Autor: Regina Nicham

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz stärken

Psychische Erste Hilfe als Teil der Unternehmenskultur.
Nach wie vor sind Depressionen eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit, zudem steigt die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen seit Jahrzehnten. Unternehmen sehen sich deshalb immer häufiger mit psychosozialen Krisen bzw. dem Erleben außergewöhnlicher psychischer Belastungen konfrontiert. Führungskräfte sind oft erste Ansprechpersonen bei psychischen Belastungen von Mitarbeitenden, stehen aber auch selbst unter großem Druck.

Obwohl psychische Gesundheit zunehmend mehr Beachtung findet und es in Unternehmen immer selbstverständlicher wird, sich damit auseinanderzusetzen, gibt es noch Nachholbedarf beim Verständnis und Wissen zu diesem Thema sowie bei der Sicherheit im Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitenden. Während körperliche Gebrechen im Normalfall für andere sichtbar sind, ist ein psychisches Problem von außen oft kaum bis gar nicht zu erkennen.

Psyche: Immer noch ein Tabuthema

Menschen mit psychischen Erkrankungen erfahren deshalb am Arbeitsplatz oft Stigmatisierung. Ihnen wird beispielsweise die Schuld an ihren psychischen Problemen selbst zugeschrieben. Auch ist es für viele Menschen immer noch ein Tabu, über psychische Belastungen oder Probleme zu sprechen. Dadurch wird eine rechtzeitige und konstruktive Intervention, auch seitens der Führungskraft, oft verhindert.

Prävention: Die Arbeitspsychologie liefert Antworten

Prävention wird daher immer wichtiger – nicht zuletzt durch Fortbildung und Sensibilisierung. Doch wie reagiert man professionell, wenn sich bei Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen psychische Überlastungserscheinungen oder „Auffälligkeiten” bemerkbar machen? Welche Reaktionen sind angemessen? Wofür sind Unternehmen verantwortlich bzw. zuständig? Wie kann das Thema „richtig” angesprochen und damit umgegangen werden? Welche Präventionsmöglichkeiten gibt es?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich Unternehmen zurecht. Die Arbeitspsychologie liefert Antworten und Hilfestellung. Körperliche Erste-Hilfe-Kurse sind für Unternehmen längst selbstverständlich. Genauso wichtig ist es jedoch auch, psychische Erste Hilfe zu lernen, um in emotionalen Ausnahmesituationen Stabilität, Orientierung und Sicherheit geben zu können.

Schulungen für mentale Ersthelfer:innen

Jeder kann psychische Erste Hilfe leisten. Ein offenes Ohr und aktives Zuhören können Menschen Stabilität und Sicherheit bieten und somit ihr Leben positiv beeinflussen. Im Rahmen eines modernen Betrieblichen Gesundheitsmanagements lassen deshalb immer mehr Unternehmen – neben Sensibilisierung und Schulungen der Führungskräfte – auch Mitarbeiter:innen zu sogenannten mentalen Ersthelfer:innen ausbilden. Diese können ihren Kolleg:innen als vertrauliche, unparteiische Erstkontakte behilflich sein.
In diesen Schulungen und Trainings soll es neben einem Überblick über psychische Erkrankungen auch um grundlegende praktische Erste-Hilfe-Maßnahmen bei mentalen Problemen gehen.

Warnsignale frühzeitig wahrnehmen

Das Ziel besteht darin, Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zu befähigen, Warnsignale (bei anderen sowie bei sich selbst) frühzeitig wahrzunehmen. Sie sollen wissen, wie sie diese am besten ansprechen können und welche arbeitsbezogene Unterstützung (z. B. Entlastung, flexible Arbeitsgestaltung) sowie interne und externe Hilfsangebote es gibt, um aus psychischen Krisen wieder herauszufinden. Dabei ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen anzuerkennen und in seiner Rolle zu bleiben. Es geht nicht darum, zu therapieren!
Bei der Erkennung psychischer Erkrankungen sind die Art des Leidens und die Zeitspanne wichtige Beobachtungsmerkmale. Ein paar schlechte Tage zu haben, ist ganz normal. Wenn es einem aber zwei Wochen oder länger schlecht geht, man Menschen oder Aktivitäten meidet oder psychosomatische Symptome belasten (Schlafprobleme, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Herzrasen etc.), dann sollte man sich Hilfe holen.

Beobachten, ansprechen, unterstützen

Gerade beim Ansprechen – im Sinne von: frühzeitig und empathisch das Gespräch suchen, ohne zu diagnostizieren, sondern sich zu trauen, seine Beobachtungen auszusprechen – sind das Wissen um die richtigen Worte sowie das Üben in einem geschützten Rahmen („Trockentraining”) hilfreiche Werkzeuge.
Nach dem Motto: Beobachten, ansprechen, unterstützen – aber nicht therapieren! Vergleichbar mit der medizinischen Ersten Hilfe ist es auch bei der psychischen Ersten Hilfe wichtig, zu lernen und durchzuspielen, was man im Krisenfall sowie in psychischen Notfällen selbst tun kann, ohne sich zu überfordern oder Grenzen zu überschreiten. Das Erstellen und Durchgehen eines Sofort-Hilfe-Plans, beispielsweise im Falle einer Panikattacke eines Mitarbeitenden, gibt Sicherheit und hilft dabei, in dieser Situation ruhig und empathisch handeln zu können. Auch zu wissen, was im Falle einer vermuteten Suizidgefährdung oder psychosozialen Krise zu tun ist, ist ein wichtiger Bestandteil der Schulung.

Der Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitenden erfordert neben Sensibilität und Empathie eine klare Strategie sowie eine Unternehmenskultur, die Offenheit, Unterstützung und Resilienz fördert.
Am Arbeitsplatz sind eine gute Führung und Arbeitsorganisation sowie eine Unternehmenskultur, die sich auf Kommunikation und Zuhören konzentriert, eine gute Prävention für die psychische Gesundheit.

Vertrauen aufbauen und Wertschätzung vermitteln: Befragungsergebnisse richtig nutzen

Der richtige Umgang mit Befragungen in Unternehmen ist entscheidend, um daraus nicht nur Daten, sondern auch echten Wandel zu erzeugen.

Klare Zielsetzung formulieren

Im Vorfeld sollten grundlegende Fragen gestellt und eine klare Zielsetzung formuliert werden. Dieses Wofür und Wohin ist auch an die Belegschaft zu kommunizieren: „Wofür wollen wir als Unternehmen die Befragung nutzen? Was genau wollen wir herausfinden? Welche Themen interessieren uns? Und wie weit sind wir auch bereit, etwas an der Unternehmens- und Führungskultur zu verändern?”

Ein Frühwarnsystem und strategisches Steuerungsinstrument

Mitarbeiter:innen-Befragungen dienen dazu, die Stimmung, das Engagement und die Zufriedenheit im Unternehmen sowie mögliche psychische Belastungsthemen und Stärken systematisch zu erfassen. Richtig genutzt sind sie ein Frühwarnsystem und strategisches Steuerungsinstrument, aber auch eine Möglichkeit, Ressourcen im Unternehmen aufzuzeigen. Dabei geht es nicht nur ums Fragen, sondern ums Zuhören, Interesse zeigen und Nachfragen sowie transparentes Handeln und darüber Reden.

Maßnahmenpläne, die umgesetzt werden

Bei der Interpretation ist zunächst die Betrachtung der Stichprobe relevant. Ist diese repräsentativ? Nach einer klaren und zeitnahen Kommunikation der zentralen Erkenntnisse an alle Mitarbeiter:innen sollten im Dialog mit den Teams die Ergebnisse gemeinsam reflektiert und Maßnahmepläne erarbeitet werden. Das Ziel besteht darin, in weiterer Folge Verantwortlichkeiten und realistische Zeitpläne festzulegen. Wer setzt was bis wann um? Welche Themen werden nicht umgesetzt bzw. sind aktuell vielleicht auch nicht veränderbar?

Das klingt möglicherweise banal und logisch, wird in der Praxis aber am wenigsten umgesetzt. Wenn keine Taten folgen oder Ergebnisse versteckt oder geschönt werden, ist das oft frustrierender, als keine Befragung durchzuführen.

Regelmäßige Überprüfung der Fortschritte

Unternehmen berichten immer wieder von einer „Befragungsmüdigkeit“, die sich zeigt, wenn ohne Abschlussprozesse immer wieder Befragungen durchgeführt werden. Auch bei Wiederholungsbefragungen lohnt sich ein genauer Blick auf die Entwicklungen seit der vorherigen Befragung: Welche Trends sind zu erkennen und welche Schlüsse sind zu ziehen? In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, regelmäßig nachzusteuern, beispielsweise alle zwei bis drei Jahre, um die Fortschritte zu überprüfen.

Professioneller Umgang mit Rückmeldungen

Befragungen sind allgemein eine gute Möglichkeit, Feedback zu verschiedensten Themen zu erhalten, u. a. zum Organisations- und Führungsklima. Das kann bei manchen Führungskräften auch Befürchtungen oder Sorgen auslösen. Wie geht eine Führungskraft damit um, wenn Kritik aus dem Team geübt wird? Ein entscheidender Faktor ist dabei die eigene innere Haltung – kann die Führungskraft die Kritik als wertvolle Chance zur Weiterentwicklung und als „Geschenk“ sehen und versuchen, sie zu verstehen? Ein professioneller Umgang mit kritischen Rückmeldungen entscheidet maßgeblich darüber, ob Vertrauen wachsen kann.

Fazit

Mitarbeiter:innen-Befragungen können nur dann wirklich wirken, wenn sie Teil eines echten Dialogs sind und auch zu Veränderungen führen. Auch die offene Kommunikation darüber, was nicht verändert werden kann, ist wichtig. Sie trägt maßgeblich dazu bei, Wertschätzung zu vermitteln. Autorin: Regina Nicham

Gesunde Selbstführung: Schlüssel zu erfolgreichem Leben

Die Belastungen der neuen Arbeitswelt zeigen sich u.a. in aufreibenden Kundenkontakten, in der verschwimmenden Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, in der ständigen Erreichbarkeit oder der Möglichkeit, zu jeder Zeit und an jedem Ort arbeiten zu können. Mit folgenden Tipps kann es gelingen mit den unterschiedlichsten Anforderungen gesund umzugehen, sich selbst zu stärken und sein inneres Gleichgewicht zu erreichen.

Sieben Tipps zum gesunden Umgang mit sich selbst:

  • Achten Sie auf regelmäßige Mikropausen. Der bewusste Blick aus dem Fenster, der Plausch in der Küche oder das Klopfen auf die Thymusdrüse wie Tarzan sorgen für die notwendige Abgrenzung.
  • Etablieren Sie ein Abschaltritual. Nutzen Sie die letzten fünf Minuten des Arbeitstages, um sich auf die Erfolge des Tages zu fokussieren. Verwenden Sie den Heimweg für Ihre Lieblingsmusik oder setzen Sie zu Hause den Schritt bewusst über die Türschwelle.
  • Aktivieren Sie Ihren wohlwollenden Begleiter und sprechen Sie sich selbst Anerkennung aus.
  • Halten Sie Abstand in arbeitsfreien Intervallen. Sorgen Sie für Ihren wohlverdienten Feierabend ohne dienstliche Emails oder Telefonate.
  • Werden Sie Belastungen los, indem Sie sie aufschreiben und dann wegwerfen oder verbrennen.
  • Achten Sie auf Ihre Grenzen. Weil Sie es (sich) wert sind.
  • Suchen Sie den Austausch mit anderen. Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelt so groß.

    Nutzen Sie Ihre Potentiale! Anstelle nur daneben zu sitzen, nehmen Sie das Steuer für Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit in die Hand. So können Sie mit frischer Energie neue Herausforderungen meistern.

Hybrid-Office: Gemeinsam

Wie bei allen Themen finden wir auch beim Home-Office zwei Seiten einer Medaille. Der soziale Kontakt mit den Kolleg:innen und auch zur Führungskraft hat sich als sehr wichtig gezeigt, neben einem großen Wunsch der Mitarbeitenden Homeoffice beizubehalten.

Bei der Frage nach dem idealen Home-Office-Modell kommt wie aus einem Munde: »Ein bis zwei Tage im Büro, um auch meine Kolleg:innen zu sehen«. Home-Office oder besser gesagt Hybrid-Office wird dort, wo es gelebt werden kann, voraussichtlich auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen und ist gekommen, um bleiben zu dürfen. Sämtliche Möglichkeiten virtuelle Zusammengehörigkeit und Teamarbeit trotz »Distanz« zu schaffen, werden damit immer schlagender.

Um die Auswirkungen und auch die aktuelle Situation in den Unternehmen sichtbar zu machen, haben sich viele Unternehmen trotz anhaltender Pandemie dazu entschlossen, auch heuer mit IBG die Evaluierung der psychosozialen Belastungen durchzuführen und dabei das neue IBG Home-Office Modul zu integrieren, das Unternehmen einen Überblick über erfolgreiche Zusammenarbeit und verbliebene Probleme von Teams oder Abteilungen gibt. Aufbauend auf diesen Ergebnissen können spezifische Herausforderungen aufgespürt, gelöst und das virtuelle Arbeiten nachhaltig optimiert werden.

Kommunikation und Zusammenarbeit

Die Ergebnisse des Home-Office-Moduls zeigen Ähnliches hinsichtlich der Dimension »Kommunikation und Zusammenarbeit«. Wie auch in der Literatur und in Studien immer wieder angeführt, hat sich auch bei diesen Befragungen der soziale Zusammenhalt als ein wichtiges gesundheitsförderndes Potential gezeigt. Der Wegfall von informellen Kontakten zu Kolleg:innen und Führungskräften birgt das Risiko der Vereinsamung sowie ein abnehmendes Team-Gefühl. Das hat sich sehr deutlich als übergreifendes Thema gezeigt.

Neben der Tatsache, dass die Produktivität und Arbeitseffizienz der Mitarbeiter:innen im Homeoffice nicht leidet – ganz im Gegenteil, aber eben sehr wohl der Zusammenhalt und auch die Konfliktlösungen. Das gilt es bei der Gestaltung von Homeoffice-Konzepten zu bedenken, damit die gebotenen Chancen (z.B. fokussierteres, ruhigeres Arbeiten; Nutzen der eigenen leistungsfähigen Tageszeiten) gut genutzt und die Risiken minimiert werden können.

Die Mitarbeiter:innen haben in den persönlichen Rückmeldungen immer wieder erwähnt, dass der Austausch mit den Kolleg:innen am Kaffeeautomaten, ein »Pläuschchen« über das Wochenende und spontane Begegnungen fehlen und sich Maßnahmen gewünscht bzw. positiv hervorgehoben, die teamstärkend wirken und das Miteinander und Gespräche fördern, wie z.B. virtuelle Pausenräume, vereinbarte Zeiten für informellen Austausch (z.B. auch nach einem Meeting oder get together 1x/ Woche, 1/2h) oder virtuelle Mittagspausen – wichtig dabei war die Kombination von digital und Präsenz im Büro.

Der kreative Austausch

Neben der Zusammenarbeit, den informellen Kontakten und der Stimmung im Team wurde auch der kreative Austausch bei allen Unternehmen als negativer beschrieben. Eine Idee skizzieren, ein Scribble anfertigen, Design-Vorschläge besprechen und anpassen etc. geht dank Screen-Share-Funktion auch im Videochat sehr gut.

Aber: kreative Zusammenarbeit wird durch das Beisammensein im selben Raum oft als viel fruchtbarer erlebt. Auch wenn mehrere Personen zeitgleich am selben Projekt arbeiten, kann Homeoffice den Austausch verkomplizieren. Die Kolleg:innen mal eben schnell um ihre Meinung fragen funktioniert besser, wenn man sich im selben Raum aufhält und nicht erst darauf warten muss, dass er oder sie ans Telefon geht oder zurückschreibt.

Ebenso funktionieren Diskussionen auf diese Art und Weise besser – nonverbale Signale werden besser wahrgenommen und verraten wie die einzelnen Personen auf Vorschläge oder Aussagen reagieren. Diese möglichen Grenzen zeigen wieder die Wichtigkeit des technischen Equipments (Fokus auf Qualität; Verfügbarkeit entsprechender CloudLösungen und Chatrooms sowie verschiedene virtuelle Meeting-Tools), von Erreichbarkeitsvereinbarungen und auch Meeting-Strukturen und Konzepten nach einer hybriden Arbeitsweise auf. Natürlich spielen bei all diesen Themen auch die Mitarbeiter*innen-Typen eine wesentliche Rolle – Menschen sind unterschiedlich.

Hybrid-Office als neue Arbeitsform

Dazu werden intensivere Kommunikation, Vertrauen, klar definierte Ziele, eine neue Meeting-Kultur und ein »neues« Führungsverständnis notwendig sein. Auch der Arbeitsplatz vor Ort wird sich dadurch verändern. Neben Desk-Sharing-Konzepten (dem Teilen von Arbeitsplätzen), braucht es Wohlfühlräume, Kommunikationsinseln, Brainstorming-Stationen, aber auch ruhige, abgeschottete Plätze, an denen konzentriertes Arbeiten möglich ist. Um die Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen ist es wichtig an den Präsenztagen verstärkt darauf zu achten, Unternehmenskultur und Werte zu vermitteln und damit an der Bindung der Mitarbeiter*innen zu arbeiten. Denn Unternehmenskultur findet im Unternehmen statt.

Foto von Ivan Samkov von Pexels

Ausgelaugt, erschöpft und ausgebrannt.

Krankenstände und vorzeitige Berufsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen haben zugenommen. Dies ist nur die Spitze eines Eisbergs einer noch viel größeren Anzahl von Arbeitnehmer:innen, die sich ausgelaugt, erschöpft oder ausgebrannt fühlen – auch wenn sie nach außen hin funktionieren.

Die lange Erklärung

Die Bedingungen, unter denen es zu Burn-out und seinen Vorstufen kommt, sind:

  • Arbeitsüberlastung,
  • ständiger Zeitdruck,
  • unklare Rollen und Aufgaben,
  • Unfairness,
  • mangelnde Wertschätzung,
  • nicht beachtete Konflikte,
  • Benachteiligung,
  • schlechte Kommunikation und
  • Konflikte zwischen den eigenen Werten und denen des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin.

Ständiges Multitasking hat negative Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit und die Stressverarbeitung: Man fängt vieles an und macht nur wenig fertig. Am Abend bleibt das Gefühl: „Wofür habe ich heute meine Energie verwendet?“ Dazu kommt noch die Hyperkommunikation: vor lauter E-Mails, Störungen und Meetings kommt man nicht mehr zu seiner eigentlichen Arbeit. Gleichzeitig hat man das Gefühl, an all dem nichts ändern zu können: Mitarbeiter:innen-Befragungen und Projekte zur Evaluierung psychischer Belastungen haben oft keine für den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin sichtbaren Effekte. Der gesunde Mensch möchte in seiner Arbeit eigentlich nur eines: sinnvoll und effizient unter menschlichen Bedingungen arbeiten. Wenn ein/eine Arbeitgeber:in dies ermöglicht, braucht es meist keine Burn-out-Seminare.

Die kurze Erklärung

Die Geschichte des Kapitalismus zeigt, die Grundlage des heutigen Wirtschaftssystems ist Ausbeutung und Profitmaximierung in den Händen weniger. Die weltweite ökonomische Ungleichheit zwischen Gesellschaftsschichten hat in den letzten 20 Jahren ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht.

Was können wir tun?

Was kann der/die Einzelne tun? Achten Sie auf Ihre Grenzen und Rechte. Informieren Sie sich und holen Sie sich frühzeitig Unterstützung bei der Belegschaftsvertretung, Arbeitsmediziner:innen und anderen Stellen. Achten Sie auf Ihre Rechte und Ihre Gesundheit. Versuchen Sie persönliche Wege zum Erhalt Ihrer körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit zu finden.
Was können wir gemeinsam tun? Die Wahrheit aussprechen! Ungleichheit nicht akzeptieren. Denn Handeln ist das beste Mittel gegen Angst, Lethargie und psychische Erschöpfung. Das Einzige, was uns zum Erfolg verhelfen kann, ist Kooperation.

Quelle: Univ.-Prof.Dr. Wolfgang Lalouschek,
Gesunde Arbeit Ausgabe 3/2020,  www.thetree.at

Werte. Leben. Balance.

Das Glas ist voll – oder doch nicht?

Ein Universitätsprofessor steht mit einem großen leeren Glas vor seinen Studierenden und füllt es zu Beginn der Vorlesung bis zum Rand mit großen Steinen. Er fragt: „Ist das Glas nun voll?“ Die Studierenden stimmen zu. Daraufhin schüttet der Professor kleine Kieselsteine in das Glas, die in die Zwischenräume der großen Steine rollen. Der Professor fragt abermals: „Ist das Glas nun voll?“ Die Studierenden lachen und stimmen zu. Der Professor schüttet feinen Sand in das Glas und dieser füllt die letzten Zwischenräume im Glas aus. „Ist das Glas nun voll?“, fragt der Professor. Die Studierenden sind unsicher. Nachdem der Professor auch noch Wasser in das Glas füllt, erkennen sie den Kern der Geschichte.

Wichtige Dinge in unserem Leben.

Die Steine sind die wichtigen Dinge in unserem Leben – z.B. Gesundheit, Familie, Kinder. Die Kieselsteine sind weniger wichtig – z.B. Arbeit, Wohnung, Auto. Der Sand und das Wasser symbolisieren die kleinen Dinge des Lebens. Würde man den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum mehr für Kieselsteine und große Steine. So ist es auch im Leben. Wendet man all seine Energie für die kleinen Dinge im Leben auf, bleibt keine mehr für das Wichtige im Leben.

Wofür schlägt Ihr Herz höher?

Nehmen Sie sich etwas Zeit und überlegen Sie, was Ihre großen Steine sind und welche Werte in Ihrem Leben wichtig sind.

Liebe – Frieden – Sicherheit – Ehrlichkeit – Kreativität – Mobilität – Macht – Abenteuer – Freiheit – Heirat – Anerkennung – Erfolg – Gesundheit – Pünktlichkeit –  Individualität – Reichtum – Glaube  –   Sportlichkeit – Wissen – Vertrauen – Ordnung – Familie – Erholung – Leidenschaft –  Spaß –  Kompetenz – Zugehörigkeit – Glück – Einfluss – Gelassenheit . . .

 Meine wichtigsten Werte.

Tragen Sie in einem Werte-Rad Ihre 10 wichtigsten Werte ein und in welchem Ausmaß diese derzeit Erfüllung finden oder sie damit zufrieden sind:
0% = gar nicht … 100% = maximal

Konzentrieren Sie sich auf die drei wesentlichsten Werte und beschreiben Sie den Bedeutungsgehalt dieser Werte:
(1. /2. /3.Wert) bedeutet für mich, dass …

Zielszenarien der Zukunft.

Werte, die zurzeit noch gar nicht oder nicht ausreichend erfüllt sind, sind nichts anderes als Wünsche, die uns am Herzen liegen. Beschreiben Sie Ihre balancierte Zukunft und wie Sie Ihre Wünsche erreichen können.

Wir brauchen keine neuen Werte, wir brauchen den Mut, unsere eigenen Werte zu leben – um uns im Zweifelsfall zu entscheiden, was für uns  wichtiger ist.

Achten Sie auf die großen Steine und wichtigen Dinge in Ihrem Leben. Sie sind es, die wirklich zählen und unser Leben erfüllen.

„DER REST IST NUR SAND“

So kehren Sie ohne Kulturschock in den Arbeitsalltag zurück

  • Mit den Lockerungen der Lockdown-Regeln kehren immer mehr Unternehmen aus dem Homeoffice zu einem neuen Arbeitsalltag zurück. „Normalität“ hat sich durch Covid gewandelt.
  • Führungskräfte und Unternehmen sollen Mitarbeiter:innen und Teams die Rückkehr an den Büro-Arbeitsplatz übergangslos und so einfach wie möglich gestalten.
  • Finden Sie hier zehn Tipps, wie Management und Belegschaft so reibungslos wie möglich aus dem Homeoffice in die neue „Normalität“ zurückfinden.
Regina Nicham | IBG Leitung Arbeitspsychologie
Regina Nicham, Leiterin des Bereichs Arbeits- und Organisationspsychologie von IBG, gibt zehn Tipps, wie die Rückkehr in die „normale“ Arbeitswelt für alle friktionsfrei gestaltet werden kann.

Mit der schrittweisen Aufhebung der Corona-Maßnahmen kehren viele Unternehmen in einen neuen Arbeitsalltag zurück. Die Tage im Homeoffice werden deutlich reduziert, Arbeitsmethoden haben sich durch digitale Kanäle verändert, soziale Abläufe nehmen im Büro neue Formen an.

Covid hat das Alltagsleben verändert. Führungskräften kommt in der gegenwärtigen Übergangsphase eine wichtige Rolle zu: Sie sollen Ihre Teams bei der Rückkehr in den veränderten Büroalltag unterstützen.

Regina Nicham, Leiterin des Bereichs Arbeits- und Organisationspsychologie von IBG, gibt zehn Tipps, wie die Rückkehr in die „normale“ Arbeitswelt für alle friktionsfrei gestaltet werden kann.

Tipp 1: Halten Sie die Schutzmaßnahmen im Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter:innen
Stellen Sie weiterhin alle notwendigen Informationen und Mittel zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen bereit und sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter:innen zu einem sorgsamen Umgang mit Krankheitssymptomen.

Tipp 2: Feiern Sie das Wiedersehen
Sie haben sich jetzt alle lange nicht live gesehen und dennoch im Team viel geleistet. Dies sollte anerkannt und „gefeiert“ werden. Die Stärkung des sozialen Zusammenhalts steht im Fokus.

Tipp 3: Lassen Sie Spielraum für die Eingewöhnungsphase
Geben Sie Ihren Mitarbeiter:innen Zeit, um sich wieder an ihrem Arbeitsplatz einzufinden und mit den neuen Gegebenheiten umzugehen – kein „business as usual“

Tipp 4: Halten Sie eine Nachlese zur Homeoffice-Zeit
Besprechen Sie die Arbeitsphase im Remote-Modus. Jetzt ist die Zeit, veraltete Prozesse abzuändern und den neuen Bedürfnissen anzupassen – „Lessons learned“

Tipp 5: Bleiben Sie für die Mitarbeiter*innen präsent
Auch im „Normalbetrieb“ ist es wichtig aktiv auf seine Mitarbeiter:innen zuzugehen, präsent und erreichbar zu sein, um weiterhin sensibel für mögliche Sorgen und Ängste zu sein.

Tipp 6: Forcieren Sie das Thema Weiterbildung
Nach der Lockdown-Phase ist das Thema Weiterbildung besonders wichtig. Nützen Sie die Aufbruchstimmung, um Versäumtes aufzuholen.

Tipp 7 : Teilen Sie Ihre Erkenntnisse
Haben Sie oder Ihre Mitarbeiter:innen selbst vielleicht neue Vorlieben in der Art zu arbeiten oder neue Aufgaben für sich entdeckt? Durch diese Erkenntnisse können vielleicht Prozesse und Aufgabengebiete neu arrangiert werden und sowohl Ihre Mitarbeiter*innen als auch das Unternehmen und damit Sie selbst profitieren.

Tipp 8: Verströmen Sie Zuversicht
Feiern Sie gemeinsame Erfolge und betonen Sie, was alles geschafft und erreicht wurde. Lassen Sie die Mitarbeiter:innen selbst über Positives berichten. Dazu fördern neue Aufgabenfeder die Ausdauer.

Tipp 9: Informieren Sie über die aktuelle Lage und Visionen
Sprechen Sie die aktuelle Lage des Unternehmens an und geben Sie einen Ausblick, wie die nahe Zukunft aussehen könnte und wie Sie sich den Weg dorthin vorstellen.

Tipp 10: Führen Sie auf Augenhöhe
Binden Sie Ihre Mitarbeiter:innen in Entscheidungen ein und lassen Sie diese auch selbst Entscheidungen treffen. Dies führt zu mehr Engagement der Mitarbeiter*innen durch Wertschätzung, Selbstständigkeit und Gestaltungsspielraum.

 

 

 

Fang an anzufangen.

Häufig fällt es uns schwer unsere Vorhaben umzusetzen oder damit überhaupt erst anzufangen. Wir nehmen uns dies und jenes vor, aber noch bevor wir damit loslegen, putzen wir die Wohnung, beantworten Emails, schauen nach, was es neues auf Facebook gibt – Aufgaben, die uns schneller und leichter von der Hand gehen, als die, die wir uns vorgenommen haben, deren Erledigung uns aber dennoch das Gefühl gibt, etwas geschafft zu haben. Das eigentliche Vorhaben haben wir nicht einmal angefangen.

Hier ein paar Tricks, um endlich damit anzufangen:

  • Der Fang-an-bevor-du-anfängst-Trick:

    Fang zumindest 10 Minuten lang mit der Aufgabe an und erteile dir die Erlaubnis dann auch wieder aufzuhören, denk dabei an das Ziel, das du erreichen möchtest.

  • Der Begrenze-die-Zeit-Trick:

    Definiere ein konkretes Zeitfenster, in dem du die Aufgabe erledigst. Haben wir für etwas zu viel Zeit, reiht es unser Gehirn auf der Prioritätenliste automatisch weiter hinten ein.

  • Der Belohnungs-Trick:

    Gib dir das Versprechen dich nach einer Aufgabe mit einer Kleinigkeit zu belohnen – das wird dich motivieren dranzubleiben.

  • Der Wenn-dann-Trick:

    Überlege dir, was dich an der Umsetzung hindern könnte und wie du darauf reagieren könntest. Sprich: Wenn A passiert, mache ich B.

  • Der Fang-an-aufzuhören-Trick:

    Wenn du das Verlangen spürst, etwas anderes zu tun als das, was du eigentlich tun willst/sollst, mache noch zehn Minuten weiter mit der Erlaubnis dann das andere zu tun. Stell dir dabei vor, wie es sich anfühlt die eigentliche Aufgabe erledigt zu haben.

Neue Normalität: So kehren Sie ohne Kulturschock in den Arbeitsalltag zurück

  • Mit den Lockerungen der Lockdown-Regeln kehren immer mehr Unternehmen aus dem Homeoffice zu einem neuen Arbeitsalltag zurück. „Normalität“ hat sich durch Covid gewandelt.
  • Führungskräfte und Unternehmen sollen Mitarbeiter:innen und Teams die Rückkehr an den Büro-Arbeitsplatz übergangslos und so einfach wie möglich gestalten.
  • Finden Sie hier zehn Tipps, wie Management und Belegschaft so reibungslos wie möglich s dem Homeoffice in die neue „Normalität“ zurückfinden.

Wien, 9.6.2021. Mit der schrittweisen Aufhebung der Corona-Maßnahmen kehren viele Unternehmen in einen neuen Arbeitsalltag zurück. Die Tage im Homeoffice werden deutlich reduziert, Arbeitsmethoden haben sich durch digitale Kanäle verändert, soziale Abläufe nehmen im Büro neue Formen an. Covid hat das Alltagsleben verändert. Führungskräften kommt in der gegenwärtigen Übergangsphase eine wichtige Rolle zu: Sie sollen Ihre Teams bei der Rückkehr in den veränderten Büroalltag unterstützen.
Regina Nicham, Leiterin des Bereichs Arbeits- und Organisationspsychologie von IBG, gibt zehn Tipps, wie die Rückkehr in die „normale“ Arbeitswelt für alle friktionsfrei gestaltet werden kann.

Tipp 1: Halten Sie die Schutzmaßnahmen im Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter:innen
Stellen Sie weiterhin alle notwendigen Informationen und Mittel zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen bereit und sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter:innen zu einem sorgsamen Umgang mit Krankheitssymptomen.

Tipp 2: Feiern Sie das Wiedersehen
Sie haben sich jetzt alle lange nicht live gesehen und dennoch im Team viel geleistet. Dies sollte anerkannt und „gefeiert“ werden. Die Stärkung des sozialen Zusammenhalts steht im Fokus.

Tipp 3: Lassen Sie Spielraum für die Eingewöhnungsphase
Geben Sie Ihren Mitarbeiter:innen Zeit, um sich wieder an ihrem Arbeitsplatz einzufinden und mit den neuen Gegebenheiten umzugehen – kein „business as usual“

Tipp 4: Halten Sie eine Nachlese zur Homeoffice-Zeit
Besprechen Sie die Arbeitsphase im Remote-Modus. Jetzt ist die Zeit, veraltete Prozesse abzuändern und den neuen Bedürfnissen anzupassen – „Lessons learned“

Tipp 5: Bleiben Sie für die Mitarbeiter*innen präsent
Auch im „Normalbetrieb“ ist es wichtig aktiv auf seine Mitarbeiter:innen zuzugehen, präsent und erreichbar zu sein, um weiterhin sensibel für mögliche Sorgen und Ängste zu sein.

Tipp 6: Forcieren Sie das Thema Weiterbildung
Nach der Lockdown-Phase ist das Thema Weiterbildung besonders wichtig. Nützen Sie die Aufbruchstimmung, um Versäumtes aufzuholen.

Tipp 7 : Teilen Sie Ihre Erkenntnisse
Haben Sie oder Ihre Mitarbeiter:innen selbst vielleicht neue Vorlieben in der Art zu arbeiten oder neue Aufgaben für sich entdeckt? Durch diese Erkenntnisse können vielleicht Prozesse und Aufgabengebiete neu arrangiert werden und sowohl Ihre Mitarbeiter:innen als auch das Unternehmen und damit Sie selbst profitieren.

Tipp 8: Verströmen Sie Zuversicht
Feiern Sie gemeinsame Erfolge und betonen Sie, was alles geschafft und erreicht wurde. Lassen Sie die Mitarbeiter*innen selbst über Positives berichten. Dazu fördern neue Aufgabenfeder die Ausdauer.

Tipp 9: Informieren Sie über die aktuelle Lage und Visionen
Sprechen Sie die aktuelle Lage des Unternehmens an und geben Sie einen Ausblick, wie die nahe Zukunft aussehen könnte und wie Sie sich den Weg dorthin vorstellen.

Tipp 10: Führen Sie auf Augenhöhe
Binden Sie Ihre Mitarbeiter:innen in Entscheidungen ein und lassen Sie diese auch selbst Entscheidungen treffen. Dies führt zu mehr Engagement der Mitarbeiter*innen durch Wertschätzung, Selbstständigkeit und Gestaltungsspielraum.

 

IBG GmbH, gegründet 1995, ist mit über 180 Mitarbeiter:innen, davon 80 Ärzt:innen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

Ansprechpartnerin: Renate Ruhaltinger-Mader
M +43 (676) 38 49 022, Email presse@ibg.at I office@fabelhaft.biz

 

Lassen Sie sich nicht ablenken – oder lieber doch?

Wer kennt es nicht – den Tisch voller Arbeit und dennoch lassen wir uns von allem und jedem ablenken. Der Grund dafür liegt in unserem  Gehirn, welches auf Durchzug stellt, sobald die eintreffende Informationsmenge unser Arbeitsgedächtnis übersteigt.

Ganz nach dem Motto: »Lieber ein wenig Ablenkung als das Risiko einzugehen etwas Wichtiges zu vergessen« Deswegen: immer wieder gezielt kurze Pausen einlegen. Sie ermöglichen es uns, Abstand zur Aufgabe zu gewinnen und uns neu zu strukturieren.

  • Eines ist klar: Die Arbeit wird nicht weniger und erledigt sich nicht von selbst. Doch mit ausreichenden Pausen geht es (Ihnen) besser. Mehrere kurze Pausen sind effektiver, als ein bis zwei längere Pausen.
  • Kurzpausen sind in der Regel 1–5 Minuten lang und sollten nach individuellen Zeiten der Ermüdung – sprich wenn man leichter ablenkbar wird – regelmäßig gehalten werden (etwa alle 60-90 Minuten).
  • Verschieben Sie Ihre Pause nicht nach hinten, weil Sie glauben ansonsten nicht mit der anfallenden Arbeit in der vorgegebenen Zeit fertig zu werden. Man kann am Tag nicht durchgehend 100% leisten. Ihr Gehirn macht automatisch kleine Pausen, indem es sich ablenken lässt. Setzen Sie diese lieber bewusst ein.
  • Gezielt geplante Kurzpausen verhindern ein Anhäufen von Ermüdungserscheinungen im Verlauf eines Arbeitstages. So zeigt sich, dass die Erholung nach einem Arbeitstag ohne Unterbrechungen deutlich länger dauert und schwerer gelingt.

Am Ende könnte aus Ablenkung Inspiration werden und Raum für neue Ideen entstehen.
In diesem Sinne: Lassen Sie sich ablenken.

Gedanken zur gesunden Ernährung

„Es ist sehr ungesund für die Leute, wenn sie panisch alles tun, um gesund zu sein. Da kommt die Figur der Verdoppelung ins Spiel. Man muss versuchen, nicht auf panische, sondern auf gesunde Weise gesund zu sein. Das bedeutet, anzuerkennen, dass es durchaus gesund sein kann, sich ab und zu etwas Ungesundes zu gönnen.
Umgekehrt entstehen durch panisches Gesund sein wollen neue Krankheiten – wie zum Beispiel die Orthorexie, eine Mangelerscheinung, die daher rührt, dass Leute sich ausschließlich gesund ernähren
.“

Zitat des österr. Philosophen Robert Pfaller

Es gibt fast keine absoluten Ernährungswahrheiten, sondern letztlich nur persönliche Entscheidungen. Einiges hat sich schon für viele Menschen lange bewährt, anderes findet man für sich ganz persönlich heraus. Nicht jeder verträgt hochwertiges Vollkorn, es bekommt aber auch nicht jeder eine „Weizenwampe“ vom hellen Weizenmehl.

Etwas mehr Regelmäßigkeit, Entschleunigung und Rituale in seine Essgewohnheiten zu bringen, ist aber auch aufgrund des Geselligkeitsfaktors sicher für die meisten von uns von Vorteil. In Abwandlung des altbekannten Sprichworts „Man ist, was man isst“ spricht der Wiener Psychiater Michael Musalek davon, dass  „Man ist, wie man isst“.

Es geht also nicht nur darum was und wie viel man zu sich nimmt, sondern auch darum, wie man das tut. Er denkt dabei an Essstörungen (Anorexie, Bulimie…) und auch an das Essen als gesellschaftliches bzw. kulturelles Ereignis.

Das gemeinsame Genießen darf daher für ein „gesundes“ Leben auch nicht zu kurz kommen und das auch dann, wenn man dabei etwas als ungesund deklariertes tut bzw. isst. „Die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus)  – das gilt auch hier.

Dabei ist es nicht egal, was und wie viel man quasi routinemäßig zu sich nimmt. Schwierig ist zu entscheiden, welche Informationen zu Inhalt, Herkunft und gesundheitlichen Auswirkungen man glauben soll und welche Nahrungsmittel man in sein eigenes alltägliches Leben (und das seiner Familie/seiner Kinder) einbauen soll. Nur dem neuesten Ernährungstrend zu folgen, ist aufgrund der kurzen Taktfrequenz dieser neuesten Erkenntnisse mühsam und letztlich frustrierend. Was heute richtig war, kann morgen falsch sein.

Woran kann man sich also orientieren?

Es lohnt sich auf alle Fälle, seine (Ernährungs)-Gewohnheiten gelegentlich kritisch zu hinterfragen. Sich dabei auf sein „Bauchgefühl“ zu verlassen, ist bestimmt eine gute Richtung. Bei speziellen Fragen können Sie sich natürlich auch  gerne jederzeit in der Ambulanz melden.

 

Wie gute Kommunikation wirklich funktioniert

Die 4 Seiten einer Nachricht. 

Kommunikation als wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens bestimmt in hohem Maß wie erfolgreich wir beim Erreichen unserer Ziele sind. So liegt es zum einen an der Fähigkeit unsere Wünsche und Bedürfnisse so mitzuteilen, dass unser Gegenüber sie versteht und zum anderen daran das Gehörte richtig zu interpretieren.

Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun

Ein bekanntes Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun beschäftigt sich eben damit und obliegt der Annahme, dass jede geäußerte Nachricht sowohl auf vier verschiedenen Ebenen mitgeteilt, als auch gehört und interpretiert werden kann. Wodurch es nicht selten sowohl im Berufs-  als auch im Privatleben zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommen kann. Ein Beispiel: Gemeinsames Essen – A hat gekocht und B fragt „Was ist das Grüne in der Suppe?“

Die Nachricht von B könnte folgende Botschaften beinhalten:

  • Sachinhalt – „Da ist etwas Grünes in der Suppe.“
  • Beziehung – „Du wirst es wissen, was es ist.“
  • Selbstoffenbarung – „Ich weiß nicht, was es ist.“
  • Appell – „Sag mir, was es ist.“

A könnte in der Nachricht folgende Botschaften hören:

  • Sachinhalt –„Da ist etwas Grünes in der Suppe.“
  • Beziehung – „Du kannst nicht kochen oder kochst nicht gut.“
  • Selbstoffenbarung – „Mir schmeckt das nicht.“
  • Appell – „Lass in Zukunft das Grüne weg.“

Es ist deshalb wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, um unsere Interpretationen des Gehörten auf seine „Richtigkeit“ zu überprüfen und auch darauf sich selbst bewusst deutlich auszudrücken und dafür die entsprechende Ebene zu wählen.