Kategorie: 03 Blog

alle Posts, die den Blog bespielen

So kehren Sie ohne Kulturschock in den Arbeitsalltag zurück

  • Mit den Lockerungen der Lockdown-Regeln kehren immer mehr Unternehmen aus dem Homeoffice zu einem neuen Arbeitsalltag zurück. „Normalität“ hat sich durch Covid gewandelt.
  • Führungskräfte und Unternehmen sollen Mitarbeiter:innen und Teams die Rückkehr an den Büro-Arbeitsplatz übergangslos und so einfach wie möglich gestalten.
  • Finden Sie hier zehn Tipps, wie Management und Belegschaft so reibungslos wie möglich aus dem Homeoffice in die neue „Normalität“ zurückfinden.
Regina Nicham | IBG Leitung Arbeitspsychologie
Regina Nicham, Leiterin des Bereichs Arbeits- und Organisationspsychologie von IBG, gibt zehn Tipps, wie die Rückkehr in die „normale“ Arbeitswelt für alle friktionsfrei gestaltet werden kann.

Mit der schrittweisen Aufhebung der Corona-Maßnahmen kehren viele Unternehmen in einen neuen Arbeitsalltag zurück. Die Tage im Homeoffice werden deutlich reduziert, Arbeitsmethoden haben sich durch digitale Kanäle verändert, soziale Abläufe nehmen im Büro neue Formen an.

Covid hat das Alltagsleben verändert. Führungskräften kommt in der gegenwärtigen Übergangsphase eine wichtige Rolle zu: Sie sollen Ihre Teams bei der Rückkehr in den veränderten Büroalltag unterstützen.

Regina Nicham, Leiterin des Bereichs Arbeits- und Organisationspsychologie von IBG, gibt zehn Tipps, wie die Rückkehr in die „normale“ Arbeitswelt für alle friktionsfrei gestaltet werden kann.

Tipp 1: Halten Sie die Schutzmaßnahmen im Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter:innen
Stellen Sie weiterhin alle notwendigen Informationen und Mittel zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen bereit und sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter:innen zu einem sorgsamen Umgang mit Krankheitssymptomen.

Tipp 2: Feiern Sie das Wiedersehen
Sie haben sich jetzt alle lange nicht live gesehen und dennoch im Team viel geleistet. Dies sollte anerkannt und „gefeiert“ werden. Die Stärkung des sozialen Zusammenhalts steht im Fokus.

Tipp 3: Lassen Sie Spielraum für die Eingewöhnungsphase
Geben Sie Ihren Mitarbeiter:innen Zeit, um sich wieder an ihrem Arbeitsplatz einzufinden und mit den neuen Gegebenheiten umzugehen – kein „business as usual“

Tipp 4: Halten Sie eine Nachlese zur Homeoffice-Zeit
Besprechen Sie die Arbeitsphase im Remote-Modus. Jetzt ist die Zeit, veraltete Prozesse abzuändern und den neuen Bedürfnissen anzupassen – „Lessons learned“

Tipp 5: Bleiben Sie für die Mitarbeiter*innen präsent
Auch im „Normalbetrieb“ ist es wichtig aktiv auf seine Mitarbeiter:innen zuzugehen, präsent und erreichbar zu sein, um weiterhin sensibel für mögliche Sorgen und Ängste zu sein.

Tipp 6: Forcieren Sie das Thema Weiterbildung
Nach der Lockdown-Phase ist das Thema Weiterbildung besonders wichtig. Nützen Sie die Aufbruchstimmung, um Versäumtes aufzuholen.

Tipp 7 : Teilen Sie Ihre Erkenntnisse
Haben Sie oder Ihre Mitarbeiter:innen selbst vielleicht neue Vorlieben in der Art zu arbeiten oder neue Aufgaben für sich entdeckt? Durch diese Erkenntnisse können vielleicht Prozesse und Aufgabengebiete neu arrangiert werden und sowohl Ihre Mitarbeiter*innen als auch das Unternehmen und damit Sie selbst profitieren.

Tipp 8: Verströmen Sie Zuversicht
Feiern Sie gemeinsame Erfolge und betonen Sie, was alles geschafft und erreicht wurde. Lassen Sie die Mitarbeiter:innen selbst über Positives berichten. Dazu fördern neue Aufgabenfeder die Ausdauer.

Tipp 9: Informieren Sie über die aktuelle Lage und Visionen
Sprechen Sie die aktuelle Lage des Unternehmens an und geben Sie einen Ausblick, wie die nahe Zukunft aussehen könnte und wie Sie sich den Weg dorthin vorstellen.

Tipp 10: Führen Sie auf Augenhöhe
Binden Sie Ihre Mitarbeiter:innen in Entscheidungen ein und lassen Sie diese auch selbst Entscheidungen treffen. Dies führt zu mehr Engagement der Mitarbeiter*innen durch Wertschätzung, Selbstständigkeit und Gestaltungsspielraum.

 

 

 

Sonnenbrand

Der Sommer ist da und viele von uns halten sich wieder öfters in der Sonne auf. Das hat zwar positive Effekte auf unser Gemüt und unseren Vitamin D Haushalt. Ein zu viel des Guten kann aber auch rasch negative Folgen haben. Mythen zum Thema Sonnenbrand:

  1. Sonnenbrand verwandelt sich nach einer gewissen Zeit in gesundes Goldbraun?

Falsch! Sonnenbrand ist keine Vorstufe des Braunwerdens, sondern eine Entzündungsreaktion der Haut, Zellen werden geschädigt, die Blutgefäße weiten sich und die Haut wird rot. Bei schwerem Sonnenbrand sollten Sie immer zum Arzt gehen.

  1. Im Auto kann man keinen Sonnenbrand bekommen?

Falsch! Die Seitenscheiben lassen 60-80% der UV-Strahlung durch, daher besteht hier sehr wohl die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen. Die Windschutzscheiben hingegen sind meist laminiert und schützen daher tatsächlich vor der gefährlichen UV-Strahlung.

  1. Sonnencreme doppelt auftragen verdoppelt den Schutz?

Falsch! Egal wie oft sie die Creme auftragen, der Lichtschutzfaktor erhöht sich dadurch nicht. Jedoch sollten sie alle zwei Stunden nachcremen um geschützt zu bleiben. Die Schutzdauer richtet sich nach der Höhe des Lichtschutzfaktors und der Empfindlichkeit der Haut.

 4. Auf After Sun-Produkte kann man verzichten?

Falsch!  In der Sonne verliert die Haut viel Feuchtigkeit, die sollten Sie ihr mit Lotionen zurückgeben.

  1. Im Schatten braucht man keine Sonnencreme?

Falsch! Im Schatten reduziert sich die UV- Strahlung nur um 50%.

  1. Regelmäßige Besuche im Solarium bereiten die Haut auf die Sonne vor?

Falsch! Der Eigenschutz der Haut wird durch Solariumbräune nicht gesteigert.

  1. Selbstbräuner schützt die Haut vor der Sonne?

Falsch! Die oberste Hautschicht wird lediglich eingefärbt, die Sonnenempfindlichkeit der Haut wird dadurch nicht verändert.

Infos zur Eigenschutzzeit der Haut:

Je nach Hauttyp variiert die Zeit, die wir gefahrlos ohne Sonnenschutz in der Sonne verbringen können erheblich. Bei sehr hellhäutigen Menschen beträgt sie nur wenige Minuten, bei sehr dunklen 40min oder mehr. Sie wird standardisiert bei UV-Index 8 (Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa).

Der Lichtschutzfaktor muss mit der Eigenschutzzeit multipliziert werden, um herauszufinden, wie lange man nach Auftragen der Sonnencreme maximal in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Sicherheitshalber sollte man diese Zeit aber nur zu 2/3 ausreizen. Wichtig ist, die Creme reichlich aufzutragen und ca. alle 2 Stunden nachzucremen.

Klassifikation der Hauttypen nach „Fitzpatrick“

Die Klassifikation des amerikanischen Dermatologen aus den 1970ern von ursprünglich 4 Typen wurde später um Typ V und VI erweitert:

Hauttyp I: der keltische Typ.

Er hat meistens rote bis hellblonde Haare, eine sehr helle Haut, immer Sommersprossen, sehr helle Brustwarzen und wird eigentlich nicht braun. Nach maximal 10 Minuten ohne Schutz bekommt er einen Sonnenbrand.

Hauttyp II: der nordeuropäische Typ.

Mit blonden oder hellbraunen Haaren und hellen Augen. Er hat oft Sommersprossen, mäßig pigmentierte Brustwarzen, bräunt langsam und bekommt häufig einen Sonnenbrand. Sein Eigenschutz hält 10 bis 20 Minuten.

Hauttyp III: der Mischtyp.

Mit braunen Haaren und vorwiegend braunen Augen, kaum Sommersprossen, mäßig braune Brustwarzen, langsam aber fortschreitende Bräunung. Er kann sich gefahrlos 20 bis 30 Minuten in der Sonne aufhalten.

Hauttyp IV: der mediterrane Hauttyp.

Er hat braunes oder schwarzes Haar, schon in ungebräuntem Zustand eine bräunliche Haut und nie Sommersprossen,  braune Augen und dunkle Brustwarzen. Er darf mehr als 30 Minuten ohne Schutz in die Sonne.

Hauttyp V: der dunkle Hauttyp.

Seine Haut ist hellbraun bis dunkelbraun, die Augen sind braun, das Haar schwarz.  Der Eigenschutz beträgt mehr als 1,5 Std.

Hauttyp VI: der schwarze Hauttyp.

Zu ihm zählen Menschen mit dunkelbrauner bis schwarzer Hautfarbe. Sie bekommen nahezu nie Sonnenbrand.

Vermeiden Sie also zu lange Sonnenbäder ohne Sonnenschutz! Dadurch sinkt nicht nur das Sonnenbrandrisiko, sondern auch Ihr Hautkrebsrisiko!

 

 

 

 

IBG Expertin bei der 23. Österreichischen Gesundheitsförderungskonferenz

IBG wird  bei der 23. Österreichischen Gesundheitsförderungskonferenz zum Thema „Gesund bleiben! Aus FGÖ-Initiativen für die Zukunft lernen. des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) durch IBG Expertin Ina Lukl, Bereichsleiterin für Generationenbalance und BGF-Projekte vertreten. Sie hält einen Impulsvortrag über „Aktive Mobilität zwischen Betrieblicher Gesundheitsförderung und Betrieblichem Mobilitätsmanagement“.  Die Konferenz findet am 25. 6.2021 als Livestream statt.

Zum Inhalt:

»Bislang erweisen sich die meisten Versuche, das Mobilitätssystem in Organisationen nachhaltiger zu gestalten, als Serie von Einzelmaßnahmen, die positive Effekte im Bereich Gesundheitsförderung und Klimaschutz kaum oder gar nicht berücksichtigen. Oftmals bleiben potenzielle Synergien zwischen Mobilitäts- und Gesundheitsmanagement ungenutzt und Interventionen damit nur bedingt effizient. Auf Grundlage bereits vorliegender Ergebnisse kann die Förderung aktiver Mobilität als Gesundheitsquelle und Beitrag zum Klimaschutz ihre Wirkung entfalten.

Gemeinsames und übergeordnetes Ziel des Mobilitäts- und Gesundheitsmanagements in Unternehmen sollte daher die synergetische Zusammenführung von planungsbasierten Tools, betrieblichem Mobilitäts- und Gesundheits-Management sein, um damit eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Mobilitätsverhaltensänderung erreichen zu können. Neben der Analyse hinderlicher und förderlicher Infra- und Organisations-Strukturen wird in einem ganzheitlichen Ansatz auch das individuelle Mobilitätsverhalten adressiert, um Gewohnheiten zu verändern, u.a. indem für den Lebensstil als wesentliche Grundlage zu Gesundheit und Wohlbefinden sensibilisiert wird, im Sinne des Arbeitsweges als Gesundheitsprogramm.«

Referentin: Ina Lukl | IBG Generationenbalance und BGF-Projekte Mag. Ina Lukl
Als Arbeitspsychologin, Unternehmens- und BGF-Beraterin (u.a. für die ÖGK), Diplomierte Systemische Beraterin und Coach mit Zusatzqualifikationen als In-Body-Mind-Trainerin und KörperCoach sowie Dipl. Lebens- und Sozialberaterin seit 2008 im betrieblichen Gesundheitsmanagement für IBG (Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH) tätig.

Im Rahmen dieser Tätigkeit Leitung und Begleitung zahlreicher Befragungs-, Evaluierungs- und ausgezeichneter Gesundheitsförderungs-Projekte in renommierten Unternehmen diverser Branchen Österreichs. Als Leiterin der Bereiche BGF Projekte und Generationenbalance vielfältige Erfahrung in Moderation, Konzeption und Durchführung von Vorträgen, Workshops und Seminaren zu Themen wie Digitalisierung/ Arbeitswelt 4.0, BGM in Krisenzeiten, Konfliktmanagement,

Fang an anzufangen.

Häufig fällt es uns schwer unsere Vorhaben umzusetzen oder damit überhaupt erst anzufangen. Wir nehmen uns dies und jenes vor, aber noch bevor wir damit loslegen, putzen wir die Wohnung, beantworten Emails, schauen nach, was es neues auf Facebook gibt – Aufgaben, die uns schneller und leichter von der Hand gehen, als die, die wir uns vorgenommen haben, deren Erledigung uns aber dennoch das Gefühl gibt, etwas geschafft zu haben. Das eigentliche Vorhaben haben wir nicht einmal angefangen.

Hier ein paar Tricks, um endlich damit anzufangen:

  • Der Fang-an-bevor-du-anfängst-Trick:

    Fang zumindest 10 Minuten lang mit der Aufgabe an und erteile dir die Erlaubnis dann auch wieder aufzuhören, denk dabei an das Ziel, das du erreichen möchtest.

  • Der Begrenze-die-Zeit-Trick:

    Definiere ein konkretes Zeitfenster, in dem du die Aufgabe erledigst. Haben wir für etwas zu viel Zeit, reiht es unser Gehirn auf der Prioritätenliste automatisch weiter hinten ein.

  • Der Belohnungs-Trick:

    Gib dir das Versprechen dich nach einer Aufgabe mit einer Kleinigkeit zu belohnen – das wird dich motivieren dranzubleiben.

  • Der Wenn-dann-Trick:

    Überlege dir, was dich an der Umsetzung hindern könnte und wie du darauf reagieren könntest. Sprich: Wenn A passiert, mache ich B.

  • Der Fang-an-aufzuhören-Trick:

    Wenn du das Verlangen spürst, etwas anderes zu tun als das, was du eigentlich tun willst/sollst, mache noch zehn Minuten weiter mit der Erlaubnis dann das andere zu tun. Stell dir dabei vor, wie es sich anfühlt die eigentliche Aufgabe erledigt zu haben.

Aktivierungsübung: Über-Kreuz

Ausreichend Schlaf, abwechslungsreiche Ernährung, Bewegung und frische Luft sind die ideale Voraussetzung für eine gute Konzentrationsfähigkeit.

An besonders stressigen und anstrengenden Tagen reicht das aber oft nicht aus. Abhilfe können Aktivierungsübungen schaffen wie zum Beispiel »Über-Kreuz-Übungen«. Dabei wird das Zusammenspiel von linker und rechter Gehirnhälfte gefördert, weshalb sie auch Brain-Gym bzw. Gehirngymnastik genannt werden. Sie erhöhen Aufnahmefähigkeit und Leistungsvermögen.

Nachfolgend finden Sie vier Übungen, die unabhängig voneinander im Sitzen gemacht werden können:

  • Reiben Sie mit der linken Hand Ihr rechtes Ohr, gleichzeitig reiben Sie mit der rechten Hand Ihr linkes Ohr (auch nacheinander möglich)
  • Folgen Sie mit Ihren Augen einer liegenden Acht ∞
  • Wer doch lieber kurz aufstehen möchte, kann mehrmals abwechselnd mit dem rechten bzw. linken Ellenbogen das gegenüberliegende Knie antippen.
  • Eine andere Übung wäre der Schuhplattler. Berühren Sie hinter Ihrem Rücken den rechten Fuß mit Ihrer linken Hand, dann den linken Fuß mit Ihrer rechten Hand. Wiederholen Sie diese Übung einige Male.

Lassen Sie sich nicht ablenken – oder lieber doch?

Wer kennt es nicht – den Tisch voller Arbeit und dennoch lassen wir uns von allem und jedem ablenken. Der Grund dafür liegt in unserem  Gehirn, welches auf Durchzug stellt, sobald die eintreffende Informationsmenge unser Arbeitsgedächtnis übersteigt.

Ganz nach dem Motto: »Lieber ein wenig Ablenkung als das Risiko einzugehen etwas Wichtiges zu vergessen« Deswegen: immer wieder gezielt kurze Pausen einlegen. Sie ermöglichen es uns, Abstand zur Aufgabe zu gewinnen und uns neu zu strukturieren.

  • Eines ist klar: Die Arbeit wird nicht weniger und erledigt sich nicht von selbst. Doch mit ausreichenden Pausen geht es (Ihnen) besser. Mehrere kurze Pausen sind effektiver, als ein bis zwei längere Pausen.
  • Kurzpausen sind in der Regel 1–5 Minuten lang und sollten nach individuellen Zeiten der Ermüdung – sprich wenn man leichter ablenkbar wird – regelmäßig gehalten werden (etwa alle 60-90 Minuten).
  • Verschieben Sie Ihre Pause nicht nach hinten, weil Sie glauben ansonsten nicht mit der anfallenden Arbeit in der vorgegebenen Zeit fertig zu werden. Man kann am Tag nicht durchgehend 100% leisten. Ihr Gehirn macht automatisch kleine Pausen, indem es sich ablenken lässt. Setzen Sie diese lieber bewusst ein.
  • Gezielt geplante Kurzpausen verhindern ein Anhäufen von Ermüdungserscheinungen im Verlauf eines Arbeitstages. So zeigt sich, dass die Erholung nach einem Arbeitstag ohne Unterbrechungen deutlich länger dauert und schwerer gelingt.

Am Ende könnte aus Ablenkung Inspiration werden und Raum für neue Ideen entstehen.
In diesem Sinne: Lassen Sie sich ablenken.

Das kleine Bewegungs-ABC

Wir sind bewegte Wesen und dem müssen wir Rechnung tragen. Es geht nicht um die Absolvierung eines Marathons, sondern um die tägliche und gesundheitsfördernde Bewegung, die unseren Stütz- und Bewegungsapparat bewegt, dehnt und kräftigt und uns darüber hinaus auch Freude bereitet:

  • Alltagsbewegung
    Jede Bewegung und jeder Haltungswechsel ist wichtig.
  • Atmung
    Atemnot ist meist Zeichen einer zu hohen Belastung – ein „Plaudertempo“ ist wichtig.
  • Aufwärmen und Abwärmen
    sind fixe Bestandteile einer gesunden Bewegung.
  • Keine Schmerzen
    Bewegung soll als gesundheitsförderndes Element empfunden werden und keine Schmerzen verursachen
  • Körpergewicht
    Bewegung ist beinahe mit jedem Gewicht möglich. Aber Achtung bei der Intensität.
  • Motivation
    durch z.B. Aufzeichnungen, Training zu zweit, Spaßfaktor, passende Anforderung . . .
  • Müdigkeit
    soll keine Ausrede für eine Bewegungseinheit sein, eventuell ist es sinnvoll die Intensität oder die Komplexität zu reduzieren.
  • Muskelkater
    ist kein Zeichen für ein besonders wirksames Training.
  • Ruhetag
    Legen Sie nach jedem Trainingstag einen Ruhetag.
  • Schonung
    heißt gezielte Bewegung zur Unterstützung und Aufbau des Stütz- und Bewegungsapparates und NICHT „keine Bewegung“.
  • Schlechtes Wetter
    soll keine Ausrede, sondern nur die Suche nach einer Alternative sein.
  • Wer rastet, der rostet!

Leise, bitte!

Für eine konzentrierte Tätigkeit wünschen wir uns Ruhe und eine leise Umgebung.  Aber weder in Großraumbüros noch im Homeoffice ist dies immer möglich.

Oft helfen interne Vereinbarungen und Regelungen.  Ausreichend Räumlichkeiten für den Rückzug bei lauteren Tätigkeiten wären zwar von Vorteil, sind aber nicht immer vorhanden. Denn auch das zeitweilige Zurückziehen in einen – noch so kleinen – Ruheraum bringt großen Nutzen für eine bessere Konzentration und reibungsfreie Zusammenarbeit.
Im Homeoffice ist dies mit all seinen Vorteilen aber deutlich komplexer und aufwendiger – denn hier sind nicht nur die unternehmerischen Aspekte sondern auch die familiären Bedürfnisse zu berücksichtigen. Eine gute Mischung aus Feingefühl, Organisationstalent und Durchhaltevermögen ist für eine umsichtige und erfolgreiche Lösungsstrategie sicherlich eine wertvolle Hilfe.

Zwischen Lärm und genussvoll erlebter Geräuschkulisse

Jeder Mensch empfindet die Schwelle zum Lärm anders. Zudem kommt, dass wir in verschiedenen Situationen unterschiedlich für Lärm oder Stille empfänglich sind. In einer Disco sucht man bewusst die laute Musik zum Abschalten und „Entspannen“. In einer Kirche zum Beispiel suchen Menschen einen Ort der Stille, können aber ebenso von einem akustisch raumfüllenden Konzert hingerissen sein.

Manchmal sind wir von Vogelgezwitscher begeistert und lauschen gespannt den Tönen, dann wieder wollen wir uns konzentrieren und der Vogel vor unserem Fenster raubt uns den letzten Nerv. Die Schwelle bzw. die individuellen Grenzen zwischen störendem Lärm und genussvoll erlebter oder gewünschter Geräuschkulisse werden immer vorhanden sein und damit wird eine zufriedenstellende Lösung zur Lärmreduktion bzw. -optimierung sehr komplex und oftmals nur mit einer vielschichtigen Lösungsstrategie und umfassender Einbeziehung der Beteiligten zu erreichen sein.

So muss das Thema Lärm aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Nicht nur medizinische und persönliche Aspekte sind relevant, sondern auch die Vorgaben des Arbeitnehmer:innenschutzes.

Geschädigtes Hörvermögen vermindert die Lebensqualität

Wenn man den Lärm auf eine körperliche und psychische Belastung reduziert, so können sowohl langanhaltender Lärm ab einem Dauerschallpegel von 80dB als auch ein kurzer Impulslärm ab 120dB zu Schädigungen im Ohr führen – und diese sind irreversibel, denn die Lärmschwingungen werden im Innenohr von feinen Haaren aufgenommen und weitergeleitet. Ist die Schwingung bzw.  der Lärm zu groß, so bricht das Härchen ab und regeneriert sich auch nicht mehr. Es bleibt ein dauerhafter Schaden, der das Hörvermögen, speziell in vielfältigen Lärmsituationen wie bei Gesprächen in Gruppen in lauter Umgebung, negativ beeinflusst und die Lebensqualität vermindert.

Kollektiver Lärmschutz versus individuellem Gehörschutz

Speziell am Arbeitsplatz muss ab 80bB ein Gehörschutz angeboten werden und ab 85dB verpflichtend verwendet werden, dies ist beim Arbeiten mit Maschinen sehr oft der Fall.  Prinzipiell ist ein kollektiver Lärmschutz, also das Reduzieren von Lärm bzw. das Einhausen der Lärmquelle, dem individuellen Lärmschutz (Gehörschutz)aber vorzuziehen. Wie bereits oben erwähnt, sind speziell in Großraumbüros, neben der Bereitstellung von Rückzugsbereichen und Besprechungsräumen, schalldämmende Maßnahmen und begleitende Verhaltensregeln wichtig. Zusätzlich sind den Mitarbeiter:innen in Lärmbereichen unter bestimmten Voraussetzungen auch regelmäßige Untersuchungen der Hörfähigkeit anzubieten.

Beim erholsamen Schlaf ist erweisen, dass ein permanenter Geräuschpegel die Erholung deutlich reduziert und den Stresslevel kontinuierlich steigert. Das nachhaltige „körperliche und geistige Abschalten ist ohne akustisches Abschalten“ kaum möglich. Ruhe ist hier ein unerlässlicher Baustein für unsere Gesundheit und eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit.

Dezibel-Tabelle:

Die Lautstärke Einheit wird in Dezibel (dB) gemessen. Der menschliche Hörbereich reicht von absoluter Stille 0dB, über leises Flüstern 30dB, bis hin zum ohrenbetäubenden Lärm eines Düsentriebwerkes 140dB. Zwei gleichgroße Schallquellen erhöhen den Schallpegelzuwachs um 3db, das bedeutet, dass zum Beispiel zwei Bohrhämmer mit je 83dB gemeinsam 86dB (verpflichtendes Tragen eines Gehörschutzes!) ergeben. Daher macht es auch einen enormen Unterschied, ob ein Geschirrspüler mit 40 oder 43dB angeschafft wird.

 

10dB: Blätterrauschen
30dB: ruhige Bibliothek
50dB: Unterhaltung, normale Zimmerlautstärke
75dB: Fahrradglocke, Großraumbüro
80dB: Rasenmäher, Gewitter, Zug
100dB: Disco, Kreissäge
140dB: Düsenflugzeug

Gedanken zur gesunden Ernährung

„Es ist sehr ungesund für die Leute, wenn sie panisch alles tun, um gesund zu sein. Da kommt die Figur der Verdoppelung ins Spiel. Man muss versuchen, nicht auf panische, sondern auf gesunde Weise gesund zu sein. Das bedeutet, anzuerkennen, dass es durchaus gesund sein kann, sich ab und zu etwas Ungesundes zu gönnen.
Umgekehrt entstehen durch panisches Gesund sein wollen neue Krankheiten – wie zum Beispiel die Orthorexie, eine Mangelerscheinung, die daher rührt, dass Leute sich ausschließlich gesund ernähren
.“

Zitat des österr. Philosophen Robert Pfaller

Es gibt fast keine absoluten Ernährungswahrheiten, sondern letztlich nur persönliche Entscheidungen. Einiges hat sich schon für viele Menschen lange bewährt, anderes findet man für sich ganz persönlich heraus. Nicht jeder verträgt hochwertiges Vollkorn, es bekommt aber auch nicht jeder eine „Weizenwampe“ vom hellen Weizenmehl.

Etwas mehr Regelmäßigkeit, Entschleunigung und Rituale in seine Essgewohnheiten zu bringen, ist aber auch aufgrund des Geselligkeitsfaktors sicher für die meisten von uns von Vorteil. In Abwandlung des altbekannten Sprichworts „Man ist, was man isst“ spricht der Wiener Psychiater Michael Musalek davon, dass  „Man ist, wie man isst“.

Es geht also nicht nur darum was und wie viel man zu sich nimmt, sondern auch darum, wie man das tut. Er denkt dabei an Essstörungen (Anorexie, Bulimie…) und auch an das Essen als gesellschaftliches bzw. kulturelles Ereignis.

Das gemeinsame Genießen darf daher für ein „gesundes“ Leben auch nicht zu kurz kommen und das auch dann, wenn man dabei etwas als ungesund deklariertes tut bzw. isst. „Die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus)  – das gilt auch hier.

Dabei ist es nicht egal, was und wie viel man quasi routinemäßig zu sich nimmt. Schwierig ist zu entscheiden, welche Informationen zu Inhalt, Herkunft und gesundheitlichen Auswirkungen man glauben soll und welche Nahrungsmittel man in sein eigenes alltägliches Leben (und das seiner Familie/seiner Kinder) einbauen soll. Nur dem neuesten Ernährungstrend zu folgen, ist aufgrund der kurzen Taktfrequenz dieser neuesten Erkenntnisse mühsam und letztlich frustrierend. Was heute richtig war, kann morgen falsch sein.

Woran kann man sich also orientieren?

Es lohnt sich auf alle Fälle, seine (Ernährungs)-Gewohnheiten gelegentlich kritisch zu hinterfragen. Sich dabei auf sein „Bauchgefühl“ zu verlassen, ist bestimmt eine gute Richtung. Bei speziellen Fragen können Sie sich natürlich auch  gerne jederzeit in der Ambulanz melden.

 

Gesund im Homeoffice

Soziale Isolation, Kurzarbeit, Abstandsregeln und die eigenen vier Wände als Dauerbüro: in Hochbelastungszeiten ist betriebliche Gesundheitsförderung nicht nur wichtig, sondern notwendig. So gelingt es Unternehmen, Mitarbeiter langfristig zu motivieren und zu stärken.

Dieser Beitrag ist in der Ausgabe 01/21 des Magazins Forum.KSV erschienen. Autorin: Christina Mothwurf

Gerade in Krisenzeiten muss man doch eigentlich froh sein, einen Job zu haben, oder? Stimmt. Aber trotz rasant steigender Arbeitslosenzahlen ist menschliches Kapital keine gesicherte Konstante. Unternehmen tun gut daran, gerade jetzt dafür zu sorgen, dass sich ihre Mitarbeiter wirklich wohlfühlen in ihrer Haut. Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung helfen nicht nur, das physische und psychische Gleichgewicht zu erhalten, sondern sorgen zudem dafür, dass auch nach der Krise motivierte Teams zum Erfolg beitragen.

Aber funktioniert betriebliche Gesundheitsförderung in Zeiten von Homeoffice überhaupt? Ja, das geht. Und es gibt auch jetzt zahlreiche Maßnahmen, von denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig gesehen gleichermaßen profitieren.

Oberstes Gebot: Transparenz.

Wer macht eigentlich gerade was? Und welche Regelungen gelten fürs Homeoffice? Je deutlicher kommuniziert wird, wie die Aufgaben geregelt sind, desto besser arbeiten Mitarbeiter – ganz egal, ob alleine oder in Teams. Soll heißen: Gerade in Krisenzeiten muss über Arbeitsabläufe deutlich mehr kommuniziert werden – und zwar über vielfältige Kanäle, damit auch alle erreicht werden. „Je transparenter man als Unternehmen kommuniziert, desto besser“, so Ina Lukl   von IBG, Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Ina Lukl ist IBG-Leiterin des Bereichs Betriebliche Gesundheitsförderung und Generationenbalance, Arbeitspsychologin, Lebens- und Sozialberaterin, Coach, Trainerin

Ein Zuviel an „Darüber- Reden“ gibt es dabei derzeit nicht, ganz im Gegenteil: Im Homeoffice braucht es da und dort sogar mehr Meetings – und nicht weniger. So kann ein kurzes digitales Treffen am Morgen nicht nur dabei helfen, den  Tag  gemeinsam  zu  strukturieren. „Das hat auch eine soziale Komponente“, so Lukl.

„Wenn ich jetzt Mitarbeiter alleine oder uninformiert lasse, werde ich mitunter Schwierigkeiten haben, sie zu halten.“

Schließlich entfällt durch die Arbeit in den eigenen vier Wänden der gemeinsame Kaffee im Büro. Trotz der allseits bekannten „Zoom-Fatigue“ gilt: Gut geplante Videokonferenzen sind wichtig, um die Teams zusammenzuhalten.

Gut durch den (Heim-)Arbeitstag.

Selbstorganisation und Struktur sind Bereiche, die besonders viel Unterstützung brauchen. Wie gestalte ich meinen Tag so, dass Arbeit und Freizeit (halbwegs) gut getrennt werden können? Wo richte ich mir meinen Arbeitsplatz ein, und welche Möglichkeiten stehen überhaupt zur Verfügung? Um diese Fragen zu beantworten, hat sich das IBG selbst einiges überlegt: „Wir evaluieren mit unseren Mitarbeitern auf Wunsch ihren Homeoffice-Arbeitsplatz und schauen gemeinsam, was man verbessern kann – von der Sitzposition bis zur Beleuchtung“, so Lukl. Und wo es früher einen Gesundheitstag gegeben hat, sorgen derzeit monatliche Vortragsreihen inklusive interaktiver Fragerunde für ein gesundes Miteinander. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmen können helfen, die Fitness im Homeoffice zu fördern: von Yoga und Rückengymnastik als Stream oder Download über Ernährungstipps bis hin zu Entspannungsvideos.

Aber was, wenn man gar nicht die Möglichkeit hat, via Heimarbeit zum Unternehmenserfolg beizutragen? Viele Mitarbeiter sind derzeit sehr isoliert und sitzen zu Hause – da kann schon schnell das Gefühl auftauchen, nicht mehr gebraucht zu werden. Auch hier gilt: Welche Möglichkeiten habe ich als Unternehmer, diese Mitarbeiter wieder zu integrieren? Unterstützung bieten etwa externe Hotlines, die psychologische Beratung anbieten und in Krisensituationen entlasten können. Unternehmen sind gefordert, entsprechend zu informieren und zu motivieren.

Schließlich ist es keine Schande, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr weiterweiß. Apropos Wissen: „Wenn ich jetzt Mitarbeiter alleine oder uninformiert lasse, werde ich mitunter Schwierigkeiten haben, sie zu halten“, so Lukl. Betriebliche Gesundheitsförderung ist also gerade jetzt eine Investition, die sich doppelt auszahlt: für Mitarbeiter und Unternehmen.

HOMEOFFICE LEICHT GEMACHT: Mitarbeitermotivation – step by step

  • Klarheit schaffen:
    Wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Arbeit & Leistung im Homeoffice schaffen die nötige Transparenz:
  • Virtuelles Führen will gelernt sein:
    Arbeitspakete und Zielvorgaben müssen so formuliert werden, dass alle im Team wissen, was er oder sie zu tun hat.
  • Digital und emotional first!
    Mitarbeiter klar informieren, wie mit digitalen Tools kommuniziert wird – auf technischer und emotionaler Ebene.
  • Struktur ist alles:
    Stehen Sie Ihren Mitarbeitern in Sachen Selbstorganisation, Tages und Aufgabenstruktur im Homeoffice aktiv zur Seite.
  • Sharing is caring:
    Motivieren Sie die Mitarbeiter, sich im Fall der Überforderung frühzeitig zu  melden und sich gegenseitig im Team zu unterstützen.
  • Für Unternehmen: JETZT FÖRDERGELDER SICHERN
    Betriebliche Gesundheitsförderung hat viele Vorteile – und weil nachhaltige Konzepte nicht nur gut für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft sind, werden Projekte zur betrieblichen Gesundheitsförderung auch subventioniert. Zum Beispiel von der Österreichischen Gesundheitskasse – alle Informationen zu den Fördermöglichkeiten. Darüber informieren auf die Gesundheitsexperten von Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Wie gute Kommunikation wirklich funktioniert

Die 4 Seiten einer Nachricht. 

Kommunikation als wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens bestimmt in hohem Maß wie erfolgreich wir beim Erreichen unserer Ziele sind. So liegt es zum einen an der Fähigkeit unsere Wünsche und Bedürfnisse so mitzuteilen, dass unser Gegenüber sie versteht und zum anderen daran das Gehörte richtig zu interpretieren.

Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun

Ein bekanntes Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun beschäftigt sich eben damit und obliegt der Annahme, dass jede geäußerte Nachricht sowohl auf vier verschiedenen Ebenen mitgeteilt, als auch gehört und interpretiert werden kann. Wodurch es nicht selten sowohl im Berufs-  als auch im Privatleben zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommen kann. Ein Beispiel: Gemeinsames Essen – A hat gekocht und B fragt „Was ist das Grüne in der Suppe?“

Die Nachricht von B könnte folgende Botschaften beinhalten:

  • Sachinhalt – „Da ist etwas Grünes in der Suppe.“
  • Beziehung – „Du wirst es wissen, was es ist.“
  • Selbstoffenbarung – „Ich weiß nicht, was es ist.“
  • Appell – „Sag mir, was es ist.“

A könnte in der Nachricht folgende Botschaften hören:

  • Sachinhalt –„Da ist etwas Grünes in der Suppe.“
  • Beziehung – „Du kannst nicht kochen oder kochst nicht gut.“
  • Selbstoffenbarung – „Mir schmeckt das nicht.“
  • Appell – „Lass in Zukunft das Grüne weg.“

Es ist deshalb wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, um unsere Interpretationen des Gehörten auf seine „Richtigkeit“ zu überprüfen und auch darauf sich selbst bewusst deutlich auszudrücken und dafür die entsprechende Ebene zu wählen.

 

Zeitumstellung: Ständige Winterzeit ist für den Menschen am schonendsten

Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit steht kurz bevor. Am Sonntag (28. März 2021) endet die Winterzeit: In der Nacht wird die Uhr um eine Stunde – von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr – vorgestellt. Dabei sollte die Umstellung der Uhren doch abgeschafft werden – das das hatte die EU-Kommission schon 2019 beschlossen. Geplant war eine Abschaffung der Zeitumstellung für Ende 2021. Bisher ist das Thema noch nicht weiter vorangeschritten – vermutlich auch, weil die EU gerade durch die Corona-Pandemie größere Entscheidungen zu treffen hat.

IBG Arbeitsmediziner Dr. Helmut Stadlbauer spricht sich aus medizinischen Gründen entschieden für eine Beendigung der Zeitumstellung aus. Dabei befürwortet er die Beibehaltung der Winterzeit. 

  • Viele Menschen erleben die Sommerzeit als eine Verbesserung der Lebensqualität

  • Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential – immer mehr Aktivitäten werden in immer mehr Wachzeit gepackt => Schlafmangel

  • IBG-Arbeitsmediziner plädieren für Winterzeit als Normalzeit mit einer Flexibilisierung der Arbeitsbeginnzeiten nach individuellen Veranlagungen

Sozialer Jetlag

Helmut Stadlbauer | ORF EcoDr. Helmut Stadlbauer, Bereichsleiter Arbeitsmedizin von Österreichs größtem privaten betrieblichen Gesundheitsberater IBG, ist Experte für gesundheitsoptimierte Arbeitszeitgestaltung: »Die innere Uhr wird vom Tageslicht vor- und zurückgestellt. Sie arbeitet selbstständig und tickt bei einer Zeitumstellung zunächst unverändert weiter.« Schlaf- und Wachrhythmus passen nicht zu den Tages- und Nachtzeiten ( Sozialer Jetlag). Die innere Uhr bleibt die maßgebliche Instanz. Sozialer Jetlag belastet die Gesundheit und führt zu weniger Leistungsfähigkeit.

Kehrseiten der Medaille

Viele Menschen empfinden die Sommerzeit als eine Verbesserung ihrer Lebensqualität – vor allem ihrer Freizeitqualität. Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential: Gerade späte Chronotypen schlafen durch die Sommerzeit noch weniger. Dabei nimmt die Schlafdauer während der letzten hundert Jahre ohnehin ab. Immer mehr Aktivität wird in immer mehr Wachzeit gepackt: Die Zeit für Arbeit, Kinder, Freunde, Freizeit wird meist von der Ruhezeit abgezweigt. Job und Lebensstil haben direkten Einfluss auf die Schlafqualität – und damit die Gesundheit.

Freizeit erhält erhöhtes Augenmerk

Gesundheitlich problematisch ist dabei die weitverbreitete Einstellung, in der die Qualität der Arbeitszeit hinter der Qualität der Freizeit gereiht wird. Die Konsequenzen sind für den arbeitenden Menschen langfristig negativ. Eine permanente Sommerzeit hat im Winter negative Auswirkungen. Das Aufstehen und Arbeiten bei Finsternis hemmt Wohlbefinden und Produktivität. Schulkinder kämpfen am stärksten mit den Auswirkungen der längeren Dunkelheit am Vormittag.

Arbeiten gegen die innere Uhr

Generell beginnen aus medizinischer Sicht mitteleuropäische Arbeitszeiten zu früh. Dies gilt auch für die Schulzeiten. Es entspricht dem chronobiologische Normaltyp, von 24 bis 8 Uhr zu schlafen, wenn er könnte. Dieser Rhythmus ist aus gesundheitlichen Gründen anzustreben. Der frühere Start in den Tag bedeutet Arbeiten gegen die innere Uhr. Also sind Arbeitsbeginnzeiten vor 9 oder 10 Uhr völlig unphysiologisch für den Großteil der Bevölkerung, die Frühtypen ausgenommen. Von den Spättypen ist dabei noch nicht die Rede.

Winterzeit ist Normalzeit

Die Sommerzeit verschärft diese Problematik. Die innere Uhr richtet sich in erster Linie nach der Sonne, und nicht nach der gesellschaftlich festgelegten Uhrzeit. Daher plädiert der IBG-Arbeitsmediziner Dr. Stadlbauer für eine dauernde Normalzeit („Winterzeit“): Die von der Regierung geplante  Sommerzeit ist eine „falsche Normalzeit“ mit geringem Erholungspotential.“