Der plötzliche Herztod ereilt jährlich mehr als 15.000 Menschen in Österreich. Diese Todesfälle passieren in der Regel außerhalb von Krankenanstalten: am Arbeitsplatz, auf der Straße, in Supermärkten, Einkaufszentren, Sportstätten und Kinos, die meisten in den „eigenen vier Wänden“.
Dank moderner Elektronik kann man heutzutage mit Defibrillatoren rasch Hilfe leisten – und dafür muss man nicht Arzt oder Sanitäter sein. Wichtig ist die rasche Verfügbarkeit der elektrischen Lebensretter. Defibrillatoren sollten dort vorhanden sein, wo große Menschenmengen auftreten.
Wie erkenne ich einen Herzinfarkt
Die Herzinfarkt-Alarmsignale sind bei Frauen häufig andere als bei Männern. Frauen klagen oft neben den für einen Infarkt eher typischen Brustschmerzen auch über starke Bauch- und Rückenschmerzen, über Übelkeit und Erbrechen. Bei Männern ist es dagegen häufiger der in die linke Schulter ausstrahlende drückende Brustschmerz und Atemnot.
Wichtige Grundregeln
- Je schneller eine Erstversorgung/Defibrillation stattfindet, umso höher sind die Überlebenschancen!! Die Überlebenschance sinkt pro Minute um 10%.
- Ich kann nichts falsch machen! Laiendefibrillatoren sind so aufgebaut, dass sie nur im Bedarfsfall auslösen – eine Software analysiert den Herzrhythmus und entscheidet danach, ob eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wird die Funktion freigeschaltet und kann durch den Anwender ausgelöst werden. Es werden dann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie zum Beispiel das Kammerflimmern
- Auch rechtlich kann ein Benutzer eines Laiendefibrillators bei der Anwendung laut Bedienung nicht belangt werden – dies geht aus einem Schreiben des Ministeriums für soziale Sicherheit und Generationen aus dem Jahr 2001 hervor
Richtige Vorgehensweise
- Der Defibrillator ersetzt NICHT den Notfallcheck!
- Notfallcheck durchführen – Notruf 144 verständigen – Defibrillator organisieren
- Nachdem der Notfallcheck (Kontrolle von Atmung und Herzfunktion) geführt wurde, die Diagnose Atemkreislaufstillstand feststeht und bereits mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen wurde, kommt der Defibrillator sobald er verfügbar ist, zum Einsatz.
- Den Defibrillator einschalten und den Sprachanweisungen des Gerätes folgen.
- Elektroden aus der Verpackung nehmen und auf den nackten und trockenen Brustkorb des Patienten kleben – Anweisungen abwarten.
- Elektroschock nach Aufforderung des Gerätes abgeben, dabei Patienten nicht berühren und jeden Kontakt mit leitfähigen Materialien vermeiden. Der Ersthelfer muss sich vergewissern, dass niemand mit dem Patienten Körperkontakt hat!
- Herzdruckmassage und Beatmung müssen immer dann durchgeführt werden, wenn der Defibrillator dazu auffordert.
- Durchführung der Maßnahmen bis Eintreffen der Rettungskräfte.

