Autor: Renate Ruhaltinger-Mader

Die Macher: Hören wir wirklich zu?

Reden wir miteinander – oder reden wir bloß nebeneinander her? Arbeitspsychologe und Psychotherapeut Tobias Glück erinnert im Gespräch mit „Die Macher“ daran: Gelungene Kommunikation will gelernt sein. Wer nicht gehört wird, fühlt sich oft auch nicht wertgeschätzt.

Im aktuellen Gesundheitspodcast spricht er über die Kraft des Zuhörens, achtsame Kommunikation im Arbeitsalltag und warum es so wichtig ist, beim Reden nicht nur auf die eigene Antwort zu warten.

Zur Hörprobe

Experte: Tobias Glück

 

IBG für die Auszeichnung „Nachhaltige Gestalter:innen 2025“ nominiert

Wir freuen uns sehr, eine besondere Nachricht mit Ihnen zu teilen: IBG ist für die renommierte Auszeichnung „Nachhaltige Gestalter:innen“ nominiert! Die neue Chefredakteurin der BUSINESSART hat unsere Leitung für Arbeitssicherheit und Ergonomie, Matthias Welkens, MBA, über die Nominierung informiert.

Die Auszeichnung „Nachhaltige Gestalter:innen“ wird seit 2009 an Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen verliehen, die durch ihr Engagement eine enkeltaugliche Zukunft mitgestalten. Dass IBG in diesem Jahr zu den Nominierten zählt, ist eine große Anerkennung für unsere langjährige Arbeit im Bereich der nachhaltigen und gesunden Unternehmensentwicklung.

Warum IBG nominiert wurde

IBG steht seit 1995 für gesunde und nachhaltige Unternehmens- und Personalentwicklung. Unser Ziel ist es, eine humane und gleichzeitig wirtschaftliche Arbeitswelt zu schaffen – für Unternehmen und ihre Mitarbeiter:innen.

Ein herausragendes Beispiel dafür ist unsere kürzlich erstellte Gemeinwohl-Bilanz. In diesem Rahmen haben wir unsere Zusammenarbeit mit rund 500 Lieferant:innen systematisch neu bewertet – unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Dieser Schritt unterstreicht unser Bestreben, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu leben und entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen.

IBG in Zahlen

  • Gegründet 1995
  • Über 200 Mitarbeiter:innen, darunter 80 Arbeitsmediziner:innen
  • Österreichweite Beratung und Betreuung
  • Marktführerin im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

So geht es weiter

Die Jury der Nachhaltigen Gestalter:innen erhält im September die Kurzbeschreibungen der Nominierten und trifft anschließend ihre Entscheidung. Es bleibt also spannend – wir halten Sie auf dem Laufenden!

Die Auszeichnungsveranstaltung findet am Montag, den 24. November 2025 in Wien statt.

 

 

Klimafreundlich Reisen: Mit gutem Gewissen unterwegs

Wer umweltbewusst unterwegs ist, entdeckt neue Perspektiven und erlebt Urlaub intensiver – oft auch entspannter und genussvoller.

  • Reise mit Bahn, Bus oder Fahrrad an
    Denn ein mit dem Auto zurückgelegter Kilometer (Benzin oder Diesel) ist mehr als 15-mal klimaschädlicher als ein Kilometer mit der Bahn. Beim Flugzeug fällt pro Kilometer sogar über 31-mal so viel CO₂ an wie bei einer Bahnfahrt.
    Tipp: Wer früh bucht, findet oft günstige Tickets.
  • Verweile in öko-zertifizierten Unterkünften
    Dabei kannst du auf Umweltzeichen wie das EU Ecolabel, Green Key, BioHotels oder Austrian Ecolabel achten. Diese stehen für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen, faire Arbeitsbedingungen und biologische Lebensmittel.
    Tipp: Unter www.umweltzeichen.at findest du eine Liste zertifizierter Betriebe.
  • Wähle klimafreundliche Fortbewegung vor Ort
    Erkunde deine Urlaubsregion zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
    Tipp: Viele Regionen bieten Gästekarten inkl. kostenloser Nutzung von Bus und Bahn
  • Regional und saisonal essen geht am einfachsten, indem du lokale Spezialitäten auf Wochenmärkten oder in Gasthöfen isst, statt in internationalen Fastfood-Ketten.
  • Ressourcen schonen ist auch im Urlaubsalltag möglich, z.B. bei Wasser, Strom und vor allem Müll.
  • CO2-Kompensation kannst du bei Auto- oder Flugreisen durch Gold Standard oder Plan Vivo zertifizierte Projekte und Anbieter wie atmosfair, myclimate oder Climate Austria leisten.
  • Leichtes Gepäck erhöht deine Beweglichkeit und bedeutet gleichzeitig weniger Sprit- bzw. Kerosinverbrauch.
  • Plane längere Aufenthalte statt mehrerer Kurztripps, denn das reduziert nicht nur Emissionen, sondern auch Stress.
  • Wähle sanften Tourismus, wie z.B. die Alpine PearlsDanube Pearlsoder Bergsteigerdörfer

Mache deine Reise zum Gewinn für dich und das Klima!

(c)Dante Muñoz; www.pexels.com

Antenne Steiermark

IBG-Expertin Regina Nicham betont die Bedeutung klarer Regeln zur Erreichbarkeit im Job. Sie empfiehlt, bewusst Offline-Zonen zu schaffen – etwa im Schlafzimmer oder am Esstisch –, um Stress, Schlafstörungen und langfristige Belastungen zu vermeiden.

Den Beitrag können Sie in folgenden Sendern hören.

Antenne Steiermark

Radio Energy

Radio U1 Tirol

Radio Arabella

Radio Arabella OÖ

Antenne Vorarlberg

Radio Osttirol

Arabella NÖ

Life Radio

Stadtradio Krems

Gesund geführt ist halb gewonnen

Gesunde Führung ist unbestritten eine wesentliche Grundlage für den Erhalt und die Förderung von psychischer Gesundheit in Unterneh­men. Doch wodurch konkret zeichnet sich gesundes Führen aus?

Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Seien Sie präsent!
    Pflegen Sie regelmäßigen persönlichen Kontakt zu Ihren MitarbeiterInnen, um zu signalisieren: „Ich bin da und ansprechbar“.
  • Zeigen Sie Anerkennung!
    Ergreifen sie öfter die Gelegenheit, Ihre MitarbeiterInnen wissen zu lassen, dass Sie ihre Arbeit und ihren Einsatz, aber auch sie als Person sehr schätzen.
  • Geben Sie Rückmeldung!
    Schaffen Sie fixe und regelmäßige Gelegenheiten für Feedback, sowohl im Team als auch im Vier-Augen-Gespräch.
  • Binden Sie ein!
    Die Möglichkeit zur Mitsprache und Mitgestaltung ist in der Arbeitswelt ein wichtiger Gesundheitsfaktor.
  • Haben Sie Nachsicht!
    Fehler passieren und bilden wichtige Impulse für Lernprozesse. Pflegen und vermitteln Sie einen lösungsorientierten Umgang damit.
  • Geben Sie Rückendeckung!
    Stehen Sie in heiklen Situationen hinter Ihren MitarbeiterInnen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim vorbildlichen Führen!

 

(c) Kaboompics.com; https://www.pexels.com

TARA24

Klare Regeln und Grenzen im Arbeitsalltag sind entscheidend für Gesundheit und psychisches Wohlbefinden.
IBG-Expertin Regina Nicham, Arbeitspsychologin und Leiterin des IBG-Bereichs Arbeitspsychologie, spricht auf TARA24 über die enormen Chancen, die moderne Informations- und Kommunikationstechnologien für die Arbeitswelt bieten. Gleichzeitig haben diese Entwicklungen den Arbeitsalltag jedoch beschleunigt und entgrenzt: Anrufe, E-Mails und Messenger-Nachrichten erreichen uns längst nicht mehr nur im Büro, sondern auch am Esstisch, im Urlaub oder kurz vor dem Einschlafen.
Wie können Beschäftigte und Führungskräfte mit diesen neuen Herausforderungen umgehen?

Expertin: Regina Nicham

Zum Beitrag

Immer online? – Warum Dauererreichbarkeit krank machen kann.

Mobil, flexibel, jederzeit verfügbar – die moderne Arbeitswelt bietet enorme Möglichkeiten, stellt Beschäftigte und Führungskräfte jedoch vor neue Herausforderungen. Informations- und Kommunikationstechnologien haben den Arbeitsalltag beschleunigt und entgrenzt: Anrufe, E-Mails und Messenger-Nachrichten erreichen uns längst nicht mehr nur am Arbeitsplatz, sondern auch am Esstisch, im Urlaub oder kurz vor dem Einschlafen.

Ständige Erreichbarkeit – Chance oder Risiko für Gesundheit und Produktivität

Aus Unternehmenssicht kann diese ständige Erreichbarkeit Effizienz und Flexibilität fördern. Doch Studien zeigen: Dauerverfügbarkeit kann zu erhöhtem Stress, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und langfristig zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnouts führen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen – mit Folgen für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

  • Flexibles Arbeiten und digitale Vernetzung können die Effizienz steigern, aber auch zur Belastung werden.
  • Ständige Erreichbarkeit verwischt die Grenzen zwischen Job und Freizeit, erhöht das Stresslevel und gefährdet langfristig Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
  • Wer permanent erreichbar ist, riskiert Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und im schlimmsten Fall Burnout.

Die IBG-Expertin und Arbeitspsychologin Regina Nicham empfiehlt:

  • klare, transparente Regeln zu Erreichbarkeitszeiten,
  • bewusste Offline-Phasen und verbindliche Antwortfristen,
  • das Ausschalten von Dienstgeräten im Urlaub oder Krankenstand sowie
  • „Stille Stunden“ für fokussiertes Arbeiten sind ebenfalls empfehlenswert.

Führungskräfte sollten hier Vorbilder sein.

Digital Detox ist keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern eine Gesundheitsstrategie: Man sollte gezielt Pausen vom Dauer-Online-Sein einplanen, berufliche Mails in der Freizeit meiden und aktiv Grenzen aktiv kommunizieren. So bleibt die Balance zwischen Arbeit und Erholung erhalten – zum Wohl von Mensch und Unternehmen.

Belastung mit vielen Facetten

Ständige Erreichbarkeit ist selten ein isolierter Faktor, sondern Teil einer komplexen Belastungsstruktur: steigende Arbeitsverdichtung, verkürzte Reaktionszeiten, der ungeschriebene Anspruch, „immer online“ zu sein. Neben den Risiken nennen Mitarbeitende auch Vorteile: größere Freiheit in der Arbeitszeiteinteilung, ortsunabhängiges Arbeiten und mehr Handlungsspielraum. Genau hier liegt die Herausforderung – den Nutzen flexibler Arbeitsmodelle zu bewahren, ohne Gesundheit und Erholung zu gefährden.

Digital Detox – bewusste Pausen vom Dauer-Online-Sein

Wer morgens vor dem Kaffee schon E-Mails checkt, unterwegs Nachrichten beantwortet oder im Urlaub „nur kurz“ ins Postfach schaut, kennt den Effekt: Abschalten fällt schwer, der Kopf bleibt im Arbeitsmodus. Über 77 % der Beschäftigten nutzen ihr Telefon auch außerhalb der Dienstzeit für berufliche Zwecke.

Digital Detox kann helfen, den Kopf freizubekommen, den Fokus zurückzugewinnen und neue Energie zu tanken. Mit einfachen, alltagstauglichen Tipps können Sie Schritt für Schritt mehr Balance in Ihren digitalen Alltag bringen.

  • Schalten Sie, wenn möglich, Ihr Diensthandy nach Feierabend und an den Wochenenden aus bzw. stellen Sie zumindest die Benachrichtigungsfunktion beim Eingang neuer E-Mails ab.
  • Bildschirmfreie Zeiten einführen, z.B. keine Geräte nach 20 Uhr.
  • Offline-Zonen schaffen, z.B. Schlafzimmer, Esstisch und morgens offline in den Tag starten.
  • Arbeiten Sie nicht mehr in der Stunde bevor Sie schlafen gehen, sondern nutzen Sie diese Stunde als Offline-Zeit. Schauen Sie vor dem Einschlafen nicht mehr aufs Handy (Schlafqualität!).
  • Schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie nicht erreichbar sind und kommunizieren Sie diese Zeiten klar. Informieren Sie auch Familie und Freunde, dass Sie weniger erreichbar sind.
  • E-Mails und Social Media bewusst nur zu bestimmten Zeiten checken.
  • Offline-Aktivitäten fördern: Spazieren gehen, kreativ sein, lesen, Sport treiben.

Fazit

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung ist nicht nur ein Gesundheitsfaktor, sondern auch entscheidend für nachhaltige Produktivität und Kreativität. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann hier aktiv steuern – mit klaren Regeln, gelebter Vorbildfunktion und einer Unternehmenskultur, die Pausen und Erholungsphasen respektiert und als wichtig erachtet.

IBG GmbH, gegründet 1995, ist mit über 200 Mitarbeiter:innen, davon 80 Arbeitsmediziner:innen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

Mag.a Regina Nicham ist Leiterin der IBG-Arbeits- und Organisationspsychologie. Mit dem Schwerpunkt auf der Förderung einer gesunden Arbeitsumgebung unterstützt sie Unternehmen, um eine positive Mental-Health-Kultur zu schaffen.

Ansprechpartnerin: Renate Ruhaltinger-Mader
M +43 (676) 38 49 022 | presse@ibg.at I office@fabelhaft.biz

Workshop: Fit durch den (Arbeits)alltag

Bewegung ist die Grundlage unseres Lebens – wer rastet, der rostet. Dieses und ähnliche Sprichwörter sind fest in unserem Wortschatz verankert. Aber wie sieht es in der Realität aus?

Unsere Bewegungen und der Bewegungsradius sind oft sehr eingeschränkt. Langes Sitzen, statische Belastungen und Zwangshaltungen nehmen einen Großteil unseres Tages ein.

Deshalb ist ausreichend Bewegung wichtig. Sie ist der Treibstoff, der unsere Muskeln kräftigt und die Gelenke „schmiert“. Neben regelmäßiger sportlicher Betätigung, ist auch die Alltagsbewegung und die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Alltags.

Nahezu jede:r von uns hat schon einmal in irgendeiner Weise mit Problemen im Stütz- und Bewegungsapparat zu kämpfen gehabt. Zumeist sind Bewegungsmangel, eine unergonomische Arbeitsweise oder eine Zwangshaltung die Ursache. Genau das soll in diesem Workshop Thema sein .
       

Unser Angebot

  • Zweistündiger Workshop „Fit durch den (Arbeits)alltag“
  • inklusive Original-Theraband®           

Ziele und Inhalte des Workshops

  • Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich ergonomischen Verhaltes und der positiven Auswirkung von Bewegung auf die eigene Gesundheit
  • Gestaltung eines aktiven Arbeitsalltags unter Berücksichtigung von individuellen Einschränkungen
  • Erkennen von Problemfeldern sowie Auslöser und Ursachen für Rückenschmerzen
  • Entwicklung von individuellen Umsetzungsmöglichkeiten
  • Kennenlernen des Therabands® und einfacher Übungen


Nutzen für Ihr Unternehmen

Ein Workshop zum Thema Bewegung fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen, was langfristig zu weniger Krankheitsausfällen, höherer Motivation und gesteigerter Produktivität führt. Gleichzeitig signalisiert das Unternehmen Wertschätzung gegenüber dem Team, was die Mitarbeiter:innenbindung stärkt und ein positives Betriebsklima unterstützt.

Gerne erstellen wir für Sie ein unverbindliches und individuelles Angebot (je nach Stundenkontingent auch im Rahmen der Einsatzzeit möglich!). Kontaktieren Sie dazu bitte unser Kundenservice unter kundenservice@ibg.at oder telefonisch unter 01/524 37 51-19.

Wir freuen uns, wenn wir Sie auf Ihren gesunden und produktiven Wegen aktiv begleiten dürfen!

Bild: SometimesNever/peopleimages.com 

FSG AKTUELL

Gesund, nachhaltig, mobil
Rad, Bus oder zu Fuß statt Auto – aktive Mobilität macht fit, schont das Klima und steigert die Attraktivität von Unternehmen. IBG-Expertin Ina Lukl schreibt in der aktuellen Ausgabe von FSG AKTUELL, wie Betriebliche Gesundheitsförderung und Mobilitätsmanagement Hand in Hand gehen und den Arbeitsweg zum Gesundheitsprogramm machen.

Expertin: Ina Lukl

Zum Beitrag:

Hut am Boot Relax

Arbeiten bei Hitze – Empfehlungen für die Praxis

Der Sommer 2025 bringt erneut eine außergewöhnlich langanhaltende Hitzeperiode mit sich. Temperaturen über 35 °C sind mittlerweile keine Seltenheit mehr – sowohl im Freien als auch in Innenräumen ohne Klimatisierung. Das hat direkte Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit, Konzentration und Gesundheit von Beschäftigten. Trotz dieser Belastungen gibt es in Österreich nach wie vor keine gesetzliche Regelung für hitzefrei. Umso wichtiger ist es, dass Dienstgeber im Sinne des Arbeitnehmerschutzes tätig werden.

Praktische Maßnahmen gegen Hitzebelastung

  • Bereitstellung geeigneter, alkoholfreier Getränke (z. B. Wasser mit Elektrolyten)
  • Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung durch Abschattung (z. B. Markisen, Planen, Jalousien)
  • Nutzung der kühleren Morgen- und Nachtstunden zur Raumkühlung durch Querlüften
  • Lockerung von Bekleidungsvorschriften, wo Sicherheitsstandards dies zulassen
  • Einsatz von Ventilatoren (Zugluft vermeiden!) oder mobilen Kühlgeräten
  • Organisation zusätzlicher Erholungspausen und gegebenenfalls Anpassung der Arbeitszeiten (z. B. Frühstart, keine Mittagshitze)
  • Schulung und Sensibilisierung zu Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Hitzeschäden wie Sonnenstich, Hitzschlag oder Hitzekollaps

Richtwerte für Innenräume

Für Arbeitsplätze in Büros mit Klimaanlage gelten laut Arbeitsstättenverordnung folgende Zielwerte:

  • Raumtemperatur: 19 °C bis maximal 25 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 40–70 %
  • Bei leichter körperlicher Arbeit im Stehen: max. 24 °C Raumtemperatur

Ist keine Klimatisierung vorhanden, müssen Arbeitgeber Maßnahmen setzen, um die Belastung zu reduzieren:

  • Nachtlüftung und frühes Querlüften
  • Fensterbeschattung (Rollos, Vorhänge, außenliegender Sonnenschutz)
  • Bereitstellung von Trinkwasser und ggf. mobilen Kühlhilfen
  • Anpassung der Pausenregelung (z. B. kürzere Intervalle, mehr Erholung)

Besonders zu schützen sind:

  • Schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen
  • Ältere Kolleginnen und Kollegen
  • Menschen mit Vorerkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf, Kreislaufprobleme)
  • Beschäftigte an Steharbeitsplätzen

Hier sind arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Fachkräfte frühzeitig einzubinden. Auch Betriebsräte sollten aktiv eingebunden werden.

Rechtliche Grundlage: Hitze als Schlechtwetter

Für bestimmte Berufsgruppen im Bau gilt: Hitze kann Schlechtwetter im Sinne des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes (BSchEG) darstellen.

Seit 01.01.2013 anerkannt:

Ab 35 °C (gemessen im Schatten) können Schlechtwetterregelungen greifen

  • Liegt die Temperatur über drei Stunden hinweg über 35 °C, gilt der restliche Tag als Schlechtwetter
  • Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung (über BUAK) für entfallene Arbeitsstunden
  • Betroffene Berufsgruppen: Bauarbeiter, Zimmerer, Dachdecker, Pflasterer, Gerüster, Gipser

Die Entscheidung über Arbeitsabbruch trifft der Arbeitgeber – unter Berücksichtigung der Sicherheit und Zumutbarkeit.

Ergänzende Maßnahmen bei Arbeit im Freien

  • Sonnenschutzmittel mit hohem LSF zur Verfügung stellen
  • Pflicht zum Tragen geeigneter Kopfbedeckung
  • Bereitstellung von Sonnenbrillen mit UV-Schutz
  • Möglichkeit zur Abkühlung: z. B. Duschen, kalte Handtücher, Schattenbereiche

Fazit

Die Hitzewellen nehmen weiter zu. Arbeitgeber tragen eine Verantwortung für den Schutz ihrer Beschäftigten – gerade auch in Zeiten, in denen gesetzliche Regelungen (noch) fehlen. Organisatorische Maßnahmen, technische Lösungen und arbeitsmedizinische Beratung sind jetzt wichtiger denn je.

Für Rückfragen, Beratung oder Unterstützung wenden Sie sich bitte an Ihre Sicherheitsfachkraft, Ihre Arbeitsmedizinerin oder Ihren Betriebsrat – oder direkt an die IBG.

Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch den Sommer!