Sie sich im Arbeitsalltag bewusst Zeit für mehrere Atempausen am Tag:

  • Aufstehen, Schuhe ausziehen, Füße in leichter Grätsche auf den Boden stellen und bewusst den Untergrund spüren.
  • Strecken und schütteln Sie sich durch.
  • Augen schließen, denken Sie an einen schönen Ort, an dem Sie sich wohl fühlen.
  • Legen sie ihre linke Hand auf den Brustkorb, ihre rechte Hand unter den Brustkorb und los geht’s.
  • Atmen sie tief durch die Nase ein, zählen sie dabei langsam bis vier, bis sie spüren, dass sie den Brustkorb bis zum Bauch mit Luft füllen.
  • Dann atmen sie durch die Nase wieder aus und zählen dabei bis sechs.
  • Machen sie insgesamt sechs Atemzüge, das dauert ca. eine Minute.

Übrigens: Lachen aktiviert ebenso den Vagusnerv!

Einfach mal tief durchatmen und es kehrt Ruhe ein!

Bild: Vlada Karpovich

Hoch hinaus – aber sicher

Haben Sie gewusst, dass „Stürze aus der Höhe“ mit rund einem Drittel in den eine der Hauptursachen für Arbeits- und Haushaltsunfälle sind! Neben Stolpern, Umknicken oder Fehltritten ist die Verwendung von unsicheren Aufstiegshilfen oder die falsche Aufstellung mit dafür verantwortlich.

Tipps für eine sicheren Umgang mit Aufstiegshilfen:

  • Nehmen Sie sich die Zeit, eine „richtige“ Leiter/ Aufstiegshilfe zu holen
  • (Büro-)Sessel, Schemel, Kisten und Tische und vor allem deren Kombination sind als Aufstiegshilfen absolut ungeeignet, auch wenn du denkst, dass es „eh ganz schnell“ geht.
  • Die Leiter muss stabil stehen und somit „komplett“ aufgestellt sein. Stehleitern dürfen nicht als Anlegeleitern verwendet werden.
  • Kontrollieren Sie die Leiter regelmäßig auf ihre Sicherheit (Holmen, intakte Rutschsicherung, Qualität der Sprossen, Spreizsicherung)
  • Kaputte Leitern sollten sofort entsorgt und ersetzt werden.
  • Eckige Stufen sind sicherer als runde Sprossen
  • Verwenden Sie geeignete (feste) Schuhe, das erhöht dein eigene Trittsicherheit

Foto von Ksenia Chernaya

 

 

 

Die Tücken digitaler Kommunikation

„Ich kann heute Abend nicht.“ – „Nein.“- „Ok.“ Was für den einen als völlig normaler Satz oder Botschaft gilt, versteht ein anderer wiederum als Angriff oder als ein Zeichen des Unmuts.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass in der Zeit von sozialen Medien und digitaler Arbeit die Verwendung von Emojis Usus geworden ist. Diese geben Auskunft über die Emotion des Anderen und ersetzen im digitalen Miteinander Gestik, Mimik und Tonlage der Kommunikation.

Missverständnisse entstehen jedoch nicht nur durch Emojis (z.B. alleine für „Freude“ gibt es Emojis im zweistelligen Bereich), sondern auch durch die Formulierung des Textes, Verkürzung der Botschaften, Zeichensetzung (z.B. keine Punktation) und Verwendung weiterer Stilmittel (z.B. GIFs oder „ “ am Anfang oder Ende einer Nachricht).

Wie können daher Missverständnisse vermindert werden?

  • Nicht vorschnell:

    Den Text vor dem Absenden nochmal durchlesen und versuchen, sich in den Empfänger hineinzuversetzen (z.B. „Wie könnte die Nachricht aufgenommen werden?“, „Ist die Formulierung konstruktiv bzw. hilfreich?“)

 

  • Den richtigen Kanal wählen:

    Jeder Kanal (z.B. E-Mail, WhatsApp, Videoanruf) beinhaltet eine unterschiedliche Informationstiefe und ist daher nicht für jede Botschaft gleich sinnvoll. Bei wichtigen oder heiklen Themen ist z.B. das persönliche Gespräch häufig die bessere Wahl, während reine Informationen gut auch per Mail kommuniziert werden können.

 

  • Botschaft anreichern:

    Sollte bei einem wichtigen Thema ein persönliches Gespräch nicht möglich sein, dann investieren Sie mehr Zeit und Worte in die Nachricht, um möglichst viel Kontext zu liefern. Auch die Sprachaufnahmefunktion am Handy kann sich hier als hilfreich erweisen.

 

  • „Die Formatierung macht die Musik“:

    Ähnlich wie Emojis bei WhatsApp & Co, liefert die Formatierung einer E-Mail eine nonverbale Aussage über deren Inhalt. Relevant sind Groß- und Kleinschreibung (z.B. DRINGEND), Zeichensetzung (z.B. !!!!!!!!!Wichtig!!!!!!!!!!!) und Farbe sowie Schriftart (z.B. „Daher ersuche ich sofort, um …“). Setzen Sie die Formatierung daher ganz bewusst ein.

 

  • „So wie man in Outlook hineinruft, so schallt es auch wieder heraus“:

    Orientieren Sie sich an positiven Beispielen für Kommunikation aus Ihrem Arbeitsumfeld und reflektieren Sie, welche Verhaltensweisen Sie ebenfalls umsetzen könnten.

In diesem Sinne, gutes Gelingen bei der digitalen Kommunikation!