Man spürt, riecht oder hört sie nicht, sodass alle unsere körpereigenen Warnsysteme versagen: die UV-Strahlung! Als Teil der Sonnenstrahlung, die sich aus sichtbarem Licht, Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) und ultravioletter Strahlung zusammensetzt, wird sie entsprechend der Wellenlänge in UV-A, UV-B und UV-C unterteilt.
Arten der UV-Strahlung und ihre Wirkung
Das langwellige UV-A (315–400 nm) dringt tief in die Hautschichten ein und bewirkt Elastizitätsverlust und Faltenbildung, das sogenannte „Photoaging“. UV-B (280–315 nm) ist dagegen kurzwelliger, wirkt in den oberen Hautschichten und verursacht Entzündungsreaktionen sowie bösartige Krebserkrankungen. UV-C (100–280 nm) ist als energiereichster Anteil für die Zellen sehr schädlich (künstliches UV-C wird daher beispielsweise zur Desinfektion genutzt). In natürlicher Form wird es aber von der Erdatmosphäre fast vollständig abgefangen.
Haut und Augen – besonders gefährdete Körperregionen
UV-Strahlung entfaltet ihre Wirkung auf allen ungeschützten Körperstellen, also sowohl auf der Haut als auch in den Augen. Zu den gefährdeten, exponierten Hautarealen zählen Gesicht, Nacken, Ohren, Unterarme und Handrücken.
Akute und langfristige Gesundheitsschäden
Akute entzündliche Hautreaktionen erkennen wir als Sonnenbrand durch Rötung mit brennenden Schmerzen und möglicher Blasenbildung, während die Augen mit Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und Schmerzen auf eine Photokeratitis („Schneeblindheit“), eine Entzündung der Bindehaut oder der Hornhaut, reagieren. Während die akuten Beschwerden wieder abklingen, können langfristige Auswirkungen der UV-B-Strahlung auf die Haut sein: die Entstehung von aktinischen Keratosen („Sandpapierhaut”), einer Vorform von Hautkrebs, die zu 10 % bösartig entarten, sowie das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen und Basalzellkarzinomen bzw. von malignem Melanom, das durch sein invasives Wachstum rasch metastasiert. Daher sind eine Frühdiagnose und operative Entfernung entscheidend für die Heilungschancen! Fehlender Augenschutz kann wiederum langfristig zu Netzhautschäden und Linsentrübung (Katarakt/grauer Star) führen. Die individuelle UV-Empfindlichkeit hängt vom Hauttyp (Fitzpatrick-Skala Typ 1–6) ab. Auch die Strahlungsintensität variiert je nach Jahres- und Tageszeit, Oberflächen oder Höhe.
Wann die UV-Strahlung besonders intensiv ist
Besonders stark ist sie in unseren Breiten von April bis September um die Mittagszeit (11–15 Uhr). In Höhenlagen ab 1000 m nimmt die Intensität um 10–12 % zu. Durch Reflexion von Flächen wie Wasser, Sand, Beton oder Styropor kann sich die Intensität um bis zu 80 % erhöhen. Bewölkung hält die UV-Strahlung nicht ab und auch die Ozonschicht hat Einfluss auf die Stärke der Strahlung.
Wirksamer UV-Schutz für Haut und Augen
Daher ist UV-Schutz zur Vorbeugung von Gesundheitsschäden immer und für alle wichtig. Er kann durch entsprechende Sonnenbrillen und Kleidung mit UV-Schutzfaktor (UVP) bzw. durch Hautschutzprodukte (Schutz gegen UV-B) mit ausreichendem Lichtschutzfaktor (LSF) gewährleistet werden. Dieser gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Ein LSF 50 bedeutet also selbst bei einer minimalen Eigenschutzzeit von 10 Minuten eine Schutzwirkung von über 8 Stunden und bietet einen Schutz von 98 %. Zusätzliche Filter schützen außerdem vor UV-A-Strahlung. In diesem Sinne: Genießen Sie den Sommer gut geschützt!
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