Hitzewelle: So können Arbeitgeber ihre MitarbeiterInnen schützen

Wien, 19.6.2019 „Für den Sommer 2019 liegt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen bei fast 70%. In etwa 20% der Fälle kommt es zu durchschnittlichen Temperaturen und die verbleibenden 5% entfallen auf unterdurchschnittliche Temperaturen“, heißt es in der Saisonprognose des ZAMG bis August 2019.

  • Die Leistungsfähigkeit und die Konzentration lassen an heißen Tagen deutlich nach.
  • Die Qualität der Arbeit sinkt.
  • ArbeitgeberInnen können Gesundheit und Produktivität ihrer MitarbeiterInnen durch leicht durchführbare Maßnahmen stärken.

In der Baubranche können ArbeitgeberInnen ihren MitarbeiterInnen seit 1. Mai 2019 ab 32,5 Grad freigeben. Die dabei entstehenden Kosten werden von der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse BUAK übernommen (« 60er »). Aus arbeitsmedizinischer Sicht sollte es diese Regelung für alle Branchen geben. Denn Hitze hat starke Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit der arbeitenden Person. Das Verhalten von Menschen bei hohen Temperaturen ist sehr unterschiedlich. Die Auswirkungen können bei ein- und derselben Person von einem Tag zum anderen schwanken.

Anbei ein paar Tipps, wie Gesundheit und Produktivität an Hitzetagen geschützt werden können:
Was der Dienstgeber bei großer Hitze tun kann

  • Bereitstellung geeigneter alkoholfreier Getränke
  • Abschattung vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Abkühlung in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden nützen
  • Lockerung eventueller Bekleidungsvorschriften
  • Bereitstellen von Ventilatoren
  • Organisatorische Maßnahmen – zusätzliche Pausen, Verlagerung der Arbeitszeit,
    Mittagshitze meiden

Für Büros mit Klimaanlage

  • Sollte die Raumtemperatur in Büros zwischen 19° und 25° betragen.
  • Muss eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40% und 70% gewährleistet sein.
  • Bei Arbeiten mit normaler körperlicher Belastung, wie bei häufigem Stehen, sollte die Raumtemperatur zwischen 19° und 24° liegen.

Stehen keine Klimaanlagen zur Verfügung, müssen vom Dienstgeber alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Raumtemperatur abzusenken, wie beispielsweise durch nächtliches Lüften, Beschatten der Fenster, Bereitstellen von Ventilatoren sowie von gekühlten Getränken.

  • Bei Belüftung muss auf eventuelle Zugluft geachtet werden.
  • Besonderes Augenmerk ist auf werdende oder stillende Mütter, Frauen an Steharbeitsplätzen und ältere sowie gesundheitlich gefährdete DienstnehmerInnen zu legen.
  • ArbeitsmedizinerInnen, Sicherheitsfachkräfte und Betriebsräte sind ggf. zu Rate zu ziehen.

Auch Hitze kann als Schlechtwetter gelten

Nach dem Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) gilt für Bauarbeiter, Zimmerer, Gipser, Dachdecker, Pflasterer und Gerüster auch Hitze als Schlechtwetter. Die Kriterien der BUAK wurden mit 1.5.2019 geändert:

  • Stunden, in denen 32,5° (gemessen im Schatten) überschritten werden
  • Folgen drei Stunden mit mehr als 32,5° (im Schatten gemessen), so bedeutet dies Schlechtwetter für den Rest des Tages.
  • Für diese entfallenen Stunden gebührt eine Schlechtwetterentschädigung
  • Die Entscheidung, ob bei Schlechtwetter gearbeitet wird oder nicht, obliegt dem Dienstgeber.

Bei längeren Arbeiten im Freien sind zusätzliche Maßnahmen notwendig

  • Tragen von Kopfbedeckung
  • Zurverfügungstellung von Duschgelegenheiten
  • Bereitstellen von Sonnenschutzmittel, Sonnenschutzbrillen

Ohne Gegenmaßnahmen sind gesundheitliche Probleme zu befürchten. Zu hoffen ist, dass sich der diesjährige Sommer auf Normaltemperatur einpendelt.


IBG GmbH
, gegründet 1995, ist mit über 165 MitarbeiterInnen, davon 70 ArbeitsmedizinerInnen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

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