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Die Wahrheit über Salz

Salz ist  für uns lebensnotwendig, wie z.B. für die Regelung des Wasserhaushalts und die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen.

Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa 150 bis 300 Gramm Speisesalz und benötigt täglich ein bis drei Gramm zum Ausgleich des Verlusts durch  Schweiß und Ausscheidungen.

Der empfohlene Höchstwert der WHO beträgt 5g/Tag, das entspricht einem Teelöffel Salz. In der Regel aber übersteigt der Salzkonsum den Bedarf um ein Vielfaches, wobei anzumerken ist, dass eine aktuell veröffentlichte  Studie vom August 2018 an 95.000 Menschen zeigt, dass ein moderater Verzehr von 5-10g (1-2 Teelöffel) anzustreben und auch realistisch umzusetzen ist. Wer einen hohen Blutdruck hat, soll aber weiterhin salzarm essen.

Hier einige Tipps für die Reduktion von Salz:

  • Achten Sie auf „verstecktes Salz“, dieses findet sich z.B. in Fertiggerichten, Fleisch- und Wurstwaren, Brot und Käse; Instantsuppen enthalten besonders viel Salz.
  • Versuchen Sie so oft es geht, Ihre Speisen selbst zuzubereiten und sparsamer zu salzen.
  • Salz verstärkt zwar den Geschmack, was aber nicht bedeutet, dass es die Gerichte geschmackvoller macht. Gerichte kann man mit Gewürzen und frischen Kräutern schmackhafter machen.

 

 

Mentale Gesundheit neu denken.

Geschlechtersensible Workshops für Frauen und Männer

Psychische Gesundheit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Leistungsfähigkeit, Motivation und langfristige Arbeitsfähigkeit von Mitarbeiter:innen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychische Gesundheit als einen Zustand des vollständigen physischen, mentalen und sozialen Wohlbefindens – und nicht nur als Abwesenheit von Krankheit.

Wir alle müssen im Laufe unseres Lebens mit verschiedenen psychischen Anforderungen umgehen. Unterschiedliche Rollenerwartungen, gesellschaftliche Prägungen sowie spezifische Lebens- und Arbeitsrealitäten führen dazu, dass Frauen und Männer psychische Belastungen unterschiedlich wahrnehmen, verarbeiten und bewältigen. Aufgrund dessen und aufgrund unterschiedlicher Zugänge zum Umgang mit Emotionen, Belastungen und Symptomen ergeben sich deutliche Unterschiede im Hinblick auf psychische Belastungen und Erkrankungen von Frauen und Männern.

Für Unternehmen bedeutet dies: Wirksame Prävention und Gesundheitsförderung erfordern einen differenzierten, geschlechtersensiblen Zugang. Unsere Angebote setzen genau hier an und sind bewusst als zwei getrennte Formate konzipiert.

Unser Angebot

Geschlechtersensible Workshops für Frauen und Männer
Ziele der Workshops

  • Sensibilisierung und praxisorientierte Auseinandersetzung
  • Allgemeine Informationen über psychische Gesundheit und Gender
  • Handlungskompetenz stärken
  • Reflektieren der eigenen Rollen und Rollenerwartungen
  • Bedeutung für die Führungsebene
  • Kennenlernen von Tools und Techniken für ein besseres Wohlbefinden
  • Reduktion psychischer Belastung, Stress und Erschöpfung


Inhalte

  • (Psychische) Gesundheit & Gender: Die Unterschiede
  • Genderspezifische Belastungen und Ressourcen
  • Was macht Wohlbefinden aus
  • Sozialisierung und psychische Gesundheit
  • Ungesunde Rollenerwartungen und der eigene Weg
  • Coping Strategien für mehr Wohlbefinden und Förderung der psychischen Gesundheit

Spezifisch für die Zielgruppe Männer

  • Männlichkeitsbilder und ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Verhalten
  • Warum traditionelle Rollenbilder ungesundes Verhalten von Männern fördern können
  • Was kann man gegen Männerstress tun?

Spezifisch für die Zielgruppe Frauen

  • Auslöser und Risikofaktoren psychischer Erkrankungen bei Frauen
  • Warum Mental Load vor allem Frauen betrifft. Zusammenhänge zwischen Mehrfachrollen, Erwartungen und Erschöpfung
  • Strategien zum Ausstieg aus der Mental-Load-Falle und zur nachhaltigen Selbstfürsorge

Nutzen Sie dieses Angebot, um gezielt die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter:innen zu stärken, krankheitsbedingten Ausfällen präventiv entgegenzuwirken und mittels eines gendersensiblen Zugangs nachhaltige Effekte für Ihr Unternehmen zu erzielen

Gerne erstellen wir für Sie ein unverbindliches und individuelles Angebot (je nach Stundenkontingent kann auch die arbeitspsychologische Einsatzzeit herangezogen werden). Kontaktieren Sie dazu bitte unser Kundenservice unter kundenservice@ibg.at oder telefonisch unter 01/524 37 51-19.

Wir freuen uns, wenn wir Sie auf gesunden und produktiven Wegen aktiv begleiten dürfen!

Angina Pectoris: Wenn die Brust schmerzt

Brustschmerzen, Engegefühl und Atemnot können Anzeichen für eine Erkrankung des Herzens sein.  Der medizinische Begriff für diese Symptome lautet Angina Pectoris und bedeutet – aus dem Lateinischen übersetzt – „Enge in der Brust“.

Welche Ursachen und Folgen hat eine Angina Pectoris?

Angina Pectoris ist häufig der erste spürbare Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit. Verkalkte Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, sogenannte Arteriosklerose, verursachen Engstellen, die den Blutfluss behindern. Diese Minderversorgung des Herzens von Blut und Sauerstoff ist zu Beginn der Erkrankung nur bei körperlicher Belastung spürbar, die Schmerzen und das Engegefühl lassen in Ruhe wieder nach. Man spricht dann von einer „stabilen Angina Pectoris“.

Bei einer „instabilen Angina Pectoris“ treten die Beschwerden bereits im Ruhezustand auf. In diesem Fall ist ein Herzkranzgefäß deutlich verengt und die Versorgung des Herzens mit Blut und Sauerstoff ist stark beeinträchtigt.

Ist ein Herzkranzgefäß durch Ablagerungen vollständig verschlossen, ist die Folge ein Herzinfarkt. Durch die Minderversorgung mit Sauerstoff stirbt der entsprechende Bereich des Herzmuskels ab. Übersteigt dieses Areal eine kritische Größe, kann der Herzmuskel seine erforderliche Pumparbeit nicht mehr leisten und die Sauerstoffversorgung der Organe ist nicht mehr möglich – eine lebensbedrohliche Situation entsteht.

Wie wird eine Angina Pectoris festgestellt?

  • Belastungs-EKG: Die erste Untersuchung bei Verdacht auf Angina Pectoris ist die Ergometrie, ein EKG unter körperlicher Belastung, z. Bsp. Fahrradfahren. So lässt sich feststellen, ob der Herzmuskel unter Anstrengung ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
  • Echokardiographie: Im Ultraschall kann die Funktion des Herzmuskels, der -kammern und der -klappen beurteilt werden.
  • Stress MRT: durch Verabreichung von Medikamenten wird die Herzfrequenz gesteigert, also Stress induziert und mittels MRT Aufnahme werden Durchblutungsstörungen des Herzens sichtbar gemacht.
  • Koronar-Angiographie: Über eine Vene wird Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße injiziert, so kann mit der Röntgenkontrastaufnahme der Gefäßstatus mit Verengungen exakt dargestellt werden.
  • Myokardszintigraphie: Radioaktive Substanzen werden über das venöse Gefäßsystem injiziert, so werden mit einer speziellen Kamera minderdurchblutete Areale sichtbar gemacht.

Wie kann eine Angina Pectoris behandelt werden?

Medikamente (Betablocker, Kalziumkanalblocker und Nitrate) können bei einer stabilen Angina Pectoris die Beschwerden im Alltag verringern. Sollte diese medikamentöse Therapie nicht ausreichen, wird mit einem operativen Eingriff – sog. Herzkatheter – versucht, das verengte Herzkranzgefäß mittels Ballonkatheter oder „Stent“ (röhrenförmiges Gitternetz aus Kunststoff oder Metall) zu erweitern. Eine Bypass-Operation ist erforderlich, wenn ein Gefäß langstreckig verengt ist oder mehrere Gefäße betroffen sind. Bei diesem operativen Eingriff wird ein Gefäß von einer anderen Stelle des Körpers entnommen und als „Umgehung“ für das verengte Herzkranzgefäß implantiert.

Was Sie für Ihre Herzgesundheit tun können

Studien belegen eindeutig, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko für Herzerkrankungen deutlich reduziert. Folgende Risikofaktoren können Sie durch Änderung Ihres Lebensstils beeinflussen:

  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Starkes Übergewicht
  • Erhöhte Blutfette
  • Diabetes
  • Stress

In der Vorsorgeuntersuchung liegt ein Schwerpunkt im Screening von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren. In Österreich sind Herz-Kreislauferkrankungen mit 34% noch immer führend in der Statistik der Todesursachen. Sorgen Sie mit Ihrer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung vor!

Einen sehr hohen Stellenwert in der Herzgesundheit hat das Ausdauertraining. Moderates Ausdauertraining ist begleitend zur medikamentösen Therapie eine fixe Behandlungssäule bei Herz- Kreislauferkrankungen.

Die Vorteile des Ausdauertrainings für Ihr Herz:

  • der Ruhepuls sinkt und bewirkt höhere Leistungsfähigkeit des Herzmuskels
  • Bessere Durchblutung des Herzes bewirkt eine optimale Sauerstoffversorgung der Herzmuskelzellen
  • Senkt den Blutdruck
  • Senkt die Blutfettwerte
  • Verringert Übergewicht – weniger Fettgewebe verringert Entzündungsbotenstoffe im Körper, die Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen.

Nehmen Sie Ihre Herzgesundheit in Ihre Hand! Studien zeigen, dass Sie mit der Änderung Ihres Lebensstils und regelmäßigem Ausdauertraining Ihre Lebensqualität steigern können und Ihr Risiko für Erkrankungen wie Hypertonie, koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt deutlich sinkt.

Du bist, was du isst.

Bereits zum zweiten Mal fand am Hauptsitz der UniCredit Bank Austria ein Gesundheitstag statt. Er war ein gemeinsames Projekt der Bereiche Arbeitsmedizin, Ergonomie und Arbeitspsychologie. Der Fokus lag auf Darmgesundheit, Ernährung und Stoffwechsel.

In einem fünf Meter langen, begehbaren Darmmodell (siehe Bild) konnten die Besucher, den gesunden Darm und verschiedene Veränderungen wie Divertikel, Darmpolypen, Adenome und Tumore, sehr plastisch,  besichtigen. Anschließend gab es an den einzelnen Stationen individuelle Beratungen zu den Themen Ernährung und Bewegung.

Blutfette und Darmkrebs

Ein erhöhter Spiegel von Blutfetten wie Cholesterin und Triglyceriden steht zunehmend im Verdacht, mit der Entstehung von Darmkrebs in Zusammenhang zu stehen. Hohe Cholesterinwerte, insbesondere von LDL-Cholesterin (»schlechtes« Cholesterin), können Entzündungsprozesse im Körper fördern und oxidativen Stress begünstigen.

Diese Prozesse spielen eine Rolle bei der Schädigung von Darmzellen und können so langfristig die Entstehung von Darmkrebs unterstützen. Auch erhöhte Triglyceridwerte, die oft auf eine fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel hinweisen, werden mit einem höheren Risiko für Darmkrebs in Verbindung gebracht.

Daher wurden beim Medi-Check der Arbeitsmedizin Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck, Puls, Body-Mass-Index, Körperfett- und Muskelanteil, Cholesterin und Triglyceride bestimmt und ein ärztliches Beratungsgespräch zu Ernährung und Lebensstil sowie weitere Maßnahmen der Gesundheitsförderung durchgeführt.

Ernährung als wichtiger Schlüssel

Der Ernährungsparcours der Arbeitspsychologie wiederum stellte sehr aufschlussreich die Quellen erhöhter Kalorienaufnahme dar, galt es doch, 16 verschiedenen Lebensmitteln wie Toast, Joghurt, Ketchup oder Getränken die entsprechende Anzahl an Würfelzuckern zuzuordnen – mit meist sehr überraschenden Ergebnissen!

Mehr Bewegung

Auch körperliche Aktivität – in einem Bürobetrieb eine besondere Herausforderung – schützt vor chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Darmkrebs. Wie man sich motivieren und Bewegung im Arbeitsalltag gut einbauen und umsetzen kann, konnte man an weiteren Stationen – dem »Inneren Schweinehund« der Arbeitspsychologinnen und der »Bewegungsuhr « der Ergonomie – erleben, wo die Bewegung im Arbeitsalltag analysiert und individuelle Impulse für mehr körperliche Aktivität gesetzt werden konnten.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Eine zentrale Rolle im Zusammenhang mit Darmgesundheit spielt auch die Vorsorgeuntersuchung mittels Koloskopie (Darmspiegelung): Sie ist die effektivste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen oder sogar zu verhindern, da während der Untersuchung Vorstufen wie Polypen sofort entfernt werden können. Für alle Personen ab 45 Jahren und besonders bei Personen mit erhöhten Blutfettwerten oder familiärer Vorbelastung ist eine regelmäßige Koloskopie daher dringend empfehlenswert!

 

Defibrillator: Strom fürs Leben  

Der plötzliche Herztod ereilt jährlich mehr als 15.000 Menschen in Österreich. Diese Todesfälle passieren in der Regel außerhalb von Krankenanstalten: am Arbeitsplatz, auf der Straße, in Supermärkten, Einkaufszentren, Sportstätten und Kinos, die meisten in den „eigenen vier Wänden“.

Dank moderner Elektronik kann man heutzutage mit Defibrillatoren rasch Hilfe leisten – und dafür muss man nicht Arzt oder Sanitäter sein.  Wichtig ist die rasche Verfügbarkeit der elektrischen Lebensretter. Defibrillatoren sollten dort vorhanden sein, wo große Menschenmengen auftreten.

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt

Die Herzinfarkt-Alarmsignale sind bei Frauen häufig andere als bei Männern. Frauen klagen oft neben den für einen Infarkt eher typischen Brustschmerzen auch über starke Bauch- und Rückenschmerzen, über Übelkeit und Erbrechen. Bei Männern ist es dagegen häufiger der in die linke Schulter ausstrahlende drückende Brustschmerz und Atemnot.

Wichtige Grundregeln

  • Je schneller eine Erstversorgung/Defibrillation stattfindet, umso höher sind die Überlebenschancen!! Die Überlebenschance sinkt pro Minute um 10%.
  • Ich kann nichts falsch machen! Laiendefibrillatoren sind so aufgebaut, dass sie nur im Bedarfsfall auslösen – eine Software analysiert den Herzrhythmus und entscheidet danach, ob eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wird die Funktion freigeschaltet und kann durch den Anwender ausgelöst werden. Es werden dann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie zum Beispiel das Kammerflimmern
  • Auch rechtlich kann ein Benutzer eines Laiendefibrillators bei der Anwendung laut Bedienung nicht belangt werden – dies geht aus einem Schreiben des Ministeriums für soziale Sicherheit und Generationen aus dem Jahr 2001 hervor

Richtige Vorgehensweise

  • Der Defibrillator ersetzt NICHT den Notfallcheck!
  • Notfallcheck durchführen – Notruf 144 verständigen – Defibrillator organisieren
  • Nachdem der Notfallcheck (Kontrolle von Atmung und Herzfunktion) geführt wurde, die Diagnose Atemkreislaufstillstand feststeht und bereits mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen wurde, kommt der Defibrillator sobald er verfügbar ist, zum Einsatz.
  • Den Defibrillator einschalten und den Sprachanweisungen des Gerätes folgen.
  • Elektroden aus der Verpackung nehmen und auf den nackten und trockenen Brustkorb des Patienten kleben – Anweisungen abwarten.
  • Elektroschock nach Aufforderung des Gerätes abgeben, dabei Patienten nicht berühren und jeden Kontakt mit leitfähigen Materialien vermeiden. Der Ersthelfer muss sich vergewissern, dass niemand mit dem Patienten Körperkontakt hat!
  • Herzdruckmassage und Beatmung müssen immer dann durchgeführt werden, wenn der Defibrillator dazu auffordert.
  • Durchführung der Maßnahmen bis Eintreffen der Rettungskräfte.

 

 Arbeitsmedizin: Mehr als die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben

Seit vielen Jahren betreut IBG das weltweit tätige Pharmaunternehmen Takeda in Linz. Hier werden Arzneimittel produziert, die in zahlreiche Länder der Welt exportiert werden. Ihr Ziel ist es, die Gesundheit von Menschen mit seltenen und komplexen Erkrankungen zu verbessern. Die Gesundheit ihrer Belegschaft spielt dabei auch eine entscheidende Rolle.

Arbeitsmedizin als Chance statt Pflicht

Die gesetzlichen Vorgaben für ein pharmazeutisches Unternehmen sind extrem hoch und verlangen viel Zeit und Energie von den Verantwortlichen. Umso bemerkenswerter ist es, wenn die Arbeitsmedizin nicht als weitere Pflicht wahrgenommen wird, sondern als Gelegenheit, die Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Aspekte der Mitarbeiter:innen zu verbessern.

Voraussetzung hierfür sind Menschen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, sich zuständig fühlen und die Arbeitsmedizin als Bestandteil der gesunden Führung innerhalb des Betriebes sehen. Für letzteres steht Standortleiter Roland Fabris und für die gute Umsetzung das Team der EHS Abteilung (Environment-Health-Safety): Alfred Hopfner-Heindl, Florian Metzger und Ursula Riepl.

Engagierte Führung und starke Partnerschaft

Einmal wöchentlich gibt es beim Jour fixe die Gelegenheit, aktuelle Anfragen, eventuelle Vorfälle und Aufgaben zu besprechen. Zusätzlich finden Routinebegehungen statt, wo jeder Arbeitsplatz zumindest einmal pro Jahr gemeinsam von der EHS und der IBG-Arbeitsmedizinerin besucht wird – mit dem Ziel lösungsorientierte Beratung anzubieten und innovative Arbeitsmittel oder bewährte Abläufe abteilungsübergreifend zum Ausprobieren anzubieten. Die Kombination aus sicherheitstechnischer und medizinischer Betrachtungsweise ermöglicht ein noch umfassenderes Bild. Natürlich kann nicht jeder Wunsch von Mitarbeiter:innen umgesetzt werden, manches scheitert schlichtweg an baulichen Vorgaben oder anderen Rahmenbedingungen. Dennoch findet die Auseinandersetzung mit Möglichkeiten zur Optimierung der Arbeitsplatzgestaltung bei jeder Begehung ihren Platz, was von der Belegschaft honoriert wird.

Individuelle Beratung für Mitarbeiter:innen

Für die Mitarbeiter:innen gibt es zumindest einmal im Jahr die Möglichkeit eines Gespräches im Arzt:in-Patient:innen-Setting, und in diesem Rahmen auch die Gelegenheit, andere Fragen und Anliegen zu besprechen.

Erste Hilfe praxisnah: „Erste Hilfe2Go“

Alle Mitarbeiter:innen haben außerdem die Möglichkeit in Kleingruppen die Basics der Ersten Hilfe zu üben. Dieses Programm »Erste Hilfe2Go« ist als Kurzwiederholung für all jene gedacht, die schon länger keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr besucht haben.

Arbeitsmedizinische Themen in Schulungen

Darüber hinaus gibt es bei den Sicherheitsschulungen für Laborpersonal oder Schulungen in anderen Abteilungen auch Platz für arbeitsmedizinische Themen. Der regelmäßige Austausch zwischen den Abteilungen und der Arbeitsmediziner:in ist ein wichtiger Faktor, damit Maßnahmen im Betrieb auch greifen. Er dient einerseits dazu, die Abteilungen über die arbeitsmedizinische Tätigkeit zu informieren, aber auch Anliegen aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens aktiv abzuholen.

Vielfältige Gesundheitsangebote und moderne Diagnostik

Die Themen und Angebote sind vielfältig und umfassen u.a. den Umgang mit chemischen Substanzen, ergonomische Beratung oder erweiterte Untersuchungsangebote (z.B. Medi-Mouse oder Venenfunktionsmessungen) in der IBG-Ambulanz.

Gemeinsam für mehr Gesundheit bei Takeda

Bei größeren Firmenveranstaltungen wie zum Beispiel der »Bee Hive Road Show« 2024 oder dem »Takeda Family Day« 2025 unterstützt auch IBG mit einem medizinischen Angebot, sei es eine Erste-Hilfe-Station oder mit diversen Gesundheitsangeboten. Diese gute und wertschätzende Zusammenarbeit hat bei Takeda in den letzten Jahren viel bewegt und die Gesundheit der Belegschaft maßgeblich positiv beeinflusst.

(c) Foto von Antoni Shkraba Studio, www.pexels.com

Mehr Sichtbarkeit für Frauen in KI-Systemen: Breaking the Bias

KI ist bereits zentraler Bestandteil unseres Alltags: Viele nutzen sie als Sprachassistenz, einige zur Text- und Bilderstellung und manche von uns, um sich Gesundheits- oder gar Lebenstipps zu holen. Eine so zentrale Technik sollte für alle gleich gut funktionieren.

Wie gut berücksichtigt die KI Diversität?

Derzeit sind nur ca. 22% der weltweiten KI-Fachkräfte Frauen. Das bedeutet, dass ihre Perspektiven und Bedürfnisse in der KI unterrepräsentiert sind. Dasselbe gilt für People of Color und andere marginalisierte Gruppen. Das hat Wirkung: Beispielsweise erkennen Sprachassistenten Frauenstimmen schlechter als Männerstimmen und Gesichtserkennungssysteme funktionieren bei Frauen und People of Color signifikant schlechter als bei weißen Männern. Darüber hinaus bewerten KI-gestützte Recruiting-Plattformen Frauen systematisch schlechter als Männer und schlagen Frauen seltener für Führungspositionen oder technische Positionen vor. Ebenso werden unentdeckte Vorurteile in Lernmodulen weiter verbreitet.

Wie können wir als User:innen dafür sorgen, dass der KI-Output gerechter wird?

Als ersten Schritt müssen wir die digitale Ungleichheit erkennen, denn sie sorgt für die Reproduktion ungleicher Verteilungen und Vorurteile, z.B. enthalten Bilddatenbanken mehr Fotos von Männern als von Frauen, Sprachdaten bevorzugen Standardvarianten und schließen Dialekte oder andere Sprachen aus, Job-Datensätze zeigen überwiegend Männer in Führungspositionen. Das führt u.a. zu den weiter oben angesprochenen Problemen.

Als User:innen können wir bei der Verwendung von KI mit gezielten Prompts gegen den Gender Bias ansetzen, zum Beispiel:

  • Formuliere geschlechtsneutral.
  • Verwende eine gendergerechte Sprache.
  • Reflektiere potenzielle Stereotypen in deiner Antwort und formuliere sie neutral.
  • Analysiere deine Antwort auf mögliche Vorurteile und korrigiere sie, falls nötig.
  • Nenne historische und aktuelle Beispiele für erfolgreiche Personen in diesem Bereich – mit Fokus auf Diversität.
  • Erstelle eine geschlechtsneutrale Jobbeschreibung
  • Erstelle ein Bild einer Führungskraft – einer Wissenschaftlerin mit vielfältiger Darstellung in Bezug auf Geschlecht und Ethnie.

Wie können wir als Organisation dafür sorgen, dass die KI gerechter wird?

Organisationen können digitale Ungleichheit reduzieren, indem sie mehr Frauen und Personen aus anderen benachteiligten Gruppen in Entwicklerteams integrieren, sie in KI-Workshops zu Multiplikator:innen ausbilden und sie als Mentor:innen und Role models sichtbar machen.

Wir brauchen niederschwellige Aufklärung über die Anwendung von KI, z.B. über den Einsatz von KI-Modellen, die ohne technische Vorkenntnisse selbst trainiert werden können. Auch die Gründung von Netzwerken mit gegenseitiger Unterstützung, z.B. Women in AI (WAI), kann für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Denn eine KI, die für alle gut funktioniert, sollte auch von allen mitgestaltet werden.

© tossi66

Die Herausforderung, fit zu bleiben.

Aktiv mit 45+

Der körperliche Höhepunkt liegt bei uns Menschen zumeist zwischen dem zwanzigsten und fünfunddreißigsten Lebensjahr. Dies bedeutet jedoch keinesfalls einen anschließenden Abbau, sondern eher einen körperlichen Umbau.

Die Bedürfnisse verändern sich ebenso wie die Lebensumstände, der Trainingserfolg benötigt genauso wie die Regeneration einfach etwas mehr Zeit, aktive Höhenflüge sind aber weiterhin möglich.

»Früher war alles einfacher, da war das kein Problem« – der körperliche Umbau ab etwa 35 und 40 Jahren betrifft neben den hormonellen Veränderungen unter anderem auch die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems sowie Einschränkungen durch langsam auftretende Beschwerden, normale und/oder berufsbedingte Abnutzungserscheinungen im Stütz- und Bewegungsapparat sowie eine abnehmende Elastizität von Bändern und Sehnen.

Umgekehrt birgt das »Alter« und die damit verbundene jahrelange Erfahrung und das Kennen des eigenen Körpers auch einen gewissen Schutz vor jugendlichem Übermut und kann den Druck nehmen, sich selbst und anderen etwas beweisen zu müssen.

Diese Lebensphase beinhaltet die Chance uns bzw. unserem Körper genau das zu geben, was er braucht:

Zeit für Regeneration

Zeit für Regeneration bedeutet Faszienrolle und Yoga nicht nur als aktuellen Trend wahrzunehmen, sondern als aktive Begleitung, um Verspannungen zu lösen und zu regenerieren.

Große Muskelgruppen kräftigen

Kräftigung der großen Muskelgruppen, die zur Abschwächung neigen. Aktive Einbindung in das tägliche Bewegungsprogramm und gezielte Kräftigung von Bauch-Bein-Po. Dies ist nicht nur der Name von vielen Trainingseinheiten, sondern tatsächlich Programm und wichtiger Ansatz zur Erhaltung der Gesundheit. Denn jeder kräftige Rücken baut auf diesen drei Muskelgruppen auf.

Neues ausprobieren

Mut und Freude Neues auszuprobieren neugierig zu bleiben und sich zu fordern ist ebenso Grundlage für ein aktives Leben wie die Gewissheit niemandem mehr etwas beweisen zu müssen – manche Dinge darf man einfach nur für sich selbst tun, ohne Druck und mit einem Lächeln im Gesicht.

Sportlicher Genuss

Individuellersportlicher Genuss und der gesundheitsfördernde Aspekt sollen bei der täglichen Bewegung im Vordergrund stehen. Jede Bewegung ist eine Investition in eine hoffentlich gesunde Zukunft.

Körperliche Höchstleistungen

Körperliche Höchstleistungen sind in jedem Alter möglich und erwünscht. Sie spornen uns an und tun Körper und Geist gut, auch wenn hin und wieder ein wenig mehr Aufwand damit verbunden ist. Niemand muss einen Marathon laufen, aber jede:r sollte tagtäglich ein wenig dafür trainieren.

(c) Marcus Aurelius, pexels.com

Willkommen 2026

Bei IBG blicken wir dankbar auf ein Jahr erfolgreicher Zusammenarbeit zurück – geprägt von Vertrauen, fachlicher Expertise und gemeinsamen Lösungen.

2026 steht für Weiterentwicklung, Effizienz und nachhaltigen Mehrwert. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern wollen wir Chancen nutzen, Potenziale entfalten und zukunftsfähige Lösungen umsetzen.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
Auf ein erfolgreiches Jahr 2026!

 

 

(c) Gerd Altmann, www.pixabay.com

IBG als Best-Practice-Beispiel für Betriebliches Gesundheitsmanagement

IBG Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH wurde als Best-Practice-Beispiel auf der Plattform Gesund im Betrieb vorgestellt – einer Initiative des österreichischen Sozialministeriums. Diese Anerkennung unterstreicht den konsequenten Weg der IBG, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) nicht nur für Kund:innen anzubieten, sondern im eigenen Unternehmen ganzheitlich zu leben.

Gesundheit als strategischer Eckpfeiler

Gesundheit ist bei IBG ein strategischer Eckpfeiler der Unternehmenspolitik. Bereits seit vielen Jahren bilden regelmäßige Mitarbeiter:innen-Befragungen und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess die Grundlage für nachhaltige Organisationsentwicklung. 2013 wurde dieser Ansatz mit einer eigenen Gesundheitsinitiative und einer interdisziplinären Steuergruppe strukturell verankert.

Ganzheitliches BGM mit starken Partnerschaften

Das BGM der IBG zeichnet sich durch eine enge Zusammenarbeit vieler interner Bereiche sowie durch wertvolle externe Impulse – etwa durch den Fonds Gesundes Österreich – aus. Ein breites Maßnahmenpaket, von Befragungen und Workshops über fixe Gesundheitsangebote bis hin zu digitalen Formaten wie „IBG digital“ oder dem Mobilitätsprojekt „ActNow!“, sorgt dafür, dass Gesundheit im Arbeitsalltag sichtbar und wirksam wird.

Vernetzte Strukturen für nachhaltige Wirkung

Besonders erfolgreich ist die Vernetzung von Arbeitnehmer:innenschutz, Betrieblicher Gesundheitsförderung und Eingliederungsmanagement. Trotz Herausforderungen wie Digitalisierung, standortübergreifender Zusammenarbeit und veränderter Arbeitswelten konnte ein stabiles, nachhaltiges BGM etabliert werden.

Fazit: Gesundheit als gelebte Unternehmenskultur

Gesundheit ist bei IBG kein Zusatz, sondern gelebter Bestandteil des Arbeitsalltags – und ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Mitarbeitende, Unternehmen und Kund:innen. Die Auszeichnung als Best-Practice-Beispiel verstehen wir als Bestätigung und Ansporn, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

Expertin: Ina Lukl

Zum Beitrag

Gemeinsam helfen

IBG unterstützt Ärzte ohne Grenzen, die Österreichische Kinderkrebshilfe und den Verein Dialog mit Weihnachtsspenden

Weihnachten steht vor der Tür – eine Zeit des Zusammenhalts, des Dankes und des Teilens. Doch für viele Menschen weltweit und auch hier in Österreich ist diese Zeit nicht leichter als der Rest des Jahres. Deshalb möchte IBG auch heuer ein Zeichen der Solidarität setzen und dort unterstützen, wo Hilfe dringend gebraucht wird.

Wie bereits in den vergangenen Jahren spenden wir das Budget, das sonst für Weihnachtskarten und -geschenke für unsere Kund:innen vorgesehen wäre, an Organisationen, die mit großem Engagement wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüllen. In diesem Jahr unterstützen wir Ärzte ohne Grenzen, die Österreichische Kinderkrebshilfe sowie den Verein Dialog.

 

Warum unterstützen wir Ärzte ohne Grenzen?

„Ärzte ohne Grenzen“ leistet seit Jahrzehnten humanitäre Hilfe in Krisenregionen, bei Naturkatastrophen und Epidemien. Die Organisation stellt medizinische Versorgung dort sicher, wo Menschen sonst völlig auf sich allein gestellt wären. Diese Arbeit verdient größten Respekt – und Unterstützung. Unsere Spende soll dabei helfen, lebensrettende Hilfe weiterhin möglich zu machen.

 

 Warum unterstützen wir die Österreichische Kinderkrebshilfe?

Die Österreichische Kinderkrebshilfe begleitet Kinder, Jugendliche und ihre Familien während und nach einer Krebserkrankung. Sie bietet finanzielle Unterstützung, psychosoziale Betreuung und setzt sich für Verbesserungen im Gesundheitswesen ein. Mit unserer Spende möchten wir dazu beitragen, dass betroffene Familien Entlastung und bestmögliche Unterstützung erhalten – in einer Zeit, die alles andere als einfach ist.

 

Warum unterstützen wir den Verein Dialog?

Der Verein Dialog widmet sich seit vielen Jahren der Suchtberatung, Prävention und Therapie. Er begleitet Menschen auf ihrem Weg aus der Abhängigkeit und unterstützt Familien sowie Angehörige dabei, mit schwierigen Situationen umzugehen. Diese Arbeit ist ein wesentlicher Beitrag zu sozialer Gesundheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Unsere Spende soll helfen, Angebote weiterhin niederschwellig und wirksam zu gestalten.

 

 Frohe Weihnachten!

Wir danken unseren Kund:innen, Partner:innen und Wegbegleiter:innen für das Vertrauen und die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. IBG wünscht Ihnen und Ihren Lieben frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und ein gutes neues Jahr.

Ihr IBG-Team

 

Foto: (c) Liza Summer, www.pexels.com

IBG Standortleiterin Sigrun Märk-Zeindl

Vor den Vorhang: Dr. Sigrun Märk-Zeindl. Mit Leidenschaft für Arbeitsmedizin und Menschen

Seit 2019 ist Dr. Sigrun Märk-Zeindl Teil des IBG-Teams. Ursprünglich aus der Allgemeinmedizin kommend, hat sie ihren beruflichen Schwerpunkt in den vergangenen Jahren zunehmend in der Arbeitsmedizin gefunden – eine Entscheidung, die, wie sie sagt, „eigentlich der Zufall“ getroffen hat.

Liebe Sigrun, was hat dich ursprünglich dazu bewegt, den Weg in die Arbeitsmedizin einzuschlagen?

Dr.in Sigrun Märk-Zeindl: In meiner Turnusausbildung hat Heinz Fuchsig einen Vortrag über Arbeitsmedizin gehalten. Das war mein erster Kontakt mit dem Fach. Im Studium ist das Thema ja kaum präsent. Der Vortrag war so mitreißend, dass ich mir dachte: „Das klingt spannend, das könnte man vielleicht später mal machen.“

Gemeinsam mit Kolleginnen absolvierte ich schließlich die Ausbildung – ursprünglich als Ergänzung zur Praxis. Durch die Tätigkeit in der allgemeinen Medizin bekommt man automatisch einen anderen Blick auf arbeitsmedizinische Themen. Wenn Patient:innen mit Rückenproblemen oder Belastungsbeschwerden kommen, sieht man die Zusammenhänge anders.

Richtig Fahrt nahm alles während der Corona-Pandemie auf. Da rückte die Arbeitsmedizin plötzlich in den Vordergrund, während die Allgemeinmedizin wegen der eingeschränkten Patientenkontakte fast zum Erliegen kam. Ich habe dann viel mehr in der Arbeitsmedizin gearbeitet – und gemerkt, wie sehr mir das liegt.

Seit wann bist du für IBG tätig?

Seit 2019 bin ich bei IBG. 2022 habe ich die Standortleitung in Kundl übernommen. Anfangs habe ich beides parallel gemacht, also die Arbeit in der Klinik und bei IBG. Wenn man jedoch eine Leitung übernimmt, muss man sich entscheiden. Ich habe mich für die Arbeitsmedizin entschieden, da sich dadurch neue Perspektiven eröffneten: Organisation, Management, Teamarbeit. Das ist wieder eine ganz andere, spannende Welt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Langweilig wird’s nie, lacht Sigrun. Von gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen über Seh- und Lungenfunktionstests, Ergometrie- und Laboruntersuchungen bis zu psychischen Beratungen oder Erste-Hilfe-Einsätzen – der Tag ist bunt. Und dann kommt noch der betriebliche Teil dazu: Wir sind in der Produktion, schauen uns Arbeitsplätze an, beraten zu den Themen Ergonomie, Schichtarbeit oder Wiedereingliederung. Es ist unglaublich vielfältig.

Gibt es spezifische Themen, die in der Region Kundl besonders relevant sind?

Unser Team betreut im Tiroler Unterland rund 7.000 Mitarbeiter:innen , vor allem aus der Pharmaindustrie, darunter Novartis und Sandoz. Ein besonderer Bereich sind die Untersuchungen nach dem Arzneimittelgesetz – das ist eher selten in Österreich. Da geht es um Produktsicherheit, also darum, dass keine Infektionen auf Medikamente übertragen werden. Das ist ein spannendes Spezialgebiet.

Mit welchen Herausforderungen wirst du mit deinem Team aktuell am häufigsten konfrontiert?

Was wir deutlich merken, sind psychische Belastungen – sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Wirtschaftlicher Druck, Stress und Veränderungen in den Betrieben belasten die Menschen. Ergonomie ist ebenfalls ein Dauerbrenner, genauso wie Schichtarbeit und ihre Auswirkungen. Und dann sind da natürlich Wiedereingliederungen oder die Unterstützung für ältere Mitarbeiter:innen. Das sind wichtige Themen, die uns täglich beschäftigen.

Corona als Wendepunkt – und neue Wertschätzung

Corona hat vieles verändert – auch die Wahrnehmung der Arbeitsmedizin:
Früher war es für viele ein lästiges Muss. Heute wissen viele, wie wichtig sie ist. Die Zusammenarbeit mit Sicherheitsfachkräften, Geschäftsführung oder dem Management ist enger geworden. Und Themen wie psychische Gesundheit oder Ergonomie werden viel ernster genommen.

Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?

Ja, auf ein kleines, aber wirkungsvolles Projekt: das „Fit-Testing“. Wir haben die Dichtigkeit von FFP3-Masken überprüft – gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen. Da hat man direkt gesehen, wie schnell man Bewusstsein schaffen kann. Es war ein Mini-Projekt, aber eines, das allen Spaß gemacht hat – und hoffentlich fortgesetzt wird. Auch das Thema Ergonomie liegt mir sehr am Herzen: Wir konnten hier die Stunden aufstocken und enger mit unseren Ergonom:innen zusammenarbeiten. Das freut mich sehr.

Welche Entwicklungen siehst du für die Zukunft der Arbeitsmedizin und was wünscht du dir für den Standort Kundl?

Ich hoffe, dass wir im Tiroler Unterland weiterwachsen und noch mehr Betriebe betreuen können. Gleichzeitig sehe ich Entwicklungen, die die gesamte Branche betreffen: Arbeitsmediziner:innen sind Mangelware – da wird die Rolle der arbeitsmedizinischen Fachassistenz sicher wichtiger. Digitalisierung und KI werden ebenfalls eine Rolle spielen. Und das Thema altersgerechtes Arbeiten wird uns stark beschäftigen, gerade wenn das Pensionsalter steigt.

Was möchtest du jungen Kolleg:innen oder Interessierten an der Arbeitsmedizin weitergeben?

Ich würde jungen Ärzt:innen raten: Habt keine Scheu, probiert es aus. Die Arbeitsmedizin ist unglaublich vielfältig – von Büroarbeitsplätzen über Baustellen bis zur Produktion. Man kann viel medizinisches Wissen einbringen, arbeitet interdisziplinär und hat trotzdem eine gute Work-Life-Balance. Keine Nachtdienste, kaum Wochenendarbeit – das ist gerade für viele junge Ärztinnen interessant.

Und der Austausch mit Kolleg:innen ist mir besonders wichtig. In Tirol gibt es regelmäßige Qualitätszirkel über die Ärztekammer – geleitet wieder von Heinz Fuchsig, der mich damals überhaupt auf das Fach gebracht hat.
Dieser Austausch mit anderen Arbeitsmediziner:innen ist enorm wertvoll – man lernt immer etwas Neues.

Was ist ein Vorteil bei IBG zu arbeiten?

Ich arbeite gerne im Team. Bei IBG hat man viele Kolleg:innen mit Erfahrung, an die man sich wenden kann – das ist ein großer Vorteil. Manche wollen lieber allein arbeiten, das ist völlig in Ordnung. Aber ich mag das Gemeinsame, den Austausch. Das bereichert ungemein.“

Vielen Dank, liebe Sigrun, für das Gespräch und den inspirierenden Einblick in deinen beruflichen Alltag!