Karzman im Interview

Punktgenau: Erfolg = Maßnahme + Präferenz

Gesundheit zu fördern ist ein komplexer Prozess. Das körperlich Richtige kann zum Falschen führen, wenn das Richtige nicht gewollt, nicht verstanden wird. Angebliche oder »objektiv definierte« gesundheitsfördernde Maßnahmen können, müssen aber nicht Gesundheit fördern. Die Einstiegspforte ist die »subjektive Präferenz« der Mitarbeiter:innen. Dies verlangt Information und Bewusstseinsbildung vor Einführung von Maßnahmen.

Gesundheitsgewinn entsteht nur dann, wenn Mitarbeiter:innen von einer wissenschaftlich richtigen Maßnahme auch subjektiv überzeugt sind und sie mittragen wollen. Ein Beispiel: IBG hat vier Banken bei der ergonomischen Umgestaltung lt. ASchG begleitet. Unter anderem wurden ergonomisch affinere, vermeintlich bessere Bürotische, Monitore etc. angeschafft.

Die Auswirkung der Umgestaltung

auf Stress und Befindlichkeit wurde daraufhin von IBG evaluiert. In zwei Banken wurde die neue Einrichtung als Verbesserung und Erleichterung mit weniger Stress und gesundheitsfördernder erlebt. In den beiden anderen Banken wurde die wissenschaftlich »bessere ergonomische« Gestaltung als negativ mit mehr Stressempfinden und Gesundheitsbelastung erlebt. Die Hintergrundanalyse ergab: Bei den Banken mit Gesundheitsgewinn erfolgten Workshops VOR der Umgestaltung, wo die Gründe und Verbesserungspotenziale der Neuanschaffungen dargelegt und diskutiert wurden. Die beiden anderen Banken mit Stress- und Belastungszunahme hatten die Vorinformation lediglich ins Intranet gestellt.

Fazit:

Die Einbeziehung der Betroffenen vermittelte Wertschätzung und führte durch eine bejahende Bewusstseinsbildung zu nachhaltiger und höherer Produktivität.