Ergonomie im Homeoffice

Viele Mitarbeiter*innen verbringen nun schon Monate im Homeoffice.  Der daraus resultierende Bewegungsmangel wird zunehmend zur Belastung. Aber mit einfachen Maßnahmen kann sich schnell Besserung einstellen.

Zuhause ist nun alles anders.

Wir haben über den Tag verteilt weniger automatische Bewegung, weil der Arbeitsweg wegfällt, der Weg zur Küche nicht mehr so weit ist, der Drucker nun auf dem Schreibtisch steht und keine Kolleg*innen da sind, die zum Kaffee oder zum Aufstehen »einladen«. Dazu kommt, dass die ergonomische Ausrüstung in den eigenen vier Wänden, oft nur suboptimal ist. Ein improvisierter Arbeitsplatz am Küchentisch, den man sich vielleicht auch noch mit dem Partner oder den Kindern teilen muss. Ständige Ablenkungen, selbst auferlegter Druck des permanent Erreichbarseins und des Leistungerbringens können zusätzliche Probleme bereiten.

Doch einigen dieser Herausforderungen können wir mit Maßnahmen, die leicht in den Arbeitsalltag integrierbar sind, entgegenwirken. Ziel soll es sein, aus dem statischen Arbeitsplatz einen dynamischen zu machen. Erreichen können wir das, in dem wir

  • Sitzpositionen wechseln: immer die nächste Sitzhaltung ist die Beste
  • Beim Telefonieren aufstehen
  • Tätigkeits- und Positionswechsel sowie Bewegung(sübungen) sind wie Sonnenstrahlen – diese müssen regelmäßig strahlen. Kleben Sie sich einen gelben Punkt an den Bildschirmrand, um an die positiven Sonnenstrahlen erinnert zu werden.
  • Die Bewegungsmuster aus der Arbeit auch im Homeoffice einbauen
  • Längere Wege in die Küche/Drucker/WC: machen Sie z.B. eine extra Runde um den Küchentisch
  • Gönnen Sie sich trotz allem eine Kaffeepause, vielleicht hilft dabei ein imaginärer Kollege, der einen zum Kaffee abholt
  • Simulieren Sie den Weg in die Arbeit und nach Hause, z.B. durch einen Nachmittagsspaziergang in der Natur oder einer Runde um den Häuserblock

Die ergonomischen Grundregeln mit der 90°-Referenzhaltung gelten im Homeoffice genauso wie im Büro. Beugen Sie etwaigen Fehlbelastungen des Bewegungsapparats vor:

  • Unterarme sollen entspannt auf dem Tisch aufliegen, eventuell Fußstütze verwenden
  • Sitzalternativen wie Sitzball oder Sitzdiskus in Erwägung ziehen
  • Frontale Bildschirmaufstellung
  • Kurze Übungen für zwischendurch:
    • Becken mobilisieren
    • Schulter kreisen
    • Halswirbelsäule bewegen-dehnen-kräftigen
    • Übungen mit Faszienball und Theraband

Aufgrund der aktuellen Situation sind Begehungen nach ASchG nur bedingt möglich, daher greifen immer mehr Unternehmen zu Online-Angeboten, die ihre Mitarbeiter*innen bei der richtigen Gestaltung ihres Arbeitsplatzes unterstützen.

Eine Möglichkeit ist die ergonomische On-line-Beratung. Im Rahmen von Video-Calls werden mit Ergonom*innen online Gestaltungsmöglichkeiten auf Basis der bestehenden  Gegebenheiten, Tipps für mögliche Hilfsmittel sowie individuelle Ausgleichsübungen je nach Beschwerden besprochen. So gelingt gesundes Arbeiten auch zuhause.

Hilfreiche Videos zu Becken- und Oberschenkelmuskulatur, Halswirbelsäule- und Nackenmuskulatur, Schulter aktivieren, Handgelenk und zu unserer wichtigsten Stütze, unsere Wirbelsäule.